Hasta la vista, Baby! – Danny Trejo zückt die „Machete“ in Robert Rodriguez ´ Grindhouse-Hommage

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Sie ermordeten seinen Partner. Sie ermordeten seine Frau. Sie ermordeten seine Tochter. Sie nahmen ihm die Ehre Sie dachten, sie hätten ihn besiegt. Doch der am meisten gefürchtete Ermittler der mexikanischen Polizei überlebte und seine Seele schreit nach Rache. Der schier unbesiegbare Krieger, den alle nur unter dem Namen „Machete“ (Danny Trejo) kennen, taucht in Texas unter. Doch jenseits der amerikanischen Grenze wuchern Korruption, Verbrechen und Gewalt noch schlimmer als in Machetes Heimat. Ein Elektrozaun soll die Immigranten dem gelobten USA fernhalten. Außer an den durchlässigen Stellen, mittels derer der Gouverneur weiterhin den Nachschub an unterbezahlten Arbeitern sichern will. Getrieben von fanatischem Hass auf illegale Immigranten machen bis dahin der skrupellose Von (Don Johnson) und seine schwer bewaffnet Bürgerwehr im Grenzgebiet Jagd auf mexikanische Einwanderer. Machete bekommt es zunächst mit dem schmierigen Geschäftsmann Booth (Jeff Fahey) zu tun, der nebenbei von inzestuösen Gelüsten nach dem bösen Mädchen Lindsay Lohan (in „Machete“ als drogensüchtige Tochter April) geplagt wird. Booth macht Machete, der obendrein den Drogenboss Torrez (Steven Seagal) im Nacken hat, zum unfreiwilligen Komplizen eines fingierten Anschlags auf den rassistischen Senator McLaoughlin (Robert DeNiro). Nur die Revoluzzerin Luz (Michelle Rodriguez) und die aufrichtigen Grenzbeamtin Sartana (Jessica Alba) halten zu Machete, der bei Frauen gleichen Einschlag hat wie seinen Feinden – sexuell, versteht sich.

Die Handlung ist so krude, dass es der reinste Genuss ist. Keine Institution des konservativen Amerika ist Rodriguez heilig. Ohne diese angemessene Respektlosigkeit würde sein filmisches Konzept nicht aufgehen. Optisch ist „Machete“ eine Spur zu glatt, um tatsächlich als eines der Grindhouse-Features durchzugehen, wie sie in heruntergekommen Drive-Ins oder Mitternachtsvorstellungen laufen. Was die Actionkomödie amüsant macht, identifiziert sie als Imitation: großes Budget, Stars und makellose oder bestenfalls bewusst unglaubhafte Effekte. So bleibt nur die Lusta am Exzess. Schusswechsel reiht sich an Schusswechsel, Gefecht an Gefecht. Krankenschwester oder Priester (Cheech Marin), jeder schwingt in Rodriguez atemlosen Actionwerk eine Waffe, gerne auch mehrere. Bei „Machete“ ist es selbstverständlich vorzugsweise die, deren Namen er trägt. Die prominenten Nebendarsteller genießen ihr selbstironisch überzeichneten Auftritte sichtlich. In erster Linie ist „Machete“ jedoch eine Schaurahmen für deb Hauptdarsteller Danny Trejo.

Dass es Rodriguez gelingt, Tejos „Machete“ als den längst überfälligen mexikanischen Actionhelden zu etablieren, scheint dennoch unwahrscheinlich. Nicht trotz, sondern gerade wegen der tadellos auf reißerisch getrimmten Perfektion kann „Machete“ nicht Kult sein. Authentischer Trash entsteht zufällig, nicht kalkuliert. Die wahren Kultfiguren flackern um Mitternacht über abgewetzte Leinwände, weit weg von Multiplex-Kinos und Massenunterhaltung. In ihr liegen letztendlich die eigentlichen Wurzeln von „Machete“.

Titel: Machete

Land/ Jahr: USA 2010

Genre: Actionfilm

Kinostart: 4. November 2010

Regie: Robert Rodriguez, Ethan Manquis

Drehbuch: Robert Rodriguez, Alvaro Rodriguez

Darsteller: Danny Trejo, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Robert DeNiro, Jeff Fahey, Don Johnson, Steven Seagal, Cheech Marin

Kamera: Jimmy Lindsey

Musik: Chingon

Schnitt: Rebecca Rodriguez

Laufzeit: 105 Minuten

Verleih: Sony Pictures

www.machete-film.de

www.sonypictures.de

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