Freitag, 19. Juni 2026
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Zehntausende Römer erteilten einem faschistischen Aufmarsch gegen Emigranten eine Abfuhr – Die CGIL entlarvte ihn als unverhohlene Manifestation von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, als eine Kriegserklärung an Millionen Einwanderer

Das Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II (deutsch Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II.) wird im Volksmund auch Macchina da scrivere (deutsch Schreibmaschine) oder Altare della Patria (Altar des Vaterlandes) genannt. Quelle: Pixabay, Foto. Serghei Topor

Berlin, BRD (Weltexpress). Gegen einen faschistischen Aufmarsch in Rom auf der Piazza della Liberta, mit dem angeblich ein sogenanntes Volksbegehren zur Einwanderung (in Wirklichkeit der Rückwanderung) gefordert  wurde, haben am Samstag  Bürger mit  Vereinigungen und Gewerkschaftern von der Kapitolinischen CGIL über den Partisanenverband ANPI, die Vereinigung gegen Armut Nonna Roma und dem Kulturverband Arci bis hin zu 30 weiteren Organisationen eine Gegendemonstration organisiert. Am Kolosseum formierten sich Zehntausende zu einem Marsch, der auf der Piazza Vittorio endete. Die faschistische Randale, von der Plattform Collettiva der CGIL eine „Neuauflage von Mussolinis Marsch 1922 auf Rom“ bezeichnet, wurde von einem Komitee der „Remigration and Reconquest“ organisiert, dem die schlimmsten Figuren der extremen Rechten wie CasaPound, das Patriots‘ Network und die Veneto Skinhead Front angehörten. Er fand im Rahmen der von der deutschen AfD initiierten und von der europäischen Rechten unterstützten „Remigrationskampagne“ statt. Diese unverhohlene Manifestation von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist eine Kriegserklärung an Millionen von Einwanderern (6,4 % der europäischen Bevölkerung), so Collettiva.

Laut der Nachrichtenagentur ANSA folgten dem Aufruf einige Tausend, die den rechten Arm zum „römischen Gruß“ hoben  und „Viva il Duce“ schrien. „Wir wollen die illegalen Einwanderer rauswerfen, weil sie nicht hier sein sollten“, hetzte Luca Marsella von der Casapound-Führung. Der faschistische Aufmarsch wurde von einem starken Polizeiaufgebot abgesichert. Polizeifahrzeuge blockierten die Zufahrtsstrassen, Hubschrauber und Drohnen kreisten am Himmel.

Die Organisatoren der Gegendemonstration enthüllten in einem Appell an den Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri, und den Präfekten, Lamberto Giannini (sozialdemokratische PD), die den faschistischen Aufmarsch genehmigt, lediglich das  Zeigen faschistischer Symbole verboten und nur die italienische Trikolore zugelassen hatten, die sogenannte ‚Rückwanderung‘ als eine rassistische und fremdenfeindliche Forderung, die in „offenem Widerspruch zu den Werten der Verfassung, den Grundprinzipien der Demokratie und dem antifaschistischen Charakter unserer Republik steht“. Eine  Rückführung von Ausländern in ihre Herkunftsländer zu fordern bedeute, „Ideologien wieder einzuführen, die auf rassistischer Überlegenheit, Ausgrenzung und Hass basieren und an die dunkelsten und beschämendsten Kapitel der italienischen Geschichte erinnern.

Die faschistische Randale erhielt Auftrieb   durch das  von der EU beschlossene  verschärfte Asylrecht, das Ministerpräsidentin Meloni als ihren Erfolg,  bezeichnete und ihre „Politik als Vorbild“ und „Wegbereiter“ feierte.

Weitere Proteste  gegen die „Rückwanderung“ organisierte die Basis-Gewerkschaft USB am Samstag  nicht nur in Rom, sondern auch in anderen italienischen Städten, darunter Mailand, Turin, Genua und Livorno. Auf vielen Plätzen nahmen zahlreiche Immigranten teil.

Die am Samstag von dem früheren Fallschirmgeneral Roberto Vannacci offiziell gegründete neue faschistische Partei Futuro Nazionale (Nationale Zukunft) übermittelte den von „Remigration and Reconquest“ versammelten Randalierern ihre ihr volle Unterstützung: „Italien den Italienern!“, rief Vannacci aus. Wenn es nach mir ginge, dürfte niemand nach Italien einreisen“. Vannacci gehörte der rassistischen und migrationsfeindlichen Lega-Partei von Vize-Premier Matteo Salvini an, die er verlassen hat, um bei den Wahlen 2027 gegen Meloni anzutreten, der er vorwirft, mit ihrer Partei Fratelli Italiens (FdI) nicht radikal genug zu sein und sich der EU angepasst zu haben.

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