Mainz weiter im Vorwärtsgang, Abstiegsränge überraschend besetzt, Magath in Not – Der Bundesligakommentar zum 3. Spieltag

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1899 Hoffenheim – FC Schalke 04 2:0 (1:0)

Bundesliga-Spitzenreiter 1899 Hoffenheim hat den Fehlstart des FC Schalke 04 weiter verschlimmert. Das Team von Trainer Ralf Rangnick gewann am Freitagabend sein Heimspiel gegen die „Knappen“ mit 2:0 (1:0) und feierte zum Auftakt des 3. Spieltags den dritten Sieg. Die Schalker, bei denen der glücklose Neuzugang Klaas Jan Huntelaar glücklos blieb (Kopfball an die Latte), bleiben dagegen mit immer noch null Punkten Vorletzter. Isaac Vorsah brachte Hoffenheim in der 37. Minute völlig freistehend per Kopfball in Führung, die Sejad Salihovic in der Nachspielzeit durch einen kuriosen Freistoß zum 2:0-Endstand ausbaute. Fazit: Felix, wir haben ein Problem, sagen Schalke seine Fans – Rangnick talkt entspannt bei Wontorra und wirkt schon jetzt etwas zu lässig.

Bayern München – Werder Bremen 0:0

Ein Spitzenspiel ohne Tore und nur wenig High-Lights. Der Höhepunkt für die Zuschauer in der ausverkaften Allianz-Arena dürfte das Ständchen des Kaisers gewesen sein, das er sich selbst zu seinem 65. Geburtstag brachte: „Gute Freunde soll niemand trennen“, ein Klassiker der Musikverbrechen aus den 70er-Jahren. Exemplarisch für die ostentative Weigerung des Balles, der immerhin den dubiosen Namen „Torfabrik“ trägt, an diesem Tag eine der beiden Torlinien zu überqueren, war eine Aktion des Bremer Verteidigers Sebastian Prödl: Sein schöner Kopfball traf erst den Pfosten, prallte dann an den Fuß des verdutzten Bayern Keepers Hans-Jörg Butt, von dort an die Latte und erst dann sicher in den Armen des Torwarts. Eine Szene, die man in etlichen Jahren noch sehen wird, vom Rest des Spieles wohl eher nicht. Fazit: Werder erkämpft nicht unverdient einen Punkt an der Isar.

Hannover 96 – Bayer Leverkusen 2:2 (1:0)

Patrick Helmes hat Bayer Leverkusen vor einer eigentlich verdienten Niederlage bewahrt. Erst eine Minute vor Schluss gelang dem Angreifer der glückliche Ausgleich für die Werkself gegen couragierte 96er. Dabei hatte das Team von Jupp Heynckes schon 0:2 zurück gelegen, obwohl die Nierdersachsen bereits nach 36.Minuten nur noch zu zehnt auf dem Platz standen, weil Verteidiger Emanuel Pogatetz umstritten vom Platz flog. Bittere Pille für die Gäste: Leverkusen muss länger auf Michael Ballack verzichten. Der  auf Eis gelegte Capitano der Nati musste nach einer halben Stunde verletzt runter, zuvor war er mit Hannovers Sergio Pinto unglücklich zusammengeprallt.

Diagnose: Fraktur im Schienbeinkopf, mindestens sechs Wochen Zwangspause. Bereits vor Ballacks Auswechslung war Hannover durch Didier Ya Konan (20.) verdient in Führung gegangen. Kurz nach dem Wechsel erhöhte Mohammed Abdellaoue völlig ungedeckt auf 2:0 (50.). Leverkusen agierte, gemessen an den Ansprüchen, erschreckend schwach und wurde erst durch Auswechslungen gefährlicher. Eren Derdiyok (62.) verkürzte kurz nach seiner Einwechslung, der Ausgleich folgte mit der allerletzten Chance. Fazit : Glücklicher Punkt für Leverkusen, Hannover 96 weiter obenauf.

Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)

Weiterer Rückschlag für Wolfsburgs neuen Trainer Steve Mc-Laren und sein Team. Nach einer indiskutablen Leistung verlor der Deutsche Meister von 2009 völlig verdient bei beim BVB mit 0:2. Die mit Stars gespickten Niedersachsen enttäuschten auf der ganzen Linie und haben durch den schlechtesten Saisonstart in 14 Jahren Bundesligateilnahme nun gewaltig Zunder unterm Dach. Die Tore Tore von Nuri Sahin (50.) und Shinji Kagawa (67.) bescherten den 73600 Zuschauern einen entspannten Spätsommernachmittag. Besondere Vorkommnisse: Kloppo war auch zufrieden.

Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 1:1

Schwerer als gedacht tat sich der Tabellendritte aus Hamburg mit den Gästen aus Franken. Nürnberg hatte durch Schieber sogar die große Chance auf die Führung. Nach der Pause erzielte Joris Mathijsen mit dem Knie(!) die Führung (61.), ehe Pinola in der 82.Minute per Foulelfmeter ausglich. Besondere Vorkommnisse: Rudelbildung und hitzige Diskussionen. Unser Tipp: Ball flach halten, Jungs.

Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 0:4

Achterbahnfahrt für die Fohlen: Nach dem fulminanten 6:3 Auswärtssieg ist die Elf von Michael Frontzeck hart auf dem Boden der Realität zurückgekehrt. Frankfurt hat einen möglichen Fehlstart höchst überzeugend verhindert. Die Skibbe-Elf kam nach bis dato null Zählern zu einem verdienten 4:0 (2:0)-Erfolg bei Gladbach und fuhr so endlich die ersten Punkte ein. Benjamin Köhler (24.), Theofanis Gekas (35. und 64.) und Patrick Ochs (50.) sorgten mit ihren Toren für den deutlichen Auswärtssieg der Hessen, der auch in dieser Höhe verdient war. Fazit: So grausam kann Fußball sein. Man darf sich nie zu früh freuen…

SC Freiburg – VfB Stuttgart 2:1 (0:1)

Schlechtester Saisonstart der Vereinsgeschichte auch für den VfB Stuttgart: Auch mit Last-Minute Einkauf Mauro Camoranesi bleiben die Schwaben ebenso überraschend wie enttäuschend Tabellenletzter. Dabei schien der Super-Gau zunächst vermeidbar, als Pawel Progrebniak die Stuttgarter in Führung brachte (27.). Aber der unwiederstehlich aufspielende Papiss Cisse glich aus (58.) und Julian Schuster besorgte mit einem Traumtor aus 23m den Freiburger Triumph (71.) Fazit: Heiligs Blechle, des is scho arg blöd jetzt so am Tabellenende…

Mainz – Kaiserslautern 2:1 (0:1)

Der FSV Mainz 05 hat erneut ein bereits verloren geglaubtes Spiel gedreht und ist nun die Überraschungsmannschaft der Stunde. Die Rheinhessen setzten sich am 3. Spieltag trotz eines Rückstands mit 2:1 (0:1) im Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern durch und kletterten damit auf den zweiten Tabellenplatz der Liga. Niko Bungert (71.) und Andre Schürrle (74.) erzielten die Treffer für die Mainzer, die erstmals mit drei Siegen in eine Bundesliga-Saison gestartet sind. Dem FCK nutzte auch das vierte Saisontor von Srdjan Lakic (20.) nichts. Fazit: Teuflisch gute Karnevalisten auf dem Vormarsch

1.FC Köln – 1.FC St. Pauli 1:0 (1:0)

Das sorgt erst einmal für Ruhe am unruhigen Rhein. Durch ein Tor von Jung-Star Taner Yalcin (17.) und eine überragende Leistung von „Prinz“ Lukas Podolski sicherten sich die Domstädter vor 45000 Fans den ersten Heimdreier der Saison. Das gibt Spielraum für den in Dauerkritik stehenden FC-Trainer Zvonimir Soldo, dessen Mannschaft vor den schweren nächsten Spielen in München und Hoffenheim vorübergehend den 14. Platz erreicht hat. Mit einer der besten Heimleistungen der jüngeren Vergangenheit konnte auch das nicht gerade verwöhnte Kölner Publikum versöhnt werden, die ihr Team mit „Viva Colonia“-Gesängen feierten. Fazit: Wenn Poldi explodiert, dann klappt’s auch mit den Punkten.


Die aktuelle Tabelle

Platz

Mannschaft

ges.

G

U

V

Tore

Diff.

Punkte

1

1899 Hoffenheim

3

3

0

0

7:1

+6

9

2

1. FSV Mainz 05

3

3

0

0

8:4

+4

9

3

Hamburger SV

3

2

1

0

6:3

+3

7

4

Hannover 96

3

2

1

0

6:4

+2

7

5

1. FC Kaiserslautern

3

2

0

1

6:3

+3

6

6

Borussia Dortmund

3

2

0

1

5:3

+2

6

7

SC Freiburg

3

2

0

1

5:5

0

6

8

Bayer Leverkusen

3

1

1

1

7:8

-1

4

8

Borussia M’gladbach

3

1

1

1

7:8

-1

4

10

Werder Bremen

3

1

1

1

5:6

-1

4

11

Bayern München

3

1

1

1

2:3

-1

4

12

Eintracht Frankfurt

3

1

0

2

6:5

+1

3

13

FC St. Pauli

3

1

0

2

3:3

0

3

14

1. FC Köln

3

1

0

2

4:7

-3

3

15

1. FC Nürnberg

3

0

2

1

3:4

-1

2

16

VfL Wolfsburg

3

0

0

3

4:8

-4

0

17

FC Schalke 04

3

0

0

3

2:6

-4

0

18

VfB Stuttgart

3

0

0

3

2:7

-5

0

Die nächsten Spiele

17.09.2010

Eintracht Frankfurt – SC Freiburg

18.09.2010

Bayern München – 1. FC Köln

18.09.2010

Werder Bremen – 1. FSV Mainz 05

18.09.2010

VfB Stuttgart – Borussia M’gladbach

18.09.2010

VfL Wolfsburg – Hannover 96

18.09.2010

1. FC Kaiserslautern – 1899 Hoffenheim

19.09.2010

FC St. Pauli – Hamburger SV

19.09.2010

FC Schalke 04 – Borussia Dortmund

19.09.2010

Bayer Leverkusen – 1. FC Nürnberg

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