Bonn wird immer mehr ein beliebter Drehort für Filme und Fernsehproduktionen – Statistik weist für 2009 147 Produktionstage mit 169 unterschiedlichen Drehmotiven auf

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Der Westdeutsche Rundfunk, der auch ein Studio in Bonn hat und täglich Nachrichtensendungen aus Bonn und Umgebung produziert, ist als regionaler und lokaler Informationssender sehr beliebt und gerne gesehen. Der Fernseh-Redakteur Mathias Haentjes dreht zur Zeit eine Dokumentationsreihe im Zeichen von „Zeitzeugen“ mit dem Titel: „Meine Kindheit am Rhein“, die am Freitag, den 15. Januar vom WDR zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird mit Zeitzeugen vor Ort, so auch meine Wenigkeit, denn als Herausgeberin und Mitautorin des Buches „Mein Bonn“ im Zeitgut Verlag Berlin wurde er auf diese Idee gebracht. Doch es geht noch weiter. „Meine Kindheit im Ruhrgebiet wird schon am 8. Januar im WDR um 20.15 Uhr ausgestrahlt, dann „Meine Kindheit an der Grenze“ am 22. Januar ebenfalls um 20.15 Uhr im WDR – alles nicht weit weg von Bonn. So wird Vergangenheit wieder lebendig. Zeitzeugenerinnerungen werden immer beliebter, gelebte und erlebte Geschichte.

Einer der größeren Produktionen waren im Mai die dreitägigen Dreharbeiten für Dieter Wedels „Glanz und Gloria“, für die unter anderem bei einem Juwelier am Kaiserplatz, einem Frisörsalon in der Argelanderstraße, im La Redoute und einer Zahnarztpraxis in der Dyroffstraße gedreht wurde.

Übrigens: Am 20. und 21. Januar ist der Zweiteiler mit Ulrich Tukur, Jeanette Hain, Devid Striesow, Katharina Wackernagel, Sibel Kekilli, Heinz Hoenig, Cordula Trantow, Uwe Ochsenknecht und Kai Wiesinger in der ARD zu sehen. Aufwändig gestalteten sich auch die Dreharbeiten zur Dokumentation „Spielregel-Videos“, die an neun Drehtagen an sechs verschiedenen Orten in der Bonner Rheinaue entstanden ist. Initiiert von der Bonner Kinemathek gelang es, die WDR-Dokumentation „Wie die Hauptstadt an den Rhein kam“ am 22. Mai zum Auftakt des Museumsmeilenfestes als Preview im Haus der Geschichte zu zeigen. Die Szenen dazu waren an zwölf Drehtagen im Regierungsviertel, Museum Koenig, in der Villa Hammerschmidt, im Alten Rathaus, auf dem Markt und in ehemaligen Botschaften entstanden.

Neben den mehrfachen Dreharbeiten für Serien wie „Verbotene Liebe“ und „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ wurden auch Teile der ZDF-Krimiserie „Marie Brand“ mit Mariele Millowitsch und Szenen für den „Münster-Tatort“ mit Jan-Josef Liefers und Axel Prahl in Bonn gedreht.

Insgesamt weist die Statistik für 2009 aus: vier Kinoproduktionen, 16 Fernseh- bzw. Spielfilmproduktionen, 24 Dokumentationen, elf Reportagen und TV-Beiträge, 20 TV-Serienproduktionen sowie 14 sonstige Dreharbeiten etwa für Imagefilme und Werbespots. Die Fernsehproduktionen wurden von einer Vielzahl unterschiedlicher Sender ausgestrahlt. Die Senderlandschaft erstreckte sich von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten über die privaten Sender bis hin zu einer rumänischen und einer französischen Produktion sowie einem türkischen Kinofilm.

Und neue Sendungen stehen an. Bonn mit seinen vielen Stadtgesichtern, vom alten Fachwerkortsteil bis hin zum supermodernen Posttower, von der lauschigen Gaststätte bis hin zum eleganten Hotel-Ambiente, vom Rhein bis ins Siebengebirge, den Kottenforst, den Naturpark Eifel und dann die tatsächlich fühlbare Nähe zur Domstadt Köln, das lässt noch vor Ort Ideen für neue und geänderte Film- und Fernsehszenen aufkommen. Das haben auch schon viele Buchautoren erkannt, vor allem diejenigen, die sich auf Kriminalromane spezialisiert haben wie auch Wolfgang Kaes, der mit seinen vier ersten Romanen Furore gemacht hat in und um Bonn herum. Sein nächstes Werk ist in Druck und spielt in Köln, wie er verrät, aber mehr auch nicht. Doch Bonn und Köln können sich die Hand geben, das war schon zur Zeit der Kurfürsten so.

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