Hinten halbwegs stabil und vorne treffsicher – Eisbären Berlin vernaschen Fischköppe in Bremerhaven

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Fischköppe
Fischköppe. Quelle: Pixabay

Bremerhaven, Deutschland (Weltexpress). In der Seestadt Bremerhaven, die einst der größte Auswanderer- und Fischereihafen Europas war, traten die Eisbären aus Berlin bei den sich selbst Fischtown Pinguins nennenden Kufenkurvern an, die besser den Namen Fischköppe auf ihren Trikots hätten drucken lassen sollen. Das hätte mehr Stil bewiesen als den, welche die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Popiesch am Mittwoch an den Tag legte.

Die Tore

Zwar verloren sie nicht 2:7 wie im ersten Heimspiel der diesjährigen DEL-Saison gegen Berlin, doch immerhin noch 1:4 (1:0, 2:1, 1:0). Vor verkündeten 4.073 Zuschauern erzielten Marcel Noels das 0:1 (13.), Jonas Müller nach Vorarbeit von Noebels das 0:2 (22.), James Sheppard das 0:3 (23.), Rylan Schwartz das 1:3 (34.) und erneut Noebels das 1:4 (59.).

… und wie sie zustande kamen

Gut, der erste Treffer von Noebels war eine Art Schlittschuhtor, denn von Bremerhavens Schlussmann Tomas Pöpperle prallte der Puck an seinen linken Schlittschuh von Noebels und von dort ins Tor. Um den Treffer zu geben bemühten die Schiedsrichter Lasse Kopitz, der gebürtige Berliner stand über Jahre als Spieler auf dem Eis, unter anderem in Nürnberg, Frankfurt am Main, Köln und Iserlohn, und André Schrader, ein ebenfalls junger Profischiedsrichter, der schon bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi pfiff und bei der Weltmeisterschaft 2014 in Minsk das Finale pfiff, den Videobeweis.

Und der zweite Treffer von Noebels war einer ins leere Tor. Die Pinguins nahmen nämlich ihren Torsteher zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Immerhin: treffsicher!

Der Treffer von Sheppard resultierte wie bei Noebels erstem Tor aus einem Abpraller. In gewisser Weise leistete Sean Backman die Vorarbeit.

Einsichten

Während der 60 Minuten verhängten die Schiedsrichter Kopitz und Schrader vier Strafminuten für Bremerhaven und zehn für Berlin. Auch in diesen zehn Minuten in Unterzahl stand die Berliner hinten stabil. Über die gesamte Spielzeit kann man das nicht behaupten.

Nach dem Doppelpack in der 22. und 23. Spielminuten nahm Popiesch Tomas Pöpperle vom Eis. Anschließend hütete Jaroslav Hübl das Tor des Gastgebers.

Bei Bremerhaven fehlten Mike Hoeffel, Jordan George und Tobias Kircher, allerdings war Chad Nehring wieder dabei. Ein Treffer von Cody Lampl für die Fischköppe wurde nach Videobeweis nicht gegeben. Der Stock war zu hoch.

Nicht vergessen wollen wir, dass Petri Vehanen im Tor der Berliner ein paar hundertprozentige vor allem nach Tempogegenstößen stark entschärfte.

Die Hofberichterstatter der Konzernmedien aus der Hauptstadt, welche die Eisbären derzeit zum Spitzenreiter hochschreiben, sollten sich das Spiel noch einmal in Gänze ansehen. Die Eisbären liefen der Scheibe oft hinterher. Jede besser Mannschaft in der DEL hätte die Fehler von Berlinern bestraft. Die Berliner waren in Bremerhaven vor allem eines: effizient. Von noch nicht einmal zwei Dutzend Torschüssen landeten vier im Netz.

Aussichten

Als Tabellendritter der Hauptrunde genannten Vorrunde fuhren die Eisbären nach Bremerhaven. Zum Spiel am Freitag gegen die Düsseldorfer EG kehren sie aus der Hafenstadt an der Weser, wo sie ihren letzten großen Bogen macht, als Tabellenzweiter zurück.

Nach drei Niederlagen in Folge wollen die Bremerhavener Fischköppe beziehungsweise die Fischtown Pinguins am Freitag gegen die Augsburger Panther gewinnen. Können sie das auch?

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