Hertha BSC rührte gegen Werder Bremen Beton an – Schiri Storks war Berlins bester Mann, Pizarro Bremens Presslufthammer

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Ein Lock im Beton. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Im Berliner Olympiastadion fand am Samstagabend der Kampf um die hinteren internationalen Plätze, also die um die zweite Liga der UEFA, statt. Durch ein Tor des ältesten Spieler in der Geschichte der Bundesliga holte der Gast von der Weser im Berliner Westend vor 49.627 Zuschauern einen Punkt.

Bremen begann gut. Doch Storks zeigte sich ganz schwach beziehungsweise als Berlins Bester. Mehrfaches Foulspiele der Berliner an den Bremern ahndete Schiedsrichter Sören Storks nicht. Das Foul vorm Berliner Strafraum an SVW-Mittelfeldmotor Davy Klaasen, der frei durchgewesen wäre, ließ Storks weiterspielen. Gelb wäre noch geschmeichelt gewesen. Doch weder diese noch andere gelbe Karten vergab der Mann in Schwarz.

Niklas Stark konnte sich nach einer halben Stunde glücklich schätzen, dass er noch im blau-weißen Trikot mitspielen durfte.

Dann ein zweiter gefährlicher Konter, der erste landete am rechten Pfosten, und Davie Selke traf am Bremer Torhüter Jiri Pavlenka vorbei zum 1:0 für Tante Hertha. Das Abseits von Salomon Kalou, der die Vorlage gab, hob Moisander auf. Die Vorarbeit kam vom aufmerksamen Ondrej Duda.

Bei einem weiteren bösen Foul an einen Bremer, Max Kruse wurde von hinten in die Beine gesprungen, gab es endlich Gelb.

Nach einem Foul von Bargfrede bekommen die Berlinern einen Freistoß in aussichtsreicher Position. Duda knallt aus gut und gerne 25 Metern einen Freistoß an die Latte (38.).

Tante Hertha ist bei Kontern stark, außerdem hängen sie den Werderanern auf den Füßen. Stark hätte bei konsequenter Auslegung der Regeln längst mit Rot vom Platz gestellt gehört.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit begannen die Grün-Weißen von der Weser stürmisch. Die blau-weißen Berliner blieben mit steilen Pässen in die Spitze gefährlich (53.), allerdings scheitern viele Versuche, weil Maximilian Mittelstädt schlecht spielt – mittelmäßig wäre geprahlt.

Duda vergab eine weitere Chance für Hertha (59.). Bremen konnte in höchster Not zur Ecke, die nichts einbrachte, klären.

Wenig später wechselte Werder-Trainer Florian Kohfeldt einen Andenstürmer ein. Claudio Pizarro dürfte für Johannes Eggestein mitpsielen (61.). Der Mann aus Peru ist 40 Jahre jung und erzielte bisher 194 Bundesligatore. Mit ihm und zunehmender Spielzeit dominierte der SVW.

Nach einem Foul an Maximilian Eggestein gab Storks keine gelbe Karte, aber immerhin einen Freistoß (65.). Bremen spielte Fußball, kümmerte sich um ein gutes, sehenswertes, erfolgreiches Spiel, ohne im Strafraum Gefahr auszustrahlen. Hertha BSC hingegen konterte im angemieteten Stadion (68.). Hertha stand mit zunehmendem Druck der Bremer immer tiefer, aber dennoch den Gästen unangenehm auf dem Fuß. Die Spieler von Hertha-Trainer Pal Dardai störten Werder immer wieder beim Spielaufbau.

Gelb gegen Philipp Barfrede, der einen Tempogegenstoß stoppte (71.).

Eine Viertelstunde vor dem Ende nahm Kohlfeld einen Doppelwechsel vor. Kevin Möhwald kam für Barfrede und Josh Sargent für Milot Rashica (75.). Ein Foul von Lazaro an Augustinson wurde mit Gelb gewertet. Der Freiststoß für Werder verpuffte (77.). Die Berliner rührten mit 5-3-2 Beton an. Vielleicht ist das auch schon eine Sechserkette.

Anschließend übersah Storks ein weiteres Foul an einen Bremer. In den letzten Minuten bröckelte der Beton nicht. Die Berliner aus dem Westend bleiben der Mauermeister der mittelmäßigen Bundesliga.

Als Ibisevic auch noch den Ball in der Nachspielzeit nicht rausgab, entblödet sich der Unparteiische nicht, sowohl Ibisevic als auch Klaaßen den gelbe Karton zu zeigen.

Das letzte Foul der Berliner an der Freistoßgrenze gab Storks immerhin in der fünften Minuten der Nachspielzeit. Pizarro trat an, fand das Loch in der Mauer und traf zum hochverdienten Ausgleich (90. plus 6).

Ein solchen Drecksfußball, den die Berliner bei einem Heimspiel ihrem Publikum boten, hat trotz Pfosten- und Lattentreffer in den ersten 45 Minuten noch nicht einmal einen Punkt verdient, oder? Dass das Spiel von Taktik geprägt war, das stimmt, aber nicht fußball-fröhlich. Was die Hertha genannte Truppe aus dem Berliner Westend bot, das war Spielverweigerung, das Anit-Fußball.

Claudio Pizarro ist dank seines Tores der älteste Torschütze in der Bestenliste der Bundesliga. Er löste mit Mirko Votava einen anderen Werderaner ab.

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