Vor dem Bankenbeben und Bankensterben – Nieder mit dem „Ring Fencing“ oder die Umzäunung einreißen?

Ein Blick auf Bankfurt beziehungsweise das Bankenviertel in Frankfurt am Main. Quelle: Pixabay, Foto: Dagobert

Frankfurt am Main, Deutschland (Weltexpress). Vor dem Bankenbeben und anstehenden mächtig gewaltigen Fusionen von Banken sollen Zügel gelockert werden, damit die stärksten Pferde losgaloppieren können. Die Aufsehen wollen nicht nur weggucken, sondern Zügel zerschneiden. Kenner und Kritiker sprechen und schreiben auch von Lockerungen von Kapitalvorschriften für Banken und Bankster.

Wozu das führen wird? Zu noch mehr Lug und Trug, zu noch weniger Kontrolle und also auch Strafe für die Lügner und Betrüger.

In „Reuters“ (14.10.2020) wird unter dem Titel „Regulatoren erwägen weitere Lockerungen für Banken“ mitgeteilt, dass es „bei einem Treffen des Financial Stability Board (FSB) Ende November um das sogenannte ‚Ring Fencing‘ gehen“ solle, wie es aus dem FSB, das eine Behörde ist, hieß.

Ring Fencing? Das ist ein Ringzaun, also eine Umzäunung, aus dem Bankster nicht rauskönnen. Laut „Reuters“ zwinge „diese Vorgabe … Banken dazu, ihre ausländischen Gesellschaften jeweils mit genügend Kapital und Liquidität auszustatten, damit sie im Krisenfall ohne Belastung der Steuerzahler abgewickelt werden können.“ Dass das die Bankster nicht mehr wollen, das ist klar.

Sie würden damit argumentieren, dass nach ihren „Erfahrungen“ mit „der globalen Finanzkrise vor einem Jahrzehnt … viele Aufsichtsbehörden“ befürchten würden, „dass im Ernstfall die Heimatländer der Banken den Abfluss von Geldern zur Rettung der ausländischen Töchter verhindern“. Wohl wahr ist auch, dass die Staatsdiener selten dämlich wie die Deutschen wären, wenn sie das nicht tun würden.

Das Umzäunen dient auch der Abschottung von Verlustbringern, gerne Cash-Fresser genannt, vom gewinnbringenden, profitträchtigen Kern- und Kapitalgeschäft. Im Grunde werden – salopp formuliert – Wertetreiber und Wertevernichter getrennt. Ring Fancing dient auch der Separierung von riskanten Geschäften vom Butter-und-Brot-Geschäft. Venture-Kapital und Venture-Aktivitäten werden abgetrennt.

Weil die Aussichten für die wirkliche Wirtschaft alles andere als rosig sind und das in der schlimmsten Krise nach den letzten Großkriegen, diese aber mit Geld vollgepumpt und also mit „langweiligen“ Kredite versorgt werden müssen, sollen die Kapital- und Liquiditätsvorgaben weiter gelockert werden. Der Zaun, der auch der Einhegung der Monetaristen zum Schutz von Industriellen diente, soll eingerissen werden, angeblich zum Wohl der Industriellen.

Das ist selbstverständlich ein Wahnsinn, den die Deutschen vermutlich mitmachen werden. Sie reiten sich höchstselbst in den Dreck, aus dem sie sich am eigenen Schopf nicht werden herausziehen können.

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