Das Attentat von Christchurch in Neuseeland fordert 50 Tote – Sapere aude!

0
222
Noch fahren die Straßenbahnen in Christchurch und die Bilder davon darf man auch zeigen. Quelle: Pixabay

Christchurch, Neuseeland; Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die Zahl der Toten nach dem Attentat von Christchurch ist auf 50 gestiegen. Das teilte die Polizei nach dem Angriff auch zwei Moscheen mit. !Alle Todesopfer! seien laut „Der Standard“ (17.3.2019) „Muslime im Alter von zwei bis 77 Jahren“. Die Zahl der Verletzten wurde mit 50 angegeben, davon seien laut „Spiegel-Online“ (16.3.2019) „noch 36 im Krankenhaus“.

Dass die am Freitag festgenommenen Männer weder eine Verbindung zum Attentäter noch zum Attentat hätten. Sie waren „an einer Polizeisperre festgenommen worden und hätten Schusswaffen bei sich gehabt.“ Damit bleibt es beim Beschuldigten Brenton Tarrant, der als Rechtsextremisten und Videoechtzeitdokumentarfilmer gilt. Der Massenmörder, der sich in Polizeigewahrsam befindet und von einem Gericht des mehrfachen Mordes beschuldigt wurde, übertrug mit seiner Helmkamera live und in Farbe im Weltnetz. Über soziale Medien fand das Video Verbreitung.

In „Der Standard“ (17.3.2019) wird darüber informiert, dass „die Regierungschefin … am Sonntag in Wellington“ bestätigte, „dass neun Minuten vor Beginn der Angriffe auf zwei Moscheen am Freitag eine E-Mail an ihr Büro gegangen sei. Darin seien aber keine Tatorte oder ähnliche Hinweise genannt worden, mit denen die Anschläge noch hätten verhindert werden können.“

Premierministerin Jacinda Ardern trug nach dem Attentat ein Kopftuch.

Diese Email enthält ein Manifest. Darin nennt sich der Attentäter und Autor „ethno-nationalistischer Öko-Faschist“, der mordete, um die „weiße Rasse“ und die angeblich durch „Überbevölkerung“ bedrohte Umwelt zu schützen. Klar, es könnten auch mehrere Autoren sein, die an diesem Manifest schrieben. Nichts genaues weiß man nicht, noch nicht.

Laut stelle der Autor laut Dushan Wegner in „Achgut“ (15.3.2019) Fragen im „Frage-Antwort-Stil … , „die ein Durchschnittsjournalist stellen würde – und er gibt oft sarkastische Antworten, die mit linken und rechten Klischees spielen. Der Text wirke an „vielen Stellen … wie ironisches ‚Trolling‘ (Internet-Provokation)“ und wie „der Versuch, den Riss in der westlichen Gesellschaft weiter zu vergrößern. Die ersten Reaktionen zeigen, dass es ihm gelingen könnte. Das Stöckchen, das der Mörder in seiner Mischung aus Memes, Phrasen und perversem Sarkasmus den Linken und Medien hinhält, ist für manche viel zu verlockend“.

Wegner weiter: „Der Autor des Phrasen-Manifests will die westliche Gesellschaft spalten. Er sagt quasi: „Nehmt diesen Bullshit und schlagt damit aufeinander ein, damit vollendet ihr meine Tat!“ – Es ist zu befürchten, dass seine Mathematik aufgeht.“

Wir zählen weiter, auch die Toten, und frei nach Immanuel Kant darauf, dass jeder den habe Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Oder um es mit Friedrich Schiller zu sagen: „Erkühne dich, weise zu sein.“

Anzeige