„Den Unterschied machten bei den Eisbären die echten Deutschen“ – Nie war der Deutsche Eishockey Meister deutscher als jetzt

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Der Trainer der im Play-off-Finale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft dem EHC Eisbären Berlin 0:3 unterlegenen Grizzly Adams Wolfsburg wollte damit sagen: „Die Qualität der deutschen Spieler war beim Meister das entscheidende Plus.“

Die Wolfsburger, Vorrundenerster nach 52 Partien vor Düsseldorf und Berlin, hatten Kai Hospelt und Jochen Reimer. Düsseldorf beispielsweise den Nationalspieler Daniel Kreutzer und Patrick Reimer.

Aber die Eisbären aus der Hauptstadt hatten neben den beiden Play-off-Topscorern Stefan Ustorf (Mannschaftskapitän) und Andre Rankel noch die gebürtigen Deutschen Sven Felski, Florian Busch, Frank Hördler, Jens Baxmann und Constantin Braun als absolute Leistungsträger. Allesamt ehemalige oder aktuelle Nationalspieler.

Natürlich waren die in Kanada geborenen eingedeutschten Nationalspieler TJ Mulock und Torhüter Rob Zepp oder die Kanadier Derek Walser, Denis Pederson und Steve Walker sowie der Däne Mads Christensen enorm wichtig für das Leistungsbild der nun neben Mannheim als DEL-Rekordmeister dastehenden Berliner.

Dennoch trifft diese Feststellung zu: Noch nie war ein Deutscher Meister der Eisbären deutscher als bei der jetzigen Eroberung des silbernen Meisterpotts!
Denn in den Meisterjahren ab 2005 und davor prägten Nordamerikaner ganz wesentlich die Leistungsstärke der 2008 aus Berlin-Ost (Hohenschönhausen) in die Hauptstadtmitte und O2 World umgesiedelten Eisbären: Neben den erwähnten Walker, Pederson, Walser noch Andy Roach, Mark Beaufait, Rob Leask, der spätere kanadische Weltmeister Eric Cole…

Als es in dieser Saison ziemlich rauf und runter ging in der Hauptrunde und die Eisbären zeitweilig auf Rang sieben abrutschten, mahnten der US-Trainer Don Jackson (Spitzname „Der stille Don“) und der kanadische Geschäftsführer und quasi Manager Peter John Lee immer wieder: „Die jungen deutschen Spieler müssen sich stärker einbringen und mehr Verantwortung übernehmen.“ Ein Appell an Rankel und Busch, aber auch an die ganz Jungen wie Daniel Weiß, Laurin Braun oder Dominik Bielke.

Es war zugleich die Fortsetzung der Philosophie des in Berlin als Chefcoach tätigen Pierre Page (2002 bis 2007). Der Kanadier hatte sich massiv für die Förderung deutscher Talente eingesetzt „Wenn wir etwas Dauerhaftes für den Erfolg der Eisbären aufbauen und Eishockey in Deutschland populärer machen wollen, brauchen wir Identifikationsfiguren.“ Also gute und erfolgreiche Spieler aus nationalen Förderungsmodellen.

Und so kam es denn, dass begabte junge Akteure wie Busch, die Brüder Braun und Weiß, Hördler aus allen Eishockeyecken Deutschlands schon mit 16 oder 17 den Weg in das Eisbären-Internat fanden. Und sich erneut oder erstmals als Meister feiern lassen dürfen.

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