Harmlose Offensive der Thüringer – Nullnummer im Steigerwaldstadion zwischen FC Rot-Weiß Erfurt und BSG Chemie Leipzig

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Über 1000 mitgereiste Fans der BSG Chemie Leipzig am Sonntag, den 29. September 2019, im Steigerwaldstadion in Erfurt. © 2019, Foto: Knud Walter, BU: Ralf Triesch

Erfurt, Deutschland (Weltexpress). Dass die BSG Chemie Leipzig 1951 gegen Turbine Erfurt erstmals Deutscher Meister der DDR in einem Entscheidungsspiel in Chemnitz wurde und selbiges Kunststück am 10. Mai 1964, also am letzten Spieltag im damaligen Georgi-Dimitroff-Stadion von Erfurt durch einen 2:0-Erfolg wiederholte, das wissen heute sicherlich nur noch wenige vom Fußball begeisterte Experten.

Damals wurde dieser als sogenannter Rest von Leipzig bezeichnet, da vor Beginn der Saison 1963/64 die angeblich besten Spieler der Leipziger Clubs Lok und Rotation zum neuen SC Leipzig beordert wurden und die „schwächeren“ zur BSG Chemie gingen, die ihr Oberliga-Spielrecht wieder bekam. Trainer der BSG Chemie Leipzig war damals Alfred Kunze, nachdem der Sportpark in Leipzig-Leutzsch 1992 benannt wurde.

Für die „neue“ BSG Chemie war es am Sonntag, den 29. September 2019, der erste Auftritt im Steigerwaldstadion. 10.000 Fans der Grün-Weißen wurden wie 1964 nicht erwartet, aber eine staatliche Zahl von über 1.000 Leutzschern kamen trotzdem zusammen. Vor ein paar Wochen reisten sogar etwa 2.000 zum Flutlicht-für-Leutzsch-Spiel nach Frankfurt am Main, sahen zwar am Bornheimer Hang ein 1:5 der Chemiker gegen die Frankfurter Eintracht, konnten sich aber neben einer famosen Stimmung auch über 100.000 Euro für die geplante Flutlichtanlage freuen.

Nun, nach über 50 Jahren standen die Vorzeichen in Erfurt etwas anders. Am 10. Spieltag der Regionalliga Nordost brauchten beide Mannschaften Punkte um nicht noch weiter am Tabellenende zu verbleiben.

Pressekonferenz nach dem Spiel FC Rot Weiss Erfurt vs BSG Chemie Leipzig mit Leipzigs Trainer Miroslav Jagatic (links im Bild) Leipzig) und Erfurts Trainer Thomas Brdaric. © 2019, Foto: Knud Walter, BU: Ralf Triesch

Doch vergeblich warteten die 4.882 Zuschauer 90 Minuten auf Tore. Rot-Weiß war über die gesamte Partie nicht nur optisch überlegen, konnte jedoch die zahlreichen Chancen, die sich im Laufe der Begegnung ergaben, nicht nutzen.

Der Torschütze vom Dienst, Velimir Jovanovic, der an einem Museklfaserriss leidet, war nicht von der Partie. Er wurde schmerzlich vermisst.

Auch ohne ihn drückten die Erfurter von Beginn an aufs Tempo und erarbeiteten sich zahlreiche Torchancen. Die BSG war aber immer hellwach und auf Kontergelegenheiten bedacht.

Unter der Anfeuerung der beiden Fanblocks entwickelte sich eine sehenswerte und zugleich faire Begegnung.

Schiedsrichter Pascal Wien hatte keine Mühe, das Spiel zu leiten. Er musste nur kurz nach der Halbzeit eine Unterbrechung veranlassen, da einige Rauchwolken aus beiden Fanlagern das Spielfeld vernebelten.

Der Brdaric-Elf fehlte am Ende an die Cleverness.

Die Gäste aus Leipzig waren mit ihrem vierten Auswärtspunkt sichtlich zufrieden.

Als Nächstes steht für die Thüringer eine Auswärtsaufgabe am kommenden Samstag in Babelsberg auf dem Programm. Die BSG Chemie Leipzig tritt einen Tag später daheim zum Derby gegen 1. FC Lokomotive Leipzig an.

Daten zum Spiel

FC Rot-Weiß Erfurt: J. Theißen, L. Nový, P. Lela, P. Becken ( 77. L. Surek), D. Dittrich, A. Schmitt, F. Adomah, S. Aydemir, R. Gladrow, M. Rüdiger, M. Brasnic (65. S.Veselinović)

BSG Chemie Leipzig: B. Bellot, B. Boltze, B. Nikolajewski, M. Wajer, B. Schmidt, V. Schubert (46.F.Schmidt), R. Cvijetkovic (64. M.Keßler), A. Bury, D. Heinze, T. Kind (71. A. Wendschuch), T. Petráček

Tore: keine

Gelbe Karten: D. Dittrich – B. Bellot, A. Bury

Zuschauer: 4.882

Schiedsrichter: Pascal Wien aus Berlin

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