Angriff der Taliban in Kabul – Der Krieg gegen die Anglo-Amerikaner und ihre Hilfstruppen aus den Vasallenstaaten am Hindukusch geht weiter

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Eine Karte von Afghanistan. Quelle: Pixabay, Foto: ErikaWittlieb

Kabul, Afghanistan (Weltexpress). Wieder gab es in der angeblichen Hauptstadt des Staates Afghanistan einen Angriff der Taliban. Irgendwer muss mitgezählt haben, denn in mehreren Zeitungen wird die Zahl 16 mitgeteilt. Unter dem Titel „Taliban verüben Anschlag auf Polizeigebäude“ wird in der „Frankfurter Allgemeine“ (7.8.2019) darüber informiert, dass „es … bereits der sechzehnte größere Angriff in der afghanischen Hauptstadt in diesem Jahr“ sei.

Hauptstadt ? Die Behauptung ist gut für Gelächter unter den Eingeweihten. Das Erklären von Aschraf Ghani zum Präsidentn Afghanistans ist sogar zum Totlachen wie es das Erklären seines Vorgängers Hamid Karzai zum Präsidenten war. Karzai war und Ghani ist nichts weiter als ein Bürgermeister von Kabul und abhängig von den Gnaden der Anglo-Amerikaner.

In den Palästen in Washington sitzen die wahren Herrscher am Hindukusch und in den afghanischen Hütten die Taliban, die sich ohne einen gewaltigen Rückhalt im Volk nicht gegen die imperialen Herrscher im modernen Guerillakrieg halten könnten.

Zumindest im Pentagon, dem Kriegsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika (VSA), schein man unter der Trump-Regierung begriffen zu haben, dass man Frieden nur mit dem Feind schließen kann, weswegen mehr oder weniger hinter den Kulissen in Katar verhandelt wird.

Was für die einen, die scheinbar Dummen in den Redaktionsstuben der Vasallenstaaten der VSA, ein „Anschlag“ zu sein scheint, das ist für die Verteidiger ein Angriff auf ein „Rekrutierungszentrum des Feindes“.

Laut „Spiegel-Online“ (7.8.2019) seien „bei der Explosion einer Autobombe in der afghanischen Hauptstadt seien Dutzende Menschen verletzt worden. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.“

In „Frankfurter Allgemeine“ heißt es weiter: „Erst in der Nacht zu Mittwoch waren mehrere Explosionen und wiederkehrende Schusswechsel im Zentrum und Norden Kabuls zu hören gewesen. Ein Sprecher des Geheimdienstes NDS, Haris Dschibran, teilte über Whatsapp mit, dass Spezialeinheiten des Geheimdienstes mehrere Einsätze gegen Terroristen in verschiedenen Gebieten Kabuls durchgeführt hätten. Eine Operation sei abgeschlossen, zwei weitere würden andauern. „Das größte feindliche Versteck wurde während der Operationen zerstört“, hieß es. Allerdings gab es keine Angaben, ob Verstecke der Terrormiliz ‚Islamischer Staat‘ (IS) oder der Taliban angegriffen wurden.“

Wer den Islamischen Staat eine Terrormiliz nennt und nicht begreift, dass das ein Staat war, der zwei Staaten in die Knie gezwungen hätte, wenn nicht die VSA mit ihren Vasallen sowie die Russische Föderation und der Iran ihren Verbündeten zu Hilfe gekommen wären, wird den IS weder verstehen noch verändern.

Wenn jemand wie Tadamichi Yamamoto als Sondergesandte der Vereinten Nationen für Afghanistan meint, „mit der Intensivierung der Friedensbemühungen in den vergangenen Wochen hat auch der Konflikt vor Ort zugenommen“ (zitiert nach Zeit-Online, 7.8.2019), dann gießt er Öl ins Feuer dieses Krieges, der auch einer um Öl, um Rohstoffe und Handelswege ist.

In Zeit-Online“ heißt es ferner, dass „in den vergangenen Wochen … in dem Land mehrere schwere Anschläge mit zahlreichen Todesopfern verübt worden“ waren. „Insgesamt wurden im politischen Konflikt in Afghanistan im Juli nach UN-Angaben mehr als 1.500 Zivilisten getötet oder verletzt.“ Anschläge? Das ist Krieg und der Krieg hat nie aufgehört, seit die Anglo-Amerikaner Mitte der 1970er Jahre die Mudschahedin gegen die Regierung unter Mohammed Daoud Khan, der ab 1953 Vielvölkerstaat als Ministerpräsident regierte, in Stellung brachten. um die Südflanke der Sowjetunion in Gefahr zu bringen.

Denn Daoud Khan geriet mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland als Schutzmacht des neu entstandenen Pakistan in Streit wegen der Paschtunen, die auch Pathanen oder Afghanen genannt werden. Mehr als die Hälfte lebte im Norden Pakistans. Mit der Regierung im frisch gegründeten Islamabad, zuvor saß die pakistanische Regierung in Karatschi, gab es Ärger bis hin zu gescheiterten Aufständen. Pakistans Regierung sperrten 1961 die Grenzen und schotteten Afghanistan vom Welthandel ab. Die afghanische Wirtschaft brach ein.

Afghanistan wollte kein Vasall der Anglo-Amerikaner sein und sich nicht gängeln lassen wie die pakistanische Regierung. Gegen Indien aber auch gegen Afghanistan wurde Pakistan von den Anglo-Amerikanern aufgerüstet. Der Regierung in Kabul bleibt entweder Anpassung an Washington und London, oder Annäherung an Moskau.

Als Daoud Khan am 17. Juli 1973 die Monarchie unter Mohammed Sahir Schah unblutig stürzte und für Afghanistan die Republik ausrief und sich selbst zum Präsident, baute er auf die Unterstützung der kommunistischen Demokratischen Volkspartei Afghanistans (DVPA) und darüber auf Unterstützung aus der Sowjetunion. Zwar brachte die Zusammenarbeit für Afghanistan Fortschritt, Emanzipation für Frauen, Bildung für alle Kinder, und Elektrizität kam in die Dörfer, aber auch die Mudschahedin konstituierten sich.

Die Deutschen, die Hilftruppen in Afghanistan stellen, sind nur die Bauern auf dem großen Schachbrett der Anglo-Amerikaner.

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