Klaus Kandt will das Image der Polizei aufbessern – Berlins Polizeipräsident zieht nach 100 Tagen im Amt eine erste Bilanz, wir ziehen mit

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Quelle: Pixabay, gemeinfrei, CC0 Public Domain
Berlin (Weltexpress). Berlins neuer Polizeipräsident Klaus Kandt will das Image seiner Behörde bei den "Menschen in unserer Stadt" aufpolieren. "Wir müssen den Menschen in unserer Stadt noch mehr und stärker als bisher darstellen, was die Polizei tagtäglich und teilweise unter schwierigen Bedingungen für uns alle in Berlin leistet", sagte Kandt der Nachrichtenagentur dapd. Der oberste Polizist der Stadt ist am Mittwoch 100 Tage im Amt. Damit endet die für Spitzenpolitiker und Behördenleiter übliche Schonfrist.

Anlass genug, nun zu fragen, warum der Polizeipräsident in Berlin, warum Klaus Kandt gegen den Verleger und Journalisten Stefan Pribnow ermittelt. Mit Schreiben vom 21. Januar 2013 erhält der Chefredakteur des WELTEXPRESS eine „Belehrung / schriftliche Äußerung im Strafverfahren“, die in der warmen Redaktionsstube im Hauptstadtbüro des WELTEXPRESS im winterlichen Berlin als karnevalesken Klamauk der Krimitruppe amüsiert zur Kenntnis genommen wurde.

Die „Belehrung“ des Berliner Polizeipräsidenten Kandt ist kurz und bezieht sich auf den § 163a der Strafprozessordnung, die dem Journalisten Pribnow Gelegenheit gibt, zu einer Beschuldigung Stellung zu nehmen, vorliegende Verdachtsgründe zu beseitigen, entlastende Tatsachen vorzutragen und die Aufnahme von Beweisen zu beantragen.

Er lerne noch immer täglich hinzu, sagte Kandt gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur und auch Pribnow äußerte sich auf Nachfrage ähnlich. Unterschätzt habe Kandt die Aufgabe jedoch keineswegs. „Ich wusste auf was ich mich einlasse, was mich erwartet. Sicherlich – die Palette der Aufgaben ist groß, die Erwartungshaltung auch.“

Zur „Palette der Aufgaben“, so Pribnow, gehöre bei Kandt offensichtlich auch das Verfolgen der Presse. Womit wir zum Ort des Geschehens, einem Presseraum im Berliner Olympiastadion kommen. Dort fand am Samstag, den 18. Februar 2012, nach der Begegnung der ersten Männermannschaften der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA, die durch die Hertha BSC Verwaltung GmbH vertreten wird, die wiederum durch Michael Preetz und Ingo Schiller vertreten werden, und der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, eine Veranstaltung statt, die üblicherweise Pressekonferenz genannt wird. Preetz und Pribnow waren da und viele andere mehr.

Pressekonferenz? Mit einer Konferenz ist eigentlich eine Veranstaltung gemeint, in der Informationen zusammengetragen, verglichen, verstanden, erklärt und kritisiert werden. Handelt es sich bei der Konferenz um eine Pressekonferenz, so versuchen Pressevertreter, die hier und heute weniger von der Durckerpresse, gedruckten Zeitungen und Zeitschriften als vielmehr von digitalen Medien kommen, die vom Veranstalter gegebenen Informationen zu verstehen, zu erklären und zu kritisieren. Das Gegenstück zu einer Pressekonferenz (PK) ist Public Relations (PR).

Wer denkt, dass eine PK als Diskussion, Dialog und Debatte erfolgt, der liegt damit bei der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA völlig falsch. Dass diese Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co KGaA statt PK- allgemein PR-Veranstaltungen durchführt, das ist altbekannt, dass aber diese besondere PR-Veranstaltung zum Gegenstand eines Ermittlungsverfahren führte, das ist neu.

Dass liegt, so darf vermutet werden, daran, daß der Journalist Pribnow, der zu dieser PK mit Kaffee und Kuchen in die Katakomben des Berliner Olympiastadions geladen wurde, um daran teilzunehmen, wirklich teilnahm statt teilnahmslos aber anwesend eine Portion PR zu schlucken, die generell genauso schlecht schmeckt wie die dort ausgeschenkten Heißgetränke aus – wie es heißt – gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen.

Machen wir es kurz: Die Arbeit des Journalisten Pribnow soll dort unten damals eine beleidigende gewesen sein. Dazu Pribnow: „Mein Polizeipräsident, meinen Sie das ernst und wenn ja, wie meinen Sie das?“

WELTEXPRESS gibt nunmehr dem Berliner Polizeipräsidenten Klaus Kandt, der sich „genug Personal mit angemessener Bezahlung“ für die anstehenden Aufgaben wünscht, Gelegenheit, zeitnah Stellung zu beziehen, sich schriftlich zu äußern und Tatsachen auf den Tisch zu legen, die den Ernst des Ermittlungsverfahrens gegen den Berliner Verleger und Journalisten Stefan Pribnow unterstreichen. Mit freundlichen Grüßen, Ole Bolle.

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