American Football – Auf dem Weg zum Super Bowl 51 (LI), 4 Teams dürfen noch hoffen

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American Football Foto: Hans-Peter Becker

Berlin, Deutschland (Weltexpress) Die ganz großen Überraschungen sind ausgeblieben in der Runde der letzten acht Teams. In der AFC hatten erwartungsgemäß die Houston Texans bei den New England Patriots keine Chance. Zwar brauchte das Team um Quarterback Tom Brady eine Halbzeit lang, um die sich tapfer wehrenden Texaner in den Griff zu bekommen. Nach der Halbzeitpause gestattete die Abwehr der Patriots dem Gegner nur 3 Punkte. Zu Beginn des letzten Spielabschnittes verwandelte Houstons Kicker Nick Novak aus einer Entfernung von 46 Yards (ca. 42 m). Das Endergebnis von 34:16 für die New England Patriots spricht eine deutliche Sprache. In allen Belangen stellte New England das talentiertere Team.

Der Gegner der Patriots wurde am Sonntagabend in Kansas City ermittelt. Ursprünglich war das Spiel am Sonntagnachmittag angesetzt. Eine Wetterwarnung, Eisregen wurde erwartet, führte dazu, dass der Spielbeginn in die Abendstunden verlegt wurde. Der Austragungsort, das Arrowhead-Stadium ist ein offenes Stadion. So gingen die Verantwortlichen lieber auf Nummer sicher und informierten bereits am Samstag alle Betroffenen über die Verlegung. Das Spiel verloren die Hausherren. Die Chiefs belohnten sich nicht für eine gute Saison. Die Pittsburgh Steelers gewannen mit 18:16. Dabei hätten die Chiefs das Spiel nicht verlieren müssen. Sie waren, wie im Vorfeld erwartet, auf Augenhöhe. Wie so oft in dieser Saison lieferten die Chiefs eine solide Leistung ab und gestatteten den Steelers keinen Touchdown. Sie sammelten ihre Punkte durch Field Goals. Es blieb ein offenes Spiel bis in die Schlussminuten. Es waren noch 2 Minuten und 47 Sekunden auf der Spieluhr und die Chiefs verkürzten durch einen Touchdown auf 14:18. Chef-Coach Andy Reid ordnete einen erneuten Angriff – eine Erhöhung auf 2 Punkte – an, auch der war erfolgreich. Warum er allerdings anschließend, in Anbetracht der Tatsache, dass nur noch 2 Minuten und 43 Sekunden zu spielen waren, nicht einem onside-kick (Chance bei Balleroberung, erneut angreifen zu können) versuchen ließ, war unverständlich. Es gab den üblichen Kickoff. Die Steelers bekamen das Ei und gaben es bis zur Schlusssekunde nicht mehr ab. In den letzten 2 Spielminuten knieten die Steelers 3mal ab und Kansas City war draußen. Das war schlechtes Zeitmanagement der Heimmannschaft. Schade für die Chiefs, sie waren 1967 Teilnehmer am Finale um den Super Bowl Nummer 1, in dieser Saison war mehr drin. So feierten die Steelers den Einzug in die Runde der letzten Vier.

Wer von den beiden schafft es in das Finale? Diese Frage wird in der Nacht von Sonntag auf Montag ab 22:30 Uhr, zu sehen bei SAT 1, beantwortet. Es stehen sich zwei sehr erfahrene Quarterbacks und Chef-Trainer gegenüber. Mike Tomlin, seit 2007 Trainer der Steelers, führte 2008 das Team zum Gewinn des Super Bowls. Ben Roethlisberger kämpft mit den Steelers zum 4mal um den Einzug in ein Super Bowl Finale und hat nur eins dieser Spiele verloren. Die Offensive der New England Patriots wird Tom Brady auf das Feld führen. Er ist fünf Jahre älter als „Big“ Ben und hat bereits sechs Spiele in der Runde der letzten Vier gewonnen und eins verloren. Diese Bilanz kann auch sein Trainer Bill Belichick vorweisen. Seit dem Jahre 2000 ist er bei den Patriots. Es ist seine 17. Saison, er ist der Otto Rehhagel oder der Volker Finke der NFL. Es wird ein enges Spiel werden. Sollte es den Steelers gelingen, die Pats unter der 23 Punkte Marke zu halten, könnte die Überraschung gelingen. Die größere Wahrscheinlichkeit spricht für einen Sieg der Patriots im eigenen Stadion.

In der anderen Division trafen die Seattle Seahawks im Georgia-Dom auf die Atlanta Falcons. Zur Halbzeit führten die Falcons mit 19:10. In der zweiten Halbzeit reichte die offensive Qualität der Seahawks mit ihrem Quarterback Russel Wilson nicht aus, dem Spiel eine Wende zu geben. Die Falcons trugen letztendlich mit 36:20 den Sieg davon und haben erneut Heimrecht. In der anderen Begegnung besiegten die Green Bay Packers die Dallas Cowboys. Im imposanten AT&T Stadium in Arlington, eine komplett überdachte Spielstätte, die je nach Anordnung der Sitzplätze zwischen 80.000 bis 108.713 Zuschauer aufnehmen kann, boten beide Teams, das bisher spannendste Spiel der Playoffs. Die Entscheidung fiel erst in den Schlusssekunden, vor über 100.000 Fans. Drei Sekunden vor dem Ablauf der Spieluhr verwandelte der Kicker der Green Bay Packers, Mason Crosby ein Field Goal aus einer Entfernung von 51 Yards. Aus dieser Entfernung zu treffen, führt nicht immer zum Erfolg. Als sichere Entfernung gilt eine Distanz von 45 Yards an abwärts. Erschwerend kam hinzu, dass er zweimal aus dieser Distanz treffen musste. Der erste Versuch wurde von den Dallas Cowboys „geeist“, sie nahmen kurz vor der Ausführung des Kicks ihre letzte Auszeit und erzwangen eine Wiederholung des Versuches. Bitter für Dallas, sie verloren das Spiel mit 31:34. Der zwischenzeitliche Ausgleich auf 31:31 in der vorletzten Spielminute fiel ebenso durch ein verwandeltes Field Goal aus 51 Yards Entfernung.

Was ist dieser Sieg für die Green Bay Packers wert? Schafft das Team um Head Coach Mike McCarthy und Quarterback Aaron Rodgers erneut einen Auswärtssieg in den Playoffs. Das Spiel um den Einzug in das Finale um den 51. Super Bowl beginnt nach deutscher Zeit um 20:15 Uhr am Sonntag, den 22. Januar, live auf ProSieben Maxx. Es wird nach Lage der Dinge wieder ähnlich knapp zu gehen, wie in Dallas. Viel wird darauf ankommen, ob die Defensive der Packers den bisher besten Angriff in Gestalt der Offensiv-Line der Atlanta Falcons stoppen kann. Das Angriffsspiel der Falcons mit Quarterback Matt Ryan ist sehr flexibel. Sie haben fast alles gleich gut im Repertoire. Es wird das letzte Spiel im Georgia-Dom sein, direkt daneben wird eine neue Arena gebaut. Sie soll am 1. Juni 2017 eröffnet werden und wird den Namen eines deutschen Autokonzerns tragen. Es sind die mit dem Stern. Die Chancen stehen fifty-fifty, beide haben Probleme in der Verteidigung. Hier sind sogar Vorteile für die Packers auszumachen. Beide stehen kurz vor dem Ziel und die Falcons haben seit ihrer Gründung im Jahre 1966, noch nie ein Endspiel um den Super Bowl erreicht.

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