Hoho in Wien und Haha in Berlin – Hoch hinaus mit Holz oder alle Achtung: Holzhochhäuser!

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Das erste Hoho in Wien.
Der Bau des Hoho Wien im Februar 2018. © 2018, Cetus Baudevelopment GmbH

Berlin, Deutschland; Wien, Österreich (Weltexpress). Dass Häuser aus Holz bis zu einer Höhe von 150 Metern möglich sind und zudem ein Drittel leichter sind als vergleichbare Stahlbeton-Türme, das wiegt als Argument schwer. Angesichts des Baugrunds am Berliner Alexanderplatz wiegt das besonders schwer.

Der Baugrund ist jetzt nicht so

Ehrlicherweise muss man mitteilen, dass die Baugenehmigung des Berliner Bezirkes Mitte für den 150 Meter hohen „Alexander Capital Tower“ der russischen Monarch-Gruppe neben dem fensterlosen und hässlichen Einkaufsklotz in Schweinerose namens „Alexa“ von Architekt Oliver Roser erteilt hat und es dort im Frühjahr 2018 losgehen soll, stockt das Hines-Projekt noch immer. Doch Schuld daran soll nicht der Berliner Sumpf sein, sondern die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). BVG und Hines sollen eine Nachbarschaftsvereinbarung unterschreiben, denn das Hochhaus von Architekt Frank O. Gehry würde direkt über BVG-Tunneln stehen und sei für den vermutlich „zu schwer“. BVG-Arbeiter und Berliner befürchten, dass die die U-Bahntunnel der U5 und U2 unter den Lasten wegbrechen könnten.

Mit einem Holzhochhaus, das ein Drittel leichter sei, brächen diese Befürchtungen wohl weg.

Doch was ist, wenn`s brennt? Richtig, Holz hält noch besser dem Feuer stand als Stahl, der schon bei geringen Temperaturen nachgibt, anders als der Rohstoff, der als nachhaltig gilt, weil er nachwächst.

Soll doch der US-amerikanische Immobilienmilliardär Gerald Hines am Alex ein Haus aus Holz bauen, von mir aus hoch hinaus, denn Holz ist schon lange nichts mehr für Landeier. Darauf weist auch Judith Lembke in ihrem Beitrag „Architekten bauen Holzhochhäuser“ in der „FAZ“ (4.3.2016) hin. „Seit Herbst 2014 entsteht im norwegischen Bergen mit „Treet“ ein 50 Meter hoher Holzbau. In Stockholm sollen bald 13 Stockwerke von einer Holzkonstruktion getragen werden, und der kanadische Architekt Michael Green plant, in Vancouver sogar 30 Stockwerke mit verleimten Schichtholzbrettern zu bauen… Auch im australischen Melbourne, in Mailand und vor allem in London sind hölzerne Hochhausprojekte entstanden oder in Planung.“

Warum also nicht 150 Meter Holzhochhaus (Hoho) in Berlin wie das Hoho in Wien? Das gilt laut „Wikipedia“ als „weltweit erstes 84 Meter hohe 24-stöckige Holzhochhaus“. „Der äußere Holzanteil wird ab dem Erdgeschoss bei 75 Prozent liegen, in den Innenräumen bestehen die Decken und Wände aus naturbelassenem Fichtenholz.“ Das klingt nicht nur gut, das sieht obendrein auch gut aus.

Mehr zum Thema im Felleshus in Berlin, wo die nordischen Botschaften sitzen. Dort findet ein Seminar mit dem Titel „Wood in Construction“ im Rahmen der Ausstellung „Nordic Urban Spaces“, die seit dem 6. Juli 2018 und noch bis zum 28. September 2018 läuft, statt, das sich mit dem Holzbau aus der Perspektive von Industrie und Nachhaltigkeit befasst. Der Schwerpunkt liege laut Veranstalter „auf den Möglichkeiten und Herausforderungen in den nordischen Ländern und in Deutschland“. Außerdem gehe es darum, was getan werden könne, „um Hindernisse für die Verwendung von Holz zu beseitigen“.

In dem Seminar soll es um Planungsprozesse, Vorschriften, technische Herausforderungen, Gesundheit, Brandschutz, Kosten, Verbraucherfragen, Lebenszyklus und anderes zum Thema Holzbau gehen. Wer sich dafür interessiert, der gehe ins Berliner Felleshus.

Irgendwann wird es vermutlich ein Holzhochhaus in Berlin geben und einen betriebsbereiten Flughafen, aber wann?

Anmerkungen:

Mehr zum Hoho Wien unter Hoho-Wien im Weltnetz.

Vorstehender Beitrag wurde in einer kürzeren Fassung unter dem Titel „Nach Hoho Wien auch in Berlin? – Hoch hinaus mit Holz“ von Ole Bolle am 3.9.2018 im KULTUREXPRESSO veröffentlicht.

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