Coming home: weltweites Umsturzmodell OTPOR im Ursprungsland USA

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"Washington Crossing the Delaware" von Emanuel Leutze. Quelle: Wikimedia, gemeinfrei, The Metropolitan Museum of Art New York City 1851

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Es war eine machtvolle Demonstration des WASP-Amerika am 3. Juli 2020 am Mount Rushmore, der Pilgerstätte, die amerikanischen „Gründervätern“, in riesigem Stein gemeißelt, gewidmet ist. Dort blickte George Washington auf den pompösen Auftritt des noch im Amt befindlichen Präsidenten Trump herab. Wohlgefällig? Man weiß es nicht so genau. Auch deshalb nicht, weil zu dem Zeitpunkt der Großkundgebung zum Unabhängigkeitstag vor dem Denkmal an anderen Plätzen der USA die Statuen des bis jüngst allgemein verehrten George Washington drohten, von organisierten Kräften von den Sockeln heruntergeholt zu werden.

Wenn man derzeit als Europäer über den Atlantik blickt, hat man einen merkwürdigen Eindruck. Man fühlt sich an Shock and Awe und den sagenhaften Bush-Krieg gegen den Irak erinnert und das Herunterholen der Saddam-Statuen, wo man ihrer habhaft werden konnte. Man muss allerdings dort, wohin amerikanische Macht seit dem Maine-Zwischenfall 1898 im Hafen von Havanna ausgreifend und weltbeglückend tätig war, sich nicht nur an Saddam Hussein erinnern. Da kann man auch an andere denken, die sichtbar gestürzt werden mussten, um amerikanische Weltpolitik möglich zu machen. Man kann mit dem „Hunnen-Kaiser“ Wilhelm den Zweiten anfangen und bei Mubarak in Kairo oder Janukowitsch in Kiew nicht aufhören.

Das mit George Washington geht an die Substanz der USA. Vermutlich haben nur Menschen in Moskau oder Leipzig in jüngster Zeit die Erfahrung damit gemacht, wenn einem der „Teppich unter den Füßen“ weggezogen wird und die bis dahin bekannte Welt der Vergangenheit anzugehören scheint. Das Gefühl ist jetzt in Amerika angekommen, denn anders können die Worte des Präsidenten Trump nicht gewertet werden. Das wirft nicht nur die Frage danach auf, was in den USA los sein wird, wenn die Wiederwahl von Präsident Trump in die sprichwörtliche Hose gehen wird? Oder die Frage danach, was zwischen Maine und Kalifornien geschieht, wenn der seit vier Jahren laufende Sturmangriff gegen Trump bei der Wahl verpufft? Die durchgehend kriegsmäßige Bewaffnung der amerikanischen Bevölkerung muss da ebenso herangezogen werden wie die mentale Auswirkung dann, wenn die allfällige Hybris kollabieren sollte. Dann ist es nicht mehr viel mit der „scheinenden Stadt auf dem Hügel“ oder der „unverzichtbaren Nation“ nach den Aussagen von Frau Albright, die 500 000 tote irakische Kinder als Embargo-Opfer für hinnehmbar halten sollte.

Es ist nicht nur Amerika, das taumelt. Es sind nicht nur die Statuen von George Washington auf amerikanischem Boden, die in Gefahr sind, vom Sockel heruntergeholt zu werden. Kaum etwas macht so deutlich wie das Gemälde, das Gründervater George Washington beim Überqueren des Flusses Delaware zeigt und den Status einer Ikone hat. Dabei ist in Vergessenheit geraten, dass der deutsch-amerikanische Maler Emanuel Leutze als Mitglied der weltbekannten „Düsseldorfer Schule“ dieses Bild bei Büderich am Rhein malte und den Rhein dann gegen den Delaware austauschte. Wenn es dabei doch geblieben wäre und dem Umstand, dass die USA für Millionen Deutscher neue Heimat werden konnte.

Wie George Friedman von Stratfor vor wenigen Jahren öffentlich sagte, bestand seit der deutschen Reichsgründung 1871 das amtliche US-Interesse darin, einen eigenständigen deutschen Faktor in dem politischen Leben Europa zu beseitigen. Über „Versailles 1919“ und der folgenden Instrumentalisierung des wesentlich aus USA und England finanzierten und in jeder Hinsicht gesponserten Herrn Hitler ist das um den Preis der moralischen Substanz des deutschen Volkes „gelungen“. Alexander Sosnowski und ich haben in unserem Buch: „Und immer wieder Versailles“ auf die Auswirkungen dieser staatenverschlingenden amerikanischen Politik der USA aufmerksam gemacht. Am Mount Rushmore und in der Rede des Präsidenten Trump äußerte sich eine für Deutschland relevante Tragik. Wie kaum ein anderer Präsident zuvor hat sich Trump für Verständigung mit Russland eingesetzt und sein Land und die Zwangspartner nicht von einem Krieg zum nächsten gehetzt. Bei den Herausforderungen für sein Land und vor allem bei dem ungehinderten Zustrom von Menschen in die USA hat er sich für die Wahrung des Rechtes eines souveränen Landes, den USA eingesetzt. Das sind zwei Kernüberlegungen für Deutschland seine Zukunft. Gerade deshalb wird er hier geradezu „offiziell gehaßt“.

Gegen seine Politik werden jetzt jene Maßnahmen umgesetzt, die seit der Auslieferung des jugoslawischen Präsidenten Milosevic mit dem Namen der Belgrader Umsturzorganisation „OTPOR“ auf amerikanisches Betreiben hin zwischen Tunis, dem Iran, der Ukraine und China in den letzten zwei Jahrzehnten trainiert und in möglichst farbenprächtigen Revolutionen umgesetzt werden konnten. Präsident Trump nennt diese Bemühungen,die er als derzeit gegen die staatliche amerikanische Ordnung gerichtet ansieht: „links-faschistisch“. Dann waren sie das auch, als sie den Staatengürtel südlich und östlich von uns in Flammen setzten. Die Lage in den USA kann man als Deutscher nur mit Goethe kommentieren: der Zauberlehrling hat es endlich nach Hause geschafft.

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