Andersson-Wechsel, Glück für Union?

Sebastian Andersson als Unioner. © Foto: Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die Fußball-Fans staunen nicht schlecht. Der 1. FC Union Berlin kratzt als Bundesliga-Tabellenfünfter im Moment sogar an einem Champions-League-Platz. Sieben Spiele in Folge ohne Niederlage. Keine schlechte Bilanz.

Dabei runzelten zahlreiche Unions-Fans die Stirn, als Torjäger Sebastian Andersson sich aus der Wuhlheide in Richtung „Geißböcke“ nach Köln verabschiedete. Immerhin hat der Kopfball-Genius in 67 Spielen für die Eisernen 24 Tore erzielt. In der Karnevals-Metropole Köln muss sich der 29 Jahre alte Stürmer offensichtlich noch an die Umgebung gewöhnen.

Beim Spiel gegen seine alten Teamkollegen lief er noch recht hilflos über den Rasen. Andersson soll Torkanone Jhon Cordoba ersetzen. Davon war noch nicht viel zu sehen. Selbst die super gezirkelten Flanken von Ismail Jacobs konnte Andersson nicht für gefährliche Kopfbälle verwerten. Diesbezüglich schien er bei Union besser aufgehoben. Doch für ein geschätztes Jahresgehalt von über drei Millionen Euro verlässt man schon einmal eine liebgewordene Umgebung.

Union-Coach Urs Fischer sieht‘s deshalb praktisch: „Es geht weiter. Auch wir haben ihn gemocht. Aber es ist ein Teil dieses Geschäfts. Auf der einen Seite Kompliment für uns, wir konnten Spieler transferieren. Auf der anderen Seite verloren wir einen Spieler, der uns toll geholfen hat. Nun müssen andere Jungs die Aufgaben übernehmen.“

Diese Forderung des Trainers erfüllten Profis wie Max Kruse, Sheraldon Becker oder Marcus Ingvartsen, um nur einige zu nennen, wahrlich voll und ganz. Nur Bayern München (29) und Dortmund (20) schossen mehr Tore als die Eisernen (18). Die Lücke Andersson konnte geschlossen werden.

Im Nachhinein betrachte, erweist sich der Wechsel des Schweden von der Spree an den Rhein vielleicht sogar als Glück für die Berliner. In der vorigen Saison war das Union-Spiel voll auf Andersson zu geschnitten. Dadurch konnten die Gegner die Taktik der Berliner oft leicht durchschauen. Jetzt ist das Spiel der Wuhlheider weit variabler geworden. Das macht es selbst Spitzenmannschaften schwer, die Taktik des Teams aus dem Berliner Osten zu durchschauen. Trotz sieben verletzter Spieler fuhr der 1. FC Union ausgerechnet bei den „Geißböcken“ in Köln drei Punkte ein. Wer hätte das nach dem Wechsel von Torjäger Andersson zum Liga-Konkurrenten im September gedacht?!