Berliner Polizisten beschützten deutschen Journalisten vor der ägyptischen Botschaft in Berlin

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Der Journalist Stefan Pribnow musste von deutschen Polizisten zeitweilig regelrecht beschützt werden. Die Beamten vor Ort forderten Verstärkung an.

Weitere Polizisten trafen mehrere Minuten später ein. Ägyptische Sicherheitskräfte in Zivil näherten sich ebenfalls dem Eingangsbereich zur Botschaft. Die Situation wurde immer bedrohlicher für Pribnow und die Pressefreiheit. Einer der Ägypter forderte die Berliner Polizisten auf, den Journalisten an seiner Arbeit zu hindert. Eine Ägypterin aus der Botschaft fordert die Löschung des Bildmaterials.

Die Polizisten jedoch widersprachen den Forderungen des Botschaftspersonals und der ägyptischen Sicherheitskräfte und schützten nicht nur das Objekt, die Botschaft, was zu ihren eigentliche Aufgabe an diesem Abend gehörte, sondern in diesem Moment die Pressefreiheit in Deutschland.

Vermutlich deutsche Sicherheitskräfte in Zivil, die aus reichlicher Entfernung und in einem Auto sitzend die Ereignisse zu beobachten schienen, mischten sich die ganze Zeit über nicht ein.

Zwischenzeitlich kam es zu Handgreiflichkeiten durch Ägypter. Von deutschen Journalisten, überwiegend Ctour-Mitglieder, die sich vom aktuellen Regime in Kairo, vertretend durch den ägyptische Tourismusminister, Seine Exzellenz Herr Hisham Zaazou, einladen ließen und offensichtlich nicht fotografiert werden wollten, beleidigten den seiner journalistischen Arbeit nachgehenden Kollegen. Das wundert wenig, halten sich doch einige der sich als Journalisten ausgebenden Ctour-Mitglieder nicht an den Pressekodex des Deutschen Presserates. Ein weiterer Gast mühte sich, sich zwischen Journalist und geladene Gäste zu stellen, um so das Fotografieren zu erschweren. Er erklärte, Strafanzeige stellen zu wollen. WELTEXPRESS wird berichten.

Insgesamt wurden während des „Ctour-Medientreffs“, Ctour-Chef und "verantwortlich" ist Hans-Peter Gaul, vor der ägyptischen Botschaft scheinbar drei Strafanzeigen gestellt. Jedenfalls wurde dieses von drei Personen erklärt.

WELTEXPRESS bleibt am Ball und berichtet – auch über die vielen Journalisten, die in den Gefängnissen der Junta in Ägypten sitzen.

Pribnow: „Die Situation für Journalisten hat sich nach dem Putsch der Generäle im Juli 2013 in ganz Ägypten erheblich verschärft. Journalisten werden unter dem Sisi-Regime verfolgt, bedroht, gefangen genommen und gefoltert. Einigen Journalisten wird der Prozess gemacht. Ihnen wird vorgeworfen, Terroristen zu sein. Das ist ein Skandal. Und es ist eine Schande, dass deutsche Journalisten sich zeitgleich zu den schlimmen Zuständen in Ägypten zur ITB-Feier von Ctour in der Botschaft des ägyptischen Regimes versammeln.“

Michael Rediske, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen (ROG) in Berlin: „Die Art und Weise, wie Regierung und Justiz in Ägypten normale journalistische Arbeit kriminalisieren, erinnert an die dunkelsten Zeiten der Mubarak-Ära. Die inhaftierten Journalisten müssen sofort freigelassen werden.“ Was die ROG fordert, das fordert auch die Redaktion des WELTEXPRESS.

Doch diese Forderung nach Freilassung aller Journalisten in Ägypten wird beim „Ctour-Medientreff“ am „Buffet“ ”¦ beim „Networking mit den Gastgebern aus Ägypten“ vermutlich nicht Thema gewesen sein. Vermutlich ging es einigen "Ctour-Journalisten" beim Abgrasen des Buffets mehr über das Abgreifen von Pressereisen nach Ägypten.

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