Massaker in Mali – Überbevölkerung im gescheiterten Vielvölkerstaat

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Mali. Quelle: Pixabay, Foto: Peggy und Marco Lachmann-Anke

Bamako, Mali; Berlin, Deutschland (Weltexpress). Mali ist einer von vielen gescheiterten Staaten in Afrika. Kaum ein Staat kann seinem Staatsvolk Sicherheit, Wohlfahrt und Rechtsstaatlichkeit bieten. Vielen fehlt eine demokratisch-parlamentarische Legitimation, wie wir sie kennen. Mali ist so ein Staat, der noch nicht einmal sein Staatsgebiet eingrenzen und sichern kann.

Mali ist auch einer dieser Vielvölkerstaaten, der weder die Konflikte zwischen den Völkern noch die Bevölkerungsexplosion in den Griff bekommt. Seit Jahrzehnt geht das Elend dort schon seinen Gang. Das liegt nicht nur daran, dass es keine ethnischen oder nationalen Siedlungsräume gibt, sondern diese nur nach koloniale Einflüssen in Verwaltungsräume gegliedert wurden. Sie Kultur der Völker ist – seien wir ehrlich – weit zurückgeblieben.

Auf den Sangha in der Region Mopti erfolgte in der Nacht zum Montag ein Angriff. Dort lebt die Minderheit der Dogon und angegriffen wurde diese vermutlich von radikalen Muselmanen. „Mindestens 95 Zivilisten“ sollen laut „Deutsche Welle“ (DW, 10.6.2019) bei dem Massaker ermordet worden sein, außerdem seien Häuser in Brand gesteckt und Tiere getötet worden.

In „Spiegel-Online“ (10.6.2019) wird darauf hingewiesen, dass „es bei den Auseinandersetzungen auch um den Zugang zu Wasser und Land“ ginge. Kein Wunder bei der seit Jahren stattfindenden Bevölkerungsexplosion. Weder Wasser noch Land reichen für immer mehr Millionen von Menschen.

Weiter heißt es in der „DW“: „Möglicherweise handelt es sich um einen Angriff durch Angehörige der Volksgruppe der Fulbe. Der ethnische Konflikt zwischen den Fulbe, die der Viehzucht nachgehen, und den Dogon, die Landwirtschaft betreiben, hat sich in den vergangenen Jahren verschärft. Häufig geht es dabei um seltene Weidegründe und Ackerflächen in der trockenen Sahelzone. Beobachter bringen dies mit dem Erscheinen der dschihadistischen Gruppierung des Predigers Amadu Kufa in Verbindung, der vor allem unter den Fulbe Kämpfer für seine Organisation rekrutiert. Im März waren bei einem Angriff auf ein Dorf der Fulbe im Zentrum des westafrikanischen Lande rund 150 Menschen getötet worden.“

In der „Tagesschau“ (10.6.2019) wird dazu informiert, dass „die Bundeswehr … sich mit rund 1000 Soldaten an einer UN-Friedensmission zur Stabilisierung Malis und einem EU-Ausbildungseinsatz“ beteilige und das „im Norden und im Zentrum des Landes … zahlreiche islamistische Terrorgruppen aktiv“ seien. „Einige von ihnen haben der Terrormiliz Islamischer Staat die Treue geschworen, andere wiederum Al-Kaida.“

Mit anderen Worten: Die Bundeswehr ist Arzt am malischen Krankenbett. Eine Neuordnung auch in diesem Teil Afrikas ist an der Zeit sowie eine radikale Zurückdrängung der Muselmanen.

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