Der Trump der Tropen ist in Washington – Brasilien bekommt für die VSA mehr politische Bedeutung und soll Mitglieder der NATO werden

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Die Flagge Brasiliens weht im Wind. Quelle: Pixabay

Washington, VSA; Berlin, Deutschland (Weltexpress). Dass die Vereinigten Staaten von Amerika (VSA) und die Föderative Republik Brasilien, eine Einheit seien, das erklärte heute in Washington Präsident Donald Trump, der auch Oberbefehlshaber der VS-Streitkräfte ist.

Mehrfach plädierte Trump anlässlich des Antrittsbesuches des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro im Weißen House für die Aufnahme Brasiliens in die North Atlantic Treaty Organization (NATO) (deutsch Organisation des Nordatlantikvertrags beziehungsweise Nordatlantikpakt-Organisation).

Wer auch immer sich die Karten dieser Welt anschaut, der wird feststellen, dass Brasilien nicht am Nordatlantik liegt. Die VSA richtete als Imperium und Siegermacht nach dem 2. Weltkrieg die NATO ein, um sich in Europa zu halten, die Russen draußen und die Deutschen unten.

Unter Trump scheinen sich die VSA mehr denn je um den eigenen Backyard (deutsch Hinterhof) zu kümmern, um die sozialistischen Staaten wie Kuba und Venezuela, von beiden Sprach Trump erneut, in die Knie zu zwingen.

Bolsonaro, der auch als Little Trump oder Trump der Tropen bezeichnet wird, bekräftige auf einer Pressekonferenz, die er mit Trump vor dem Weißen Haus abhielt, dass sowohl über eine militärische Zusammenarbeit zwischen beiden amerikanischen Staaten als auch über eine NATO-Mitgliedschaft Brasiliens gesprochen worden sei. Dafür muss entweder der Nordatlantik oder Brasilien verlegt werden. Eine Änderung des Namens der Nordatlantikpakt-Organisation ist wenig wahrscheinlich, zumal bei der Aufnahme weiterer Staaten an der Ostsee, am Mittelmeer und am Schwarzen Meer bereits wenig Nordatlantik war. Für den neuen Leviathan im Westen des Atlantiks, der den alten im Osten bereits nach dem 1. Weltkrieg ablöste, dürfte der Namen am Ende aber völlig egal sein.

Dafür ist im der eigene Hinterhof wieder wichtiger. Trump und Bolsonaro bauten ein Bedrohungsszenario gegenüber Venezuela auf. Sie sprachen erneut dem selbsternannten Gegenpräsident Guaidó ihre Unterstützung aus. Trump behauptete sogar, dass alle (sic!) Optionen auf dem Tisch seien.

Übrigens besuchte Bolsonaro am Montag das Hauptquartier der CIA, was nicht nur laut RT Deutsch (19.3.2019) „ein ungewöhnlicher Termin für einen Staatsbesuch in Washington“ sei. Dazu heißt es: „Mit seinem Besuch möchte das brasilianische Staatsoberhaupt seine Unterstützung für die USA deutlich machen und auf eine Verstärkung der bilateralen Handelsbeziehungen und der diplomatischen Kooperation zwischen den Staaten hinwirken.“

Ob Trump die Bekundungen von Bolsonaro als Beispiel für seine Übereinstimmung mit ihm und den VSA wertet oder als Aftergang, das ist bisher nicht klar.

Doch Trump dürft in ihn „das Paradebeispiel für einen neuen, gegenläufigen Trend“ in einst linken Lateinamerika sehen, wie es Thomas Fischermann unter der Überschrift „Kleiner Trump, was nun?“ in der „Zeit“ (19.3.2019) formuliert: „Eine ganze Reihe einflussreicher Länder in der Region, darunter Argentinien, Kolumbien und Ecuador, werden inzwischen von Konservativen oder äußerst Rechten regiert, die sich den USA annähern. In Brasilien entschied sich eine Mehrheit der Wähler für den früheren Hauptmann Bolsonaro, der sich seit Jahrzehnten als Fan der mörderischen Militärdiktatur Brasiliens in den Jahren zwischen 1964 und 1985 bekennt und der seit Jahren mit sprachlichen Ausfällen gegen Feministen, Homosexuelle, Linke aller Art und die Angehörigen benachteiligter Minderheiten auffällt.“

Beide Staats- und Regierungsoberhäupter wollen mit ihren Geheimdiensten und Militärs den letzten Sozialdemokraten und Sozialisten auf Kuba und in Venezuela gefährlich werden.

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