Kommentar: Herren in Madrid gewähren Gnade statt Amnestie – Neun Katalanen von castillianischen Besatzern begnadigt

Freiheit für Katalonien
"Freedom for Cataluny" ("Freiheit für Katalonien") steht an dieser Wand in Barcelona. Quelle: Pixabay

Madrid, Spanien; Barcelona, Katalonien (Weltexpress). Daß Katalonien immer noch von Castillianern beziehungsweise Spaniern besetzt ist, das ist klar. Das gilt auch, nebenbei bemerkt, für das Baskenland, das auch von Franzosen besetzt ist. Das Baskenland, baskisch Euskal Herria, ist in drei Bereiche gespalten, in die Region Baskenland, in die Region Navarra und die das französische Baskenland. In diesen Regionen stehen die Basken seit Jahrzehnten und Jahrhunderten unter dem Druck der Assimilation. Immer weniger Basken sprechen baskisch.

Den Katalanen ergeht es ähnlich. Auch die Balearen gehören zu Katalonien (katalanisch Catalunya). Sie kämpften weiter für ihre Freiheit und Unabhängigkeit. Nun wurden von den castillianischen Herren in Madrid neun Gefangene, zwei Frauen und sieben Männer, begnadigt.

Unter der Überschrift „Separatisten-Begnadigung – Sánchez‘ ausgestreckte Hand“ entblödet sich Reinhard Spiegelhauer in „Tagesschau/ARD“ (22.6.2021) nicht, von „den Radikalen unter den Separatisten“ zu schmieren. Wohl wahr, Katalanen der Parteien CUP und der Junts per Catalunya (deutsch Zusammen für Katalonien) verlangen Amnestie, keine Begnadigung. Carles Puigdemont, Vorsitzender von Junts, einen Radikalen und Separatisten zu nennen, das ist Lügen- und Lückenpresse. Er ist Katalane und Katalonien ist immer noch besetzt. Er kämpft für die Freiheit und Unabhängigkeit. Dummdeutsche, Antideutsche, Atlantike und so weiter werden das wohl nie verstehen.

Das Geschwätz und Geschmiere von Pedro Sánchez, der als Premier in Madrid gilt, von „einer neuen Etappe des Dialogs“ und „spanische Demokratie“ ist ein Topf voll Scheiße. Jeder Katalane weiß das auch. Auch die Basken können vom Lug und Trug in Madrid nicht nur ein Lied singen, sondern ganze Liederbücher.

Die castillianischen Besatzer verurteilten die Freiheitskämpfer übrigens im vergangenen Jahr im Zusammenhang für das Unabhängigkeitsreferendum, das am 1. Oktober 2017, das von den Besatzern massiv behindert wurde. Die Besatzer versuchten, die Volksbefragung zu verhindern. Nicht alle konnten wählen. Dennoch lag die Wahlbeteiligung bei 42,3 Prozent. Sie ergab eine Zustimmung zur Unabhängigkeit von rund 90 Prozent. Anschließend wurde wenige Wochen später die unabhängige Republik Katalanien ausgerufen.

Die Besatzer, die die Katalanen über Steuern mächtig gewaltig auspressen wie eine Zitrone, entmachteten die Regierung der Katalanen und knasteten Katalanen ein.