Wo edle Tropfen reifen – La Rioja in Spanien

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Interessierte Weinliebhaber sind bei Muga jederzeit willkommen. Wenn sich morgens um neun Uhr die Tore der Bodega öffnen, warten schon die ersten Besucher auf eine Führung. Der faszinierende Weg der Trauben beginnt in der Halle mit den riesigen, 225 Liter fassenden Gärfässern. Danach werden Schritt für Schritt die Geheimnisse des Rebensaftes offenbart. Unter den sieben angebauten Rebsorten ist Tempranillo die edelste und Grundlage für den Rotwein, der erst in Fässern aus amerikanischem oder französischem Eichenholz seinen feinen Duft, Farbe und charakteristischen Geschmack entwickelt. Doch bis aus dem Saft der Trauben ein großer Wein entsteht, braucht es die Kunst der Winzer und manchmal viele Jahre. Und so lagern in den tiefen Mugakellern zehntausende Fässer und Flaschen, bevor der Wein reif zum Genuss ist. Zwei Jahre braucht der Rioja-Grianza, jeweils ein Jahr im Fass und in der Flasche. Mindestens drei Jahre sind es beim Reserva, der ein Jahr im Fass und zwei Jahre in der Flasche verbleibt. König der Weine ist der Grand Reserva – erst nach zwei Jahren im Fass und drei Jahren in der Flasche erreicht er sein volles Bouquet. Nach soviel theoretischem Wissen kann man sich bei einer Probe vom Aroma und fruchtigem Geschmack der Weine verzaubern lassen.

Neben den großen Weinkellereien und Hundertjährigen Bodegas gibt es eine Vielzahl kleiner Familienunternehmen. Auch Marina Grijalba Aranzubia ist in einer Weinbauernfamilie groß geworden. Schon als kleines Mädchen hat ihr Großvater sie oft in seinen Weinberg mitgenommen. Später, als Gästebetreuerin bei Muga, kam ihr die Idee zu einem eigenen Unternehmen, dem Riojatreck. Seit einigen Jahren können Touristen in Marinas Weinberg in Fuenmayor alles lernen über Weinstöcke und ihre Pflege, über Reife, Kontrolle und Lese der Trauben. Das Interesse daran ist groß und so begleitet die 32-jährige inzwischen auch Gäste in deutscher und englischer Sprache. Spaß macht es dann allen, in Marinas kleinem Weinkeller beim Abfüllen in Flaschen, Korken und Etikettieren selbst Hand anzulegen.

Auch in Riojas Hauptstadt Logrono ist der heimische Wein präsent, ob in der mytologischen Bodega Entranon oder den zahlreichen Vinotheken, Restaurants und Lokalen. Beim Bummel durch die lebhafte Altstadt mit ihren Flanier- und Einkaufsstraßen, den hübschen Arkaden und kleinen Plätzen sieht man immer wieder das Symbol der Jakobsmuschel und Pilger auf ihren Weg nach Santiago de Compostella. Absolutes Muss für jeden Gast ist ein Abend in der Calle Laurel, der berühmten Tapameile mit ihren Hundert Bars . Hier pulsiert bis nach Mitternacht das Leben. Man schlendert von Bar zu Bar, probiert einen der beliebten Pinchos – verschiedene Häppchen mit Sardinen, Pilzen, Fleisch oder Gemüse – und trinkt ein Glas Wein oder Bier.

Bei keiner Weinreise wird ein Abstecher nach Briones fehlen. Das mittelalterliche Städtchen mit schönen Herrenhäusern und einer Kirche aus dem 16. Jahrhundert schmiegt sich an einen Hang. Von oben bietet sich ein weiter Blick auf die weinbewachsene Ebene und die Gebirgskette der Sierra Cantabria. Doch das eigentliche Highlight ist das Museum für Weinkultur Dinastia Vivanco. Mitten in ihren Weinfeldern haben die Vivancos für sich und alle Weinliebhaber ein wunderschönes Haus errichtet, nach dem Motto: "Wir wollen dem Wein zurückgeben, was er uns gegeben hat.“ Das futuristische Museum – im Juni 2004 von König Juan Carlos eröffnet – präsentiert den Wein in seiner ganzen Vielfalt: von archäologischen Fundstücken, jahrhundertealten Maschinen und Geräten zur Weinherstellung bis zu Alltags- und Kunstgegenständen. Besonders bestaunt wird immer die Sammlung von mehr als 3000 Korkenziehern aus aller Welt. Ausgestattet mit einem elektronischen Museumsführer in Deutsch erlebt der Besucher eine unterhaltsame und spannende Reise durch das Universum des Wein. Und mancher nimmt danach als Souvenir eine Flasche Vivanco mit nach Hause.

Reise Info

Spanisches Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 63, 10707 Berlin, Telefon: 030/882 65 43, Fax: 030/882 66 61, Email: Berlin@tourspain.es, Website: www.tourspain.es, www.spain.info

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