Drei sonntägliche Stars der Eisbären – Berliner feiern in der Champions League ein 4:3 über Djurgarden

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Die Hauptstädter bleiben in ihrer Vorrundengruppe mit Fribourg, Zlin und Stockholm mit nun drei Zählern Letzter, dürfen aber theoretisch noch vom Weiterkommen träumen.

Wichtiger dürfte sein – endlich ist die Mannschaft von Cheftrainer Jeff Tomlinson für Einsatz und Aufwand belohnt worden. Das war zuvor gegen den tschechischen Meister Zlin (Niederlage nach Penalty) und in Schweden (2:3) nicht gelungen, obwohl dies da durchaus möglich schien.

Diesmal hielten die Nerven der Berliner, obwohl die Torfolge nicht gerade beruhigend verlief:  1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 2:3. Neuzugang Petr Pohl, er hatte schon zuvor wie Frank Hördler getroffen, schaffte aber im Schlussdrittel das 3:3. Und netzte nach torloser Verlängerung dann im Penalty souverän ein, was Kollege Matt Foy nachmachte und so das 4:3 sicher stellte”¦

Coach Tomlinson war zufrieden, zumal mit Stürmer Laurin Braun (verletzt), Mark Bell (gesperrt nach Stockstich im ruppigen Hinspiel) und Verteidiger Casey Borer (noch leicht verletzt) drei Stammkräfte fehlten. „Die Mannschaft hat nie aufgesteckt und Gas gegeben, als es eng wurde. Djurgarden hat talentierte und schnelle Spieler und einen überragenden Weltmeister-Torwart mit Tellqvist. Meine drei Stars heute – ich hebe sonst nicht gern Leute hervor – waren Torhüter Petri Vehanen, Frank Hördler und Petr Pohl, die alles gaben für den Erfolg.“

Dass zwei Neulinge zu dem Trio zählen, bestätigt die Eisbären, hier einen guten Griff zur Verstärkung getan zu haben. Vehanen, der mit Finnland auch schon mal Weltmeister wurde, hat freiwillig um Zusatztraining gebeten, was der Cheftrainer natürlich „großartig“ findet. Pohl, nach dem Konkurs von Sparta Prag verpflichtet, „hat bestätigt, was wir von ihm erhofft haben – er ist der klassische Torknippser, schnell und beweglich, mit einem Riecher für Torchancen. Es ist kein Zufall, dass er in der tschechischen Liga, in der die Defensive meist gut organisiert steht, 20 Treffer erzielt hat. Natürlich kann er noch nicht alle Spielsysteme richtig kennen – ich bin überzeugt, dass er uns in der Saison helfen wird. “

Ansonsten sei er ruhig, ein angenehmer Typ im Umgang: „Er spielt die Rolle als Führungsspieler vor allem durch Leistungen auf dem Eis.“

Die Eisbären hoffen, dass Pohl bis zum Start in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) am Freitag in Augsburg den deutschen Pass erhält. Denn das würde die Situation mit den neun Ausländer-Lizenzen erleichtern. Kommt der Pass nicht, müsste man wohl den jungen Verteidiger Alex Trivellato, italienischer Nationalspieler und WM-Teilnehmer, auf Leihbasis weggeben.

Trivellato würde gern wie Stürmer Sven Ziegler – beide wurden vom Chefcoach ausdrücklich gelobt – in der DEL und im Aufgebot der Eisbären bleiben. Das Eigengewächs Ziegler (20) hatte an der Seite der routinierten Darin Olver und Barry Tallackson einen überzeugenden Auftritt. „Djurgarden und Zlin sind Gegner mit schnellen, läuferisch starken Spielern und einer guten Passqualität. Fribourg kommt mehr über das Kämpferische“, sagte der junge Mann. Sein Nahziel: „Klar, ich möchte mich für die DEL empfehlen.“
Ähnliche Ambitionen hegen Jonas Müller, Jonas Schlenker oder John Koslowski. Tomlinson: „Natürlich gehört zu unserem Konzept, junge Spieler zu fördern und zu entwickeln. Aber sie brauchen dazu Einsatzzeiten im Wettkampf. Wenn die bei uns nicht möglich sind, dann hilft es besser, wenn sie beispielsweise in Dresden Zeiten und Verantwortung bekommen.“

Gegen Stockholm kassierten die Berliner insgesamt fünf Gegentreffer in Unterzahl. Die entstand meist nach Strafen, teilweise verursacht durch läuferische Unterlegenheit. Entweder die Berliner sind noch nicht lange genug auf dem Eis oder sie haben Defizite in der Laufausbildung auf dem Eis. Das äußert sich in Unterzahl, dass auf dem größeren Drittel vor dem eigenen Kasten der Gegner nicht mehr genügend gestört wird. Zwei der drei Gegentore vom Sonntag entstanden durch solche Konstellation!

Da aber die DEL-Vertreter ähnliche Nachteile in der Champions League offerierten  und mit Ausnahme von Köln überwiegend Pleiten kassierten, hat das momentane Laufmanko wenig Aussagekraft über die Chancen im DEL-Meisterschaftsrennen.

„Die DEL ist wohl eine der ausgeglichensten Ligen in Europa. Ich bin gespannt, wie diese Saison läuft und bin zuversichtlich, dass wir eine bessere Ausgangsposition als im Vorjahr haben“, meinte Tomlinson.

Sonntag, 14.09.2014, 14.30 Uhr, ist der Heimauftakt in der 02 World gegen Straubing. Dann soll die Anzeige von tele columbus über die schnellsten Torschüsse der Gastgeber auch betriebsfähig sein.

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