Kriegstöne aus London und Riad – Wann fliegen die ersten Marschflugkörper Richtung Iran?

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Ein Tomahawk cruise misslile genannter Marschflugkörper wird vom Kriegsschiff USS Barry im Mittelmeer abgeschossen (Archivbild 29.3.2011). © U.S. Navy

Riad, Saudi-Arabien, London, VK (Weltexpress). Sowohl aus Riad, der Hauptstadt der Saud-Dynastie Saudi-Arabien, als auch aus London, der Hauptstadt des Vereinigten Königreiches (VK) von Großbritannien mit dem immer noch besetzten Großteil des irischen Ulster, kommen höchste Kriegstöne. Gegenüber den Hofberichterstattern wurden sie von den geopolitisch zweithöchsten Regierungsmitgliedern im Staat, den jeweiligen Außenministern, vorgetragen.

In „Sputnik“ (22.9.2019) wird Adel al-Dschubeir, der den Außenminister der Saud-Dynastie gibt, mit den Worten „Wir glauben, dass der Iran dafür verantwortlich ist, da die Raketen und Drohnen, die Saudi-Arabien getroffen haben, im Iran hergestellt und vom Iran geliefert wurden“ zitiert.

In einem Interview mit „CNN“ (22.9.2019) sagte al-Dschubeir weiter: „Aber wenn der Angriff von Ihrem (iranischen) Territorium aus durchgeführt wurde, werden wir in eine andere Kategorie fallen … Dies wird als Kriegshandlung betrachtet“.

Das übliche Gerede davon, dass „niemand einen Krieg“ wolle, kam vom Vertreter der wahhabitischen Staatsmörder und Staatsterroristen, die zudem einen brutalen Krieg gegen auf der arabischen Halbinsel gegen die Huthi führen. Die Huthi wiederum bekannten sich zu den Luftangriffen auf zwei Ölraffinerien des staatlichen Öl- und Gasunternehmens Saudi Aramco im Bezirk Abqaiq im Osten des Staates und in dem östlich von Riad gelegenen Bezirk Churais. Al-Dschubeir erklärte auch, dass jeder diese Situation „friedlich“ lösen wolle. Jeder? Friedlichen? Aha!

Auf Krieg scheint auch die Johnson-Regierung des VK gestimmt, nur der Tonfall ist ein anderer. Für die Briten äußerte sich auch nicht der Oberboss, sondern der Außenminister. Dominic Raab sprach heute gegenüber dem Staatsfunk BBC davon, dass er die Beteiligung der Huthi an den Drohnenangriffen auf die Ölraffinerien bezweifele. Raab gegenüber der BBC: „Nach den Informationen, die ich gesehen habe, finde ich die Vermutungen, dass diese Angriffe von den Huthi-Rebellen stammten, völlig unplausibel und wenig glaubwürdig“. Die Informationen, die er vorgibt, gesehen zu haben, teilte er nicht mit der Öffentlichkeit.

Er nannte aber im Gegensatz zum Außenminister der Saud-Dynastie, der dem Iran die Verantwortung zuwies, nicht den Schuldigen, sondern teilte mit, dass er „absolut sicher sein“ wolle, „bevor“ er „Verantwortung“ zuweise. „Denn dies würde bedeuten, dass die von uns ergriffenen Maßnahmen so robust und so umfassend unterstützt wie überhaupt möglich sind.“

Wenn dass nicht auf einen Krieg gegen den Iran hinausläuft, worauf dann?

Dazu heißt es im „Tagesspiegel“ (22.9.2019) unter dem Titel „Irans ‚Koalition der Hoffnung‘ – Die USA geraten im Nahen Osten ins Hintertreffen“: „Der Iran sei sicher, dass die USA auf die Angriffe auf die saudischen Ölanlagen nicht mit einem vernichtenden Militärschlag antworten würden, sagt Nahost-Experte Aaron Stein. Selbst wenn die Amerikaner ein paar Marschflugkörper auf iranische Ziele abschießen sollten, sei das Regime selbst nicht in Gefahr, schreibt der Direktor des Nahost-Programms bei der Denkfabrik FPRI in Philadelphia in einem Beitrag für die Website ‚War on the Rocks‘.“

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