Was steht an in Österreich oder Der Fall des Gernegroß Sebastian Kurz und die Spaltung der ÖVP

Am 16. Mai 2019 nahm Bundeskanzler Sebastian Kurz an der dringlichen Anfrage der NEOS im Parlament teil. Quelle: BKA, Foto: Arno Melicharek

Wien, Österreich (Weltexpress). In der Diskussionssendung „Im Zentrum“ mit Claudia Reiterer als Moderatorin äußerte sich Matthias Strolz im „ORF“ am Samstag, den 16.10.2021. Der am 10. Juni 1973 in Bludenz, Voralberg, geborene Strolz, der als Unternehmer in Österreich tätig ist und von 2013 bis 2018 Abgeordneter der Neos in Wien war und auch Klubobmann eine Art Geschäftsführer beziehungsweise Fraktionsvorsitzender, sowie Gründungsmitglied und von 2012 bis 2018 Bundesparteivorsitzender der Partei NEOS – Das Neue Österreich, warf Sebastian Kurz (ÖVP) „moralischen Verluderung, die unter dem Hund“ sei, vor.

Im Gespräch mit „Wien heute“ im „ORF“ sprach er von einer „Clique von Typen“ die „Macht gewollt haben“. Strolz empfahl Kurz laut „Kleine Zeitung“ (17.10.2021) unter der Überschrift „Harte Worte – Ex-Neos-Chef Strolz über Altkanzler Kurz: „Es ist vorbei“, „sich noch vor Weihnachten ganz aus der Politik zurückzuziehen, um einer möglichen Spaltung der ÖVP entgegenzuwirken“.

Strolz sprach zudem von einer „vorhersehbaren Tragödie“. Strolz kritisierte Kurz bereits am 14.5.2017 und schreib von „Intrigen und Hinterhältigkeiten beim Wegmobben von Reinhold Mitterlehner“, die „auf Kurz zurückfallen werden“.

Patrick Budgen sagte Strolz: „Die Geisteshaltung“ von Kurz und anderen „war bekannt“, weswegen er nicht von der Wortwahl beim Chatten überrascht gewesen sei.

Strolz habe 2016 mit Kurz verhandeln. Damals sei „im Raum“ gestanden, „ob wir eine gemeinsame Plattform machen“ und damit bei der Wahl antreten. Kurz sei damals „inhaltlich noch woanders“ gewesen. Strolz sei damals ein Fan von Kurz gewesen, der zu der Zeit Staatssekretär für Integration gewesen sei. Strolz: „Die war gut, wichtig für Österreich.“ Deswegen seien Irmgard Griss, Sebastian Kurz und er auf die Idee gekommen, gemeinsam eine Plattform zu schaffen. Diese Verhandlungen habe Strolz nach eigenen Worten im Spätherbst 2016 abgebrochen, „als ich aus diesem Erleben heraus erkennen mußte, daß ist nicht integer. Hier will eine Clique von Typen einfach nur Macht. Die haben keine Idee, wo sie das Land hinführen wollen. Das ist völlig beliebig, sondern die wollen einfach eine Karriere.“

Daß die Olivgrünen mit diesen Typen in Wien koalieren, das scheint diese einen Scheiß zu scheren.

Zudem sieht Strolz einen Abschied der ÖVP von Sebastian Kurz. Das könnte also auch eine Spaltung der Partei bedeuten. Das könnte ähnlich wie bei der FPÖ mit Heinz-Christian Strache. Strache, der seine Mitgliedschaft ruhen lassen wollte, wurde suspendiert. Dann trat er am 20.2.2020 der offiziell am 12.12.2019 gegründete Partei Die Allianz für Österreich (DAÖ) bei. Als Spitzenkandidat scheiterte er bei der Wiener Landtagswahl mit 3,27 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die DAÖ wurde übrigens am 14.5.2020 in Team HC Strache – Allianz für Österreich (THC) umbenannt. An dem Tag wurde Strache Bundesparteiobmann dieser Kleinstpartei.

Zurück zu Kurz und zur ÖVP. Strolz sprach von einer „moralischen Verluderung“ und dieser Verlogenheit „von der privaten Lebensführung bis zur Inszenierung des Kanzleramtes“ bei Kurz. Alles sei „eine Kunstfigur“ und „die Menschen werden das sukzessive auch erkennen“, erklärte Strolz und auch, daß er bereits 2016 erkannt habe, daß „die Lüge“ bei Kurz „ein Standardinstrument“ sei.

Was bleibt? Die drohende Spaltung der ÖVP 2016 steht noch bevor sowie der tiefe Fall des Sebastian Kurz.