Kommunalwahlen in Albanien? Ja, nein, vielleicht

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In Tirane scheinen die Uhren anders zu gehen und die Minarette sind höher als die Kirchtürme. Quelle: Pixabay, Foto: Ervin Gjata

Tirana, Albanien (Weltexpress). Dass in Albanien die Uhren anders gehen, das wissen wir nicht erst seit Enver Halil Hoxha, der dem Staat über 40 Jahre vorstand. So lange hielten die BRD-Deutschen das mit Helmut Kohl nicht aus, aber den Kanzler konnte man auch abwählen.

In Albanien ist das mit dem Wählen immer noch so eine Sache. „Der Standard“ (9.6.2019) zitiert den albanische Präsident Ilir Meta mit den Worten: „Unter den gegenwärtigen Bedingungen sind keine echten, demokratischen und repräsentativen Wahlen möglich.“

Ministerpräsident Edi Rama hingegen erklärte laut „Spiegel-Online“ (9.6.2019) „den Schritt des Präsidenten am Sonntag für ’nichtig‘. Die Wahlen würden wie geplant am 30. Juni stattfinden, sagte er laut TV Klan auf einer Wahlkampfveranstaltung in Burrel bei Tirana. ‚Ilir Meta hat gestern sein Schicksal besiegelt und das Recht auf Verbleib in seinem Amt verwirkt‘, sagte Rama.“

Und was heißt das jetzt? Stand Hoxha noch für Kontinuität, sodass man immer wusste, woran man war, was im Grunde auch für Kohl galt, ist die Lage in und um Tirana verworren.

Immerhin wird in „Spiegel-Online“ darauf hingewiesen, dass „Rama . seit 2013 im Amt“ sei und „im Juni 2017 … wiedergewählt“. Jedoch werfe ihm „die Opposition … vor, „das Wahlergebnis manipuliert zu haben. Die deutsche ‚Bild‘-Zeitung hatte Telefonmitschnitte veröffentlicht, die den Stimmenkauf belegen sollen.“

Wer kauft ihn Albanien eigentlich keine Stimmen, Abgeordnete, Richter und Staatsanwälte? Richtig, niemand. Die Albaner gelten Kennern als noch korrupter als die Ukrainer.

Will man solche Leute in der Europäischen Union haben? Nie und nimmer! Punkt.

Dennoch wollen die Beamten in Brüssel Beitrittsverhandlungen mit ihren Kollegen aus Tirana führen, die noch nicht einmal Kommunalwahlen hinkriegen. Wenn das nicht lächerlich ist, was dann?

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