Der Preis vermutlich zu hoch, die Leistungen offensichtlich zu schlecht – welcher Idiot schließt solche Verträge? oder Lufthansa lässt Flüge trotz Ärger weiter von Fraport abfertigen

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Frankfurter Flughafen
Frankfurt Airport. Quelle: Pixabay

Frankfurt am Main, Deutschland (Weltexpress). Hui und pfui liegen oft nah beieinander. Manche meinen, sie seien zwei Seiten einer Medaille. Die schauen wir uns einmal näher an.

Am Donnerstag schloss die Deutsche Lufthansa AG, die zwar in Berlin gegründet wurde, aber in Köln ihren Sitz hat, einen Vertrag mit der Fraport AG. Die sitzt dort, wo sie den größten Flughafen in der Bundesrepublik Deutschland betreibt: in Frankfurt am Main.

Und weil die Eigentumsverhältnisse die entscheidenden Verhältnisse sind, schauen wir auch kurz darauf. Die Fraport AG, der Name leitet sich aus Frankfurt und Airport ab, auch wenn er sich weit ab immer mehr einbringt und abkassiert – an 26 Flughäfen ist Fraport mittlerweile beteiligt , befindet sich mehrheitlich im Staatseigentum. Was will der deutsche Staat eigentlich außerhalb seines Staatsgebietes?

Die Lufhansa befindet sich zu 100 Prozent im Streubesitz. Ein großer Eigentümer ist beispielsweise die Bougeoisie-/Fondgesellschaft Blackrock, wenn auch nur mit einem kleinen Anteil. Kleiner geworden ist auch der Anteil derer, die in Köln arbeiten, denn nicht nur in den 80er Jahren des 19. Jahrhundert wurden Bereiche von Köln nach Frankfurt verlegt, sondern 2005 auch die Geschäfte von dort aus geführt. Firmensitz Köln Augenwischerei wie so vieles bei der Lufthansa? Bei der Fraport herrscht ebenfalls nicht eitel Sonnenschein, auch wenn kürzlich Grund zur Freude bestand, denn man darf weiter Kunden der Lufthansa zu ihren Maschinen transportieren und vor allem deren Maschinen Be- und Entladen sowie sich um deren Gepäck- und Frachttransporte kümmern.

Warum eigentlich? Weil alles so rund läuft oder ist der wahre Grund Klüngel und Korruption zwischen Staat und Kapital? Dass die Fraport ein Monopol habe, das kann man schließlich nicht ernsthaft behaupten, denn da wäre noch die Wisag, die ebenfalls in Frankfurt am Main sitzt, und als mehr oder weniger undurchsichtiger Konzern auch im Bereich Flughafendienstleistungen, Bodenverkehrsdienstleistungen, Passagierdienstleistungen sowie Frachtdienstleistungen kassiert. Aus dem Bürogeflüster, auch Buschfunk genannt, filtere ich in Sachen Fraport die Worte hohe Kosten und andere Klagen, darunter die über Rabatte für Low-Cost-Anbieter wie Ryanair.

Der neue Abfertigungsvertrag scheint auf den neuesten Ärger jedenfalls keine Auswirkungen zu haben und umgekehrt. Per Pressemitteilung (23.12.2018) teilte die Lufthansa mit, dass Tausende Fluggäste gestern in Frankfurt ihre Flüge aufgrund von langen Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen verpassten. Die Wartezeiten sollen „ bis zu 90 Minuten an den Sicherheitskontrollen am Frankfurter Flughafen“ betragen haben. Damit versaute Fraport offensichtlich Tausenden Urlaubern den Start in die Weihnachtsferien.

„Obwohl sie frühzeitig zum Frankfurter Flughafen angereist waren“, heißt es bei der Lufthansa, „erreichten 3.000 Passagiere ihre Flüge nicht mehr rechtzeitig. Lange Schlangen und Wartezeiten von bis zu 90 Minuten an den Sicherheitskontrollen in Terminal 1 des Frankfurter Flughafens führten zu Unmut und Enttäuschung bei Fluggästen. Bei Lufthansa hoben 88 Flüge mit Verspätung ab, weil Gepäckstücke von Passagieren, die ihre Flüge nicht mehr erreichten, vor Abflug ausgeladen werden mussten. Die dadurch verursachten Verspätungen summierten sich auf 16 Stunden.“

Immer, wenn viel los ist am Frankfurter Flughafen, dann scheint Fraport zu versagen, oder was will die Lufthans mit dem Hinweis „In Spitzenzeiten ist das System offenkundig überlastet“ uns sagen?

Anscheinend sind die Probleme schon so lange bekannt, dass Passagiere sich wundern, warum die Lufthansa einen vermutlich teuren Vertrag mit der Fraport schloss, wenn auch noch die Leistungen mangelhaft sind. Der Preis vermutlich zu hoch, die Leistungen offensichtlich zu schlecht – welcher Idiot schließt solche Verträge?

Das wollen wir jetzt von Carsten Spohr, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa AG, wissen.

Und welche Rolle spielen bei solchen für jeden Dorftrottel ersichtlich doofen Entscheidungen eigentlich Eigentümer wie Blackrock und Politiker wie Merz, Friedrich Merz (CDU)?

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