Gewinnwarnung – Die TUI und der Brexit

0
330
Ein TUI-flugzeug mit der Aufschrift "TUIfly". Quelle: Pixabay

Hannover, Deutschland (Weltexpress). Heute war in Hannover Hauptversammlung des weltweit größten Touristik-Anbieters TUI AG, Hauptsitz Hannover, mit Börsennotierung in London und nicht in Frankfurt am Main, weil einige britische Pensionsfonds, laut Angaben aus der Konzernzentrale ca. 30 Prozent des Aktienkapitals, dies notwendig machen.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr (1. Oktober 2017 bis 30. September 2018) stieg der Umsatz des weltgrößten Reisekonzerns um 5,3 Prozent auf 19,7 Mrd. Euro. Doch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr ist beim integrierten Reisekonzern nicht haltbar. Erwartet wird nun ein operatives Ergebnis (Ebita) im Geschäftsjahr 2019 auf dem Niveau des Vorjahres.

Bereits vor der Jahreshauptversammlung wurde seitens der TUI deutlich gemacht, dass die optimistischen Ausblicke von TUI-Chef Fritz Joussen, die er noch im Dezember kundtat, nicht weitsichtig waren, sondern dass laut „Zeit“ (12.2.2019) „sowohl das Wintergeschäft als auch die Buchungen für den Sommer 2019 nicht so laufen wie gedacht. Der operative Gewinn für 2019 werde nur Vorjahresniveau erreichen, sagte Joussen.“

Auch könne das Ziel eines durchschnittlichen jährlichen Zuwachses von zehn Prozent für die nächsten Jahre bis zum Geschäftsjahr 2020 nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Das ist also eine Gewinnwarnung und die Aussichten scheinen kurzfristig alles andere als klar, vor allem für die fünf TUI-Fluggesellschaften. Solange das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (VK) Mitglied der Europäischen Union (EU) ist, gelten diese Flugrechte automatisch auch für die EU. Im Falle eines harten Brexits erlöschen diese Lande- und Abflugrechte. Das liegt auch daran, dass nach EU-Recht „europäische Fluggesellschaften … mehrheitlich in europäischer Hand liegen“ müssen, worauf die „Neue Presse“ (12.2.2019) hinweist. Dass das bei der TUI und ihren Fluggesellschaften wie TUIfly und TUI Airways derzeit der Fall sei, „25 Prozent gehören dem russischen Großaktionär Alexej Mordaschow“, wird hingewiesen, doch auch darauf, dass, „sollte es am 29. März zu einem ungeregelten Brexit kommen – und die Wahrscheinlichkeit ist hoch –, … die 30 Prozent Aktien der britischen Anteilseigner aus dieser Rechnung“ herausfallen würden: „Der TUI-Konzern würde nicht mehr mehrheitlich in der Hand von Europäern liegen – und könnte alle Flugrechte verlieren.“

Folglich wäre im Fall der Fälle davon auszugehen, dass die Maschinen die Menschen in deutschen Landen und umzu nicht mehr fliegen. Ob die niedersächsische EU-Ministerin Birgit Honé (SPD) auf ihrer nächsten London-Reise diesbezüglich eine Klärung erreichen kann, ist fraglich. Außer Frage steht jedoch, dass ihr die TUI am Herzen liegt, denn unausdenkbar wäre, wenn demnächst auf Flughäfen mit wartenden Reisenden ein Brexit-Chaos beginne.

Börsen-Analysten sehen dem Ausgang der Brexit-Verhandlungen offensichtlich erwartungsvoll entgegen. Dennoch schlagen sich Brexit-Informationen unmittelbar in empfindlichen Kursschwankungen nieder. Kurzfristige Tendenz: fallend. Steht daher ein Kurs-Crash mit erheblicher Kapital-Vernichtung bevor?

Wenn selbst Teilnehmer des 1971 von Klaus Schwab gegründete World Economic Forum genannte Weltwirtschaftsforum 2019 in der Schweiz deutlich machen, dass die Weltwirtschaft im Allgemeinen von einer Wachstums-Reduzierung, zumindest einem Rückgang der konsum- und ressourcenorientierten Industrien ausgehen, dann könnte ein mehr oder weniger großer Weltwirtschafts-Crash bestens ins Bild passen. Eine Rezession droht auf jeden Fall. Konjunkturzyklen kennen nicht nur Aufwärtsbewegungen, sondern auch Sinkflüge und Abstürze.

Chronistenpflicht: Die TUI AG teilt selber per Pressemitteilung (12.2.2019) mit, dass „die Aktionäre … die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2018 entlastet“ hätten. Weiter heißt es: „Die Hauptversammlung folgte außerdem dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2018 eine Dividende in Höhe von 0,72 Euro pro Aktie auszuschütten. Darüber hinaus wurde Juan Riu mit 92,38 Prozent der Stimmen erstmals in das Aufsichtsgremium des Konzerns gewählt. Frau Carmen Riu Güell hat ihr Amt mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung 2019 niedergelegt.“

Anmerkung:

Zur bevorstehenden Rezession und dem drohenden Ende des Euro genannten Geldes in einem Wirtschaftsraum, zu dem auch die Bundesrepublik Deutschland gehört, siehe den Beitrag Gigantischer Angriff auf die Deutschen – Letzter Ausweg: Euro aufgeben und zwar schnell von Ulf Peter.

Anzeige