Leichen und Leiden pflastern den Gang der Kriegsgeschichten – Annotation zum Buch „Wir erschossen auch Hunde“ von Phil Klay

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© Suhrkamp
Klay beschreibt, wie die Sitten bei den jungen Männern und Frauen verrohen, die für den Staat des Kapitals, für Wall Street und Washington in den Krieg Vereinigten Staaten von Amerika (USA) gegen den Rest der Welt ziehen. Der US-Marine Klay, geboren 1983, kämpft für die einzig verbliebene Weltmacht, die Supermacht USA im Irak. Er diente von Januar 2007 bis Februar 2008 als Public Affairs Officer in der Provinz Al-Anbar. Danach war Ende im Gelände. Er studierte wieder und schloss 2011 sein Master of Fine Arts-Studium am Hunter College in New York ab. Der hoch gelobte und vielfach ausgezeichnete Autor von Büchern und Beiträgen für Zeitungen und Zeitschriften lebt heute in Brooklyn.

In „Wir erschossen auch Hunde“ nimmt Klay den Leser in seinem literarischen Werk über zwölf Kapitel voll unterschiedlicher Klangfarben (vom Kampfgebrüll bis zum Klugscheißen, alles dabei, nur nicht Politische Korrektheit) mit an die Hauptkampflinie in Afghanistan und Irak, aber auch an die Heimatfront. Leichen und Leiden pflastern den Gang der Kriegsgeschichten, Blut ist der Rote Pfaden, der sich durch das Buch zieht. „Es sind knallharte Erzählungen von Häuserkämpfen in Falludscha, aussichtslosen Hilfsmissionen in Afghanistan und dem Heimkehren in ein fremdgewordenes Land. Ein Land, das bei all dem Hintergrundrauschen aus Konsum und Entertainment kein Interesse am Leiden seiner Soldaten hat. Denn ihre traumatischen Erfahrungen beweisen nur die grenzenlose Ohnmacht und lassen etwas erahnen, was noch vor wenigen Jahren unvorstellbar schien: ’America is broken, man`.“ Das kann man so sagen.

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Phil Klay, Wir erschossen auch Hunde, Klappenbroschur, 300 Seiten, Suhrkamp Nova, 20.10.2014, ISBN: 978-3-518-46543-1, Preise: 16,99 EUR (D), 17,50 EUR (A) und 24,50 SFR
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