Ein Hauch von Afrika – Mit Fiedlers auf Safari Tour im Hinterland der Insel Usedom

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Beim Stopp während der Safari werden die Ferngläser und Kameras schärfer gestellt.
Berlin (Weltexpress) - Langsam rumpelt der schwere Geländewagen über das unwegsame Gelände. Ein See blitzt hinter hohem Schilfrohr auf. Was steht dort auf dem Feld, fragt jemand in die Runde. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. „Ein Milan, der sich gut tarnt“, erklärt Uwe Fiedler. Die Ferngläser werden schärfer eingestellt. Mit dem Feldstecher lässt sich der König der Lüfte besser ausmachen. Doch scheinbar stört ihn unsere Neugier und rasch gleitet er mit kraftvollen Flügelschlägen in Richtung Haff davon.

Über dem See kreisen Adler. Uwe Fiedler erkennt sie alle. „Der mit dem langen schuppigen Beinen , dass ist ein Fischadler. Die brettförmigen Flügel hat nur der Seeadler, erklärt er die feinen Unterschiede und reicht das Fernglas weiter. Der kleine Abstecher aufs freie Feld zwischen Achterwasser und Schmollensee hat sich für uns gelohnt.

Zuvor an der Fledermausburg bei Neupudagla im Waldkabinett auf dem Forsthof erklärten Schautafeln die heimische Fauna und Flora. Im Steingarten steht ein über zwei Milliarden Jahre alter und sieben Tonnen schwerer Findling, den Eiszeitgletscher aus Skandinavien und dem Grund der Ostsee nach Usedom brachten. Über das holprige Pflaster des ehemaligen Herrenwegs schaukeln wir aus dem Wald ins Thurbruch hinein. Ein Großer Brachvogel fliegt uns ein Stück des Weges nach Benz voraus.

Die Benzer Mühle schmückt sich mit frischen Holzschindeln. Von oben bietet sich der beste Blick auf das verträumte Dorf mit den reetgedeckten Häusern. Durch Wiesen und Weiden geht es weiter in Richtung Süden nach Haffkrug an den Peenestrom. Schließlich ist man auf Safari und da will man Tiere sehen. Raubvögel segeln am blauen Himmel, im Unterholz wühlt ein wildes Tier. Aus dem Dickicht hetzt ein Hase, der Kuckuck unterbricht mit seinen Rufen die Stille. Und nicht Geier kreisen über dieser Szene, sondern Seeadler und Milane. Safari, mit Rangern unterwegs zwischen Pudagla und Neppermin, zwischen Mellenthiner Heide und Stettiner Haff.

Vor elf Jahren hatten Uwe Fiedler und sein Sohn Gunnar die Idee, den Urlaubern auf Usedom das kaum bekannte Land hinter dem berühmten Strand zu zeigen, die Wald- und Wiesenwildnis am so genannten Achterwasser. Seither schnuppern ihre Gäste in den Dschungeln Ostvorpommerns nur zu gern einen Hauch von Afrika, jenseits von Ahlbeck oder Heringsdorf, den legendären Kaiserbädern. Die Leute denken halt erst mal, sie können alles leicht auf eigene Faust entdecken." Und natürlich gibt es ausgeschilderte Wege, etwa entlang der Lyonel-Feininger-Strecke, dem deutsch-amerikanischen Bauhausmeister, der auf Usedom viele seiner Motive entdeckte. Aber mit Familie Fiedler macht es mehr Spaß. Zumal Uwe Fiedler und seine beiden Söhne Gunnar und Hagen keine vorgefertigten Touren abklappern. Sie stellen sich auf die Wünsche der Gäste ein.

Auf der Fahrt über die Waldwege sitzen die meisten Touristen auf dem Dach des Geländewagens. Zwischenstopps legen wir bei einer alten Windmühle, die Feinninger einst malte, ein, an Dorfhäusern oder alten Datschen am See. Die Fiedlers wissen zu allen eine Geschichte zu erzählen. Rehe huschen über Usedoms Felder.

Der Wagen hält plötzlich vor einem Flughafen. Einem sehr kleinen allerdings. Es ist eher eine größere Rasenfläche, auf der Ultra-Leichtflieger abheben. Ein kleines Extra auf der Safari-Tour, das gesondert honoriert werden muss. Mit dem Piloten Arno Wangemann nimmt man für zwanzig Minuten die Vogelperspektive ein und schwebt über den drei Kaiserbädern.

Gunnar Fiedler stoppt sein Auto erneut, dieses Mal vor einem verwunschenen See. Die Kameras klicken, die Kormorane und Fischreiher, die Schnatter- und Pfeifenten stehen brav Modell. Nach stundenlanger Hitze senkt sich endlich die Dämmerung über den Haubenhörn, das Gewässer nördlich von Liepe. Das Feuer ist heruntergebrannt. Geschichten machen die Runde, wie nach jeder Safari. Gunnar erzählt von „drüben“ und meint den polnischen Teil von Usedom, wo es mindestens so wild zugehen soll wie hier. Neuerdings kennt auch die gute alte Bäderbahn keine Grenzen mehr. Wie zu Kaisers Zeiten rauscht und faucht sie wieder bis nach Swinemünde durch, wo einmal das Bäderleben angefangen hat, damals, als noch niemand etwas von Ostsee-Safaris gehört hatte. 

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Usedom Tourismus GmbH, Waldstraße 1, 17429 Seebad Bansin, Telefon: +49 (0) 38378 / 477110, Telefax: +49 (0) 38378 /477129, Email: info@usedom.de, www.usedom.de

Insel-Safari: Tagestour ca. 10 bis 12 Stunden, täglich ab 10 Uhr, Preis ab 114 Euro pro Person, Kinder bis 10 Jahre 10 Euro bzw. Kinder bis 14 Jahre 25 Euro inklusive Essen und Trinken.

Insel-Safari, Breite Str. 12, 17389 Wolgast, Tel. 03836/20 32 90 oder 0172/31 666 34. www.insel-safari.de, Email: info@insel-safari.de

Flug im offenen Doppeldecker: Arno Wangemann (Pilot), Tel.: 0173 7 46 90 33, Email: Arno.Wangemann@t-online.de

Übernachtungstipp: KAISER SPA HOTEL ZUR POST, Seestraße 5, 17429 Seebad Bansin, Tel. 038378/56-0, Fax 038378/56-220, info@hzp-usedom.de, www.hzp-usedom.de

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