Das Ende der (Stachel-)Drahtkarte? – Fieser Beschiss und mieser Bankrott bei der Wirecard AG?

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Rostiger Stacheldraht (barbed wire). Quelle: Pixabay, Foto: Carlotta Silvestrini

Frankfurt am Main, Deutschland (Weltexpress). Was soll man zum Desaster bei der Wirecard AG noch schreiben. Über den Bilanzskandal und den Insolvenzantrag, von dem die Macher der (Stachel-)Drahtkarte (wire card) heute sprachen, ist genug geschrieben worden.

Beispielsweise, dass, wie es in „Reuters“ (25.6.2020) unter dem Titel „Wirecard bricht zusammen – Prüfer spricht von Betrug“ heißt, „die Wirtschaftsprüfungsfirma EY, die die Zahlen von Wirecard seit Jahren testiert hatte, sieht ein ausgeklügeltes, weltumspannendes Betrugssystem, mit dem sie ebenso hinters Licht geführt worden sei wie die Anleger. Erstmals in der mehr als 30-jährigen Geschichte des Dax kollabiert ein Mitglied des deutschen Leitindex. Die Aktien stürzten um fast 80 Prozent auf 2,50 Euro ab. Zu ihren Hochzeiten waren die Papiere knapp 200 Euro wert gewesen, noch vor einer Woche immerhin 100 Euro.“

Das Kürzel EY steht für Ernst & Young und sei laut „Wikipedia“ ein „global operierendes Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung, Risk Advisory, Financial Advisory, sowie Unternehmens- bzw. Managementberatung und klassische Rechtsberatung“ unter dem Dach der Ernst & Young Global Limited.

Nun, inwieweit die EY hinters Licht geführt wurde, das muss untersucht werden. Gleiches gilt auch für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), bei der manche Mitarbeiter nicht nur auf einem Auge blind zu sein scheinen.

Anton Hofreiter, einer von zwei Fraktionschefs der Kriegs- und Hartz-4-Partei Bündis 90/Die Grünen im Berliner Reichstag hat nicht Unrecht, wenn er meint: „Olaf Scholz und Peter Altmaier als die zuständigen Minister stehen hier in einer besonderen Verantwortung.“ Wer, wenn nicht der Finanz- und der Wirtschaftsminister müssen das Fehlverhalten ihrer Behörden aufklären und erklären. Das Mindestens ist ein Untersuchungsausschuss. Ausrufezeichen.

Der Grund ist einfach: Alle Spatzen pfiffen das Desaster von den Dächern und zwar nicht seit Tagen und Wochen, sondern seit Monaten und Jahren. Unter der Überschrift „Nach Wirecard-Insolvenz – Finanzaufsicht Bafin in der Kritik“ wird in „Spiegel“ (25.6.2020) mitgeteilt, dass „die britische ‚Financial Times‘ … schon vor mehr als einem Jahr über mögliche Bilanzmanipulationen bei Wirecard berichtet“ habe. Mal wieder ist im Mehltauland der Merkel-Regierung nichts passiert, oder wenig. Offensichtlich wussten Geldkapitalisten mehr als ihre Aufseher, denn es sei laut „Spiegel“ zu „außergewöhnlichen Kursstürzen der Wirecard-Aktie an der Frankfurter Börse gekommen“. Anschließend leitete „die Bafin und die Münchner Staatsanwaltschaft … Untersuchungen ein. Erstens geschah das wieder einmal zu spät und zweitens geschah wenig und das auch noch zu langsam.

Die Merkel-Regierung verweigerte offensichtlich jegliches Kontrollieren. Dass „es über Jahre Hinweise gegeben“ habe, das bestätigte heute sogar Christian Dürr, Fraktionsvize der Partei der Besserverdienenden im Deutschen Bundestag, kurz FDP.

Ein weiterer Skandal der hinter dem Desaster, der einen Wirtschaftskrimi offenbart. Dazu ist interessant, was auf „Wikipedia“ steht. Zitat: „Ein indisches IT-Unternehmen stehe zudem im Verdacht, einen Spähangriff auf Kritiker des Bezahldienstleisters Wirecard durchgeführt zu haben, schreibt das Handelsblatt im Juni 2020. Der Dienstleister mit Sitz in Delhi soll laut einer Untersuchung der kanadischen Forschungseinrichtung Citizen Lab eine Gruppe aus Journalisten, Shortsellern und Hedgefonds-Mitarbeitern ins Visier genommen haben, die sich mit Vorwürfen gegen Wirecard beschäftigt haben. Der Konzern bestreite, mit der Sache etwas zu tun zu haben. Auch das US-IT-Sicherheitsunternehmen Symantec, das nun unter der Marke NortonLifeLock firmiert, untersuchte die Aktivitäten der Hackergruppe und sei zu ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen: Demnach seien sechs Finanzjournalisten Ziele der Spähattacke gewesen. Die offensichtliche Verbindung zwischen diesen Journalisten seien vorangegangene Veröffentlichungen über Bilanzunregelmäßigkeiten bei einem deutschen Unternehmen. Der langjährige CTO und CEO Markus Braun trat daraufhin zurück und wurde später unter dem Vorwurf der Vortäuschung von Einnahmen und Marktmanipulation festgenommen und am Folgetag gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro auf freien Fuß gesetzt.“

Nun, wenn die Wirecard AG keiner diese Augiasställe ist, was dann? Und immer daran denken: Der Fisch stinkt vom Kopfe her!

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