„Vin & Primeur“ auf dem Dreistrom Rhône, Saône und Beaujolais! – Eine sechstägige Flusskreuzfahrt von Lyon-Avignon-Lyon

0
399
© WELTEXPRESS, Foto: Eva-Maria Koch

In der Sonne über der Rhône wiegen zwei Schwäne im Takt der Wellen vor dem Flusskreuzfahrtschiff an der Anlegestelle. Eine Rose gibt es für die Passagiere zur Begrüßung. „Schnell vor dem Ablegen noch eine kleine Runde durch die Altstadt Lyons!“, gibt ein Insider aus Lübbeck einen Tipp an alle. Lyon’s weiße alte Herrschaftshäuser mit den schmiedeeisernen Balkonen schimmern rötlich im Sonnenuntergang und schnell wird klar, wieso Lyon und Paris im Wettstreit um den Platz der Nr. 1 liegen – Lyon ist eine sehr reiche Stadt! Auf langen Uferpromenaden frönen Jogger, Biker und Fußgänger den Leidenschaften einer modernen Universitäts-, Wissenschafts- und Industriegroßstadt. Von den Hügeln grüßen Notre Dame de Fourvière und ein kleiner Eiffelturm, der kleine Bruder dessen in Paris!

Nach der Sicherheitseinweisung an Bord mit Begrüßungssekt heißt es „Leinen los!“. Die erste – haushohe – von unendlich vielen Schleusen wird passiert und leise gleitet das Schiff durch die Fluten. Zum Abendessen warten Delikatessen der Region am reichhaltigen Buffet, bevor die in wohnlichen Farben eingerichtete Kabine mit französischen Balkon bezogen wird. Eine Rose steht dekorativ in einer Vase. Ein sehr entspannendes Gefühl entsteht beim Gleiten auf dem ruhigen Wasser durch die dunkle Nacht! „Asterix“ Jean-Marie ist am Steuer und die sechstägige Kreuzfahrt kann beginnen.

Kalksandsteinschluchten der Ardèche, Grotte de la Madeleine und Lavendelfelder Der erste Landgang erfolgt am Morgen in Viviers. Eine Gruppe fährt mit Bikes eine Route entlang der Rhône – die andere macht einen Busausflug in die Ardèche zu 30 km langen Kalksandsteinschluchten, Grotten und Lavendel. Vorbei an kilometerweiten Lavendelfeldern und Weinbergen geht es zur Schlucht der Ardèche, die in den Kalksandstein atemberaubende Felsformationen gegraben hat. Vom  Aussichtspunkt „Belvedere des Gorges“ in Serre de Tourre bietet sich ein weiter Blick über die gebirgig anmutende karge Kalksandsteinlandschaft mit seinen Höhlen, Schluchten und Bögen. Eine Gruppe wilder Ziegen, Feinschmecker wie es scheint, knabbert sich mit akrobatischen, halsbrecherischen Manövern geschickt durch den provenzalischen Maquis mit Rosmarin, Thymian und Bohnenkraut. „Diese unverdorbene, ursprüngliche Atmosphäre fast frei von Touristenströmen erklärt, warum es so viele Camper und Rafter hierhin zieht.“erläutert die Saarländerin Sabine, die der Liebe wegen hier wohnen blieb. Bei dem natürlichen Felsentor Pont d’Arc, den die Ardèche schuf, erzählt sie „Die Ardèche ist für Kanu- und Kajakfahrten geeignet. Wenn sie im Spätsommer durch Regenfälle meterhoch anschwillt, werden Rafting-Wettkämpfe ausgetragen.“

Weiterfahrt zur Grotte de la Madeleine in Saint-Remèze. Atemberaubende Formationen von Tropfsteingebilden: Stalagmiten, Stalagtiten, Kolonnnen und filigrane, Theatervorhängen ähnliche hauchdünne Tropfgebilde bis hinunter auf eine Tiefe von 65 Metern. Vor dem Einstieg noch einmal bei Blick in die Tiefe der Schlucht – magisch, die wilde Ardèche und die karge Felslandschaft. Die Belohnung für mutige Kletterer erfolgt in Form von Castagnou-Apperitiv aus Kastanienlikör mit Weißwein – im engen Flussoberlauf dominieren Kastanienbäume.

Zurück an Bord wartet eine gepflegte Atmosphäre im ansprechenden in warmen, hellen Tönen gehaltenen Design und ein unvergleichlich gutes provencalisches Buffet. Die nächste Schleuse ist ebenfalls haushoch – die Rhône ist der schleusenreichste Fluss, da sie viele Höhenkilometer zu überwinden hat.

Sur le pont d’Avignon…

Geankert wird in Avignon für den Stadtrundgang in der Stadt der Päpste, Unesco Weltkulturerbe. „Sur le pont d’Avignon“ – das alte Kinderlied erzählt nicht vom Tanzen auf der Brücke, sondern unter der Brücke!“ erklärt Jocelyn, die hübsche Fremdenführerin, heute tummeln sich nur vereinzelt Touristen dort. Nach dem Durchschreiten der imposanten Festungsmauer durch das Stadttor wird durch die mittelalterlichen, gut erhaltenen Gassen der historischen Altstadt flaniert mit ihren Boutiquen, die Produkte der Provence  wie Lavendel, Olivenbäume und bunte Stoffe feilhalten.

Es folgt der gotische Papstpalast, XIV Jahrhundert, mit seinen vielen Herrschern, Räumen, Türmen, Kapellen, Küchen, Conclave – und Festsälen, Schlafgemächern, Fresken, Wandmalereien, Skulpturen, Fresken – nicht zu vergessen, der Weinkeller! Schnell noch einen Blick auf die spätgotische Kirche St. Pierre mit ihrer kostbaren Renaissance-Holztüre, verziert mit kunstvollen Schnitzereien und ihrer Fassade mit reliefartigen Flamboyant-Ornamenten; Ein kurzes Verweilen bei den eleganten Boutiquen, Parfümerien, antiken Plätzen mit riesigen Plantanen. Avignon verführt zur Wiederkehr – vielleicht zum Theaterfestival im Sommer?! Zurück an Bord wartet ein raffiniertes Amuse-Geule und ein Glas Champagner um das Panorama von Avignon bei der Abfahrt auf Deck genießen zu können.

Schleuse um Schleuse

Mit einer Geschwindigkeit von 24 km/h lässt sich herrlich entschleunigen vorbeigleitend an Burgen und Schlössern. 2005 wurde das Schiff extra auf einem Frachttanker von der Werft Rostock über’s Meer in die Rhône transportiert und ist genau auf die Abmessungen der vielen Schleusen konzipiert.

1000 Liter Bier pro Woche, 120 Flaschen Sekt, 280 Flaschen Wein – die Passagiere sind durstig und auch die Bordbar ist auch mit einem Life-Diskjockey gut bestückt: Let’s dance! Sicher manövriert der Kapitän Jean-Marie durch die vielen Schleusen – manchmal passt noch genau ein Blatt Papier zwischen die haushohen Wände und das Schiff.

Der große, ruhige Strom glüht im Sonnenuntergang – auch das vorbeiziehende Kernkraftwerk Tricastin glüht – von Sonne, Gott-sei-Dank! Fukushima ist weit!

Gala Wein-Dinner

Ein ganz besonderes Abendessen wartet: ein Gala-Wine-Dinner. Schließlich fahren wir durch die allerbesten Weinanbaugebiete Frankreichs!

Von der „Vieille Ferme“ serviert der Sommelier Moritz Côtes du Ventoux 2010, von „Perrin & Fils“ Côtes du Luberon, Côtes du Rhône und einen Muskatwein Perrin Muscat de Baumes de Venise 2008, ein wahres Balsam! Mi-Confit vom Lachs, mariniertes Kalbsfilet und Dublin-Bay Garnele an Mandelmilch vor Pistou-Suppe, gebratenes Perlhuhnbrust, französische Käseplatten vermitteln ein Feeling von Sterneküche – ausgelassene, fröhliche Stimmung kommt auf! Der Weingott créiert ein Gefühl wie auf rosa Wolken im Verlauf der Reise! Wie gut, dass die Kabinen so nah sind nach den köstlichen Tropfen und die Rhône ein ruhig fließender Strom ist!

Stadtbesichtigung von Lyon – Seidenfabrik und Les Halles

Kapitän Jean-Marie fährt das Schiff sicher durch die Nacht und viele Schleusen. In seeligem Schlummer gut ausgeruhte Passagiere ankern in Vienne: Landgang mit Besichtigung der Seidenfabrik in Lyon (Lyon war die Seidenweberstadt) oder Besichtigung von „Les Halles“.

Lyon war eine Hochburg der Seidenproduktion – heute noch rudimentär vertreten. Hermès lässt hier produzieren! Eine Stadtrundfahrt in Lyon mit seinem zwei Flüssen Rhône und Saône beeindruckt! Als erstes wird die Basilika Notre-Dame de Fourvière auf einem Hügel an der Rhône gelegen besichtigt. Über eine über und über mit Figuren und Symbolornamenten verzierte hohe Fassade fällt innen das Sonnenlicht durch kunstvoll gefertigte Kirchenfenster auf ein vergoldetes Interieur mit prächtigen, geschichtsträchtigen Wandgemälden, die von Jeanne-D’Arc und Schlachten von Königen erzählen. Von einer Promenade vor der Basilika ist ein Panoramablick über Lyon möglich – von hier aus  sieht man die beiden Lyon durchziehenden Flüsse und ihren Zusammenfluss am Stadtrand am besten. Die Busrundfahrt entlang der Ufer von Rhône und Saône führt vorbei an der Universität mit ihren vielen Fakultäten, an hohen, schmalen, typisch ockerfarbenen Wohnhäusern, an ehemaligen Fabriken, die heute z.B. als Kunstschule dienen. Ein Haus verdient einen besonderen Stopp: Trompe d’oeuil, die „Augentäuscherei“ -Malerei ist häufig zu finden, um die hohen Brandmauern der Häuser zu verschönern. Dieses am Quai St. Vincent der Saône gelegen, stellt Mieter in einem Wohnhaus vor, wie sie sich über die kunstschmiedeeisernen Balkone hinweg unterhalten, aus den Fenstern schauen oder die gute Luft genießen.

Paul Bocuse, die Bouchons von Lyon, Traboullieren und „Les Halles“

Im Parterre Geschäfte und hier sehen wir neben dem „Des „Bistrots de Cuisiniers“ Monsieur Paul Bocuse in seinem „Le Pot Beaujolais“ Restaurant lächelnd aus der Türe schauen – mit weißem Kochhut und in weißer Montur. Vorbei an den Quaies mit ihren Bouquinisten geht es zum „Traboullieren“. Dieses durch versteckte Gässchen gehen ist heute eine Touristenattraktion, entstanden aus der Not, sich unentdeckt vom Feind durch die eigene Stadt bewegen zu können.

Kunstvolle dekorierte Hinterhöfe und Gänge sind nur durch Klingelcodes an Haustüren zu beschreiten. „Bouchons“ – den typischen, rustikalen Restaurants Lyons, in denen geröstetes Wildschwein, Entrecôte oder fette Würste serviert werden, also keine nouvelle oder haute cuisine. In „Les Halles“, den berühmten Markthallen von Lyon finden wir neben Lyoner Spezialitäten und Delikatessen auch den Metzgerstand der über 80-jährigen Sibili und ihrer charmanten Tochter, enge Freundinnen von Paul Bocuse, der hier ebenfalls gelegentlich persönlich einkauft. Fotos in der Vitrine, auf denen Bocuse Sibili im Arm hält, sind beredte Zeugnisse!Bei der Weiterfahrt an der Saône entlang prangt uns auch schon von weitem das Schild seines rot- und ockerfarbenen großen Hauses mit Restaurant entgegen, Wallfahrtsort für all seine Fans!

Das mittelalterliche Dörfchen Pérouges ruft, weshalb an Verweilen nicht zu denken ist. Pérouges war Filmkulisse für viele Filme, so auch für die Musketiere. Das Singen der Klingen der tapferen Recken ist fühlbar und tatsächlich versetzen die aus hellen Steinen gefügten Häuser mit ihren Butzenfenstern, Dachschindeln und gepflasterten Wegen ins Mittelalter. Flüchtlinge aus dem italienischen Perugia brachten sich hier in Sicherheit und Pérouges erinnert an ähnliche mittelalterliche Städtchen in Italien. Im besten auf Hotelrestaurant am Platz, in dem noch alles in originalgetreuem Dekor gehalten ist mit rustikalen Möbeln, glänzend gewienerten Kupfertöpfen und authentischem Porzellan, serviert Jeanette gekleidet in mittelalterliches Spitzenhäubchen und weißer Rüschenschürze, mit „Bon appetit!“ lächelnd die örtliche Spezialität „Galette“, ein großer, runder Kuchen, der wie Streuselkuchen schmeckt. Golden leuchten die Häuschen im Abendrot bei der Abfahrt über’s Land zurück nach Lyon, entlang der Rhône. Die Prachtbauten, auch das königliche Palais, entlang des Ufers sind bereits illuminiert – Lyon, die Stadt des Lichts wird sie auch genannt. Die Basilika erstrahlt hell und prächtig vom Hügel Fourvière. Daneben der Lyoner Eiffelturm, der mit dem Pariser Eiffelturm im Wettstreit liegt. Obwohl kleiner, ist er doch der höhere, da er auf dem Fourvière-Hügel erbaut wurde. Helle Köpfe, die Lyoner!

Das Schiff ist auch schon wohnlich erleuchtet und der Chefkoch überrascht neben getrüffeltem Poulet, Backkartoffeln und Ratatouille mit einer riesigen Auswahl an französischen Käsen: vive la France, das Land mit 500 bis 1000 Käsesorten. Schon de Gaulle beschwerte, wie man ein Land regieren könne, das mehr Käsesorten habe als das Jahr Tage.

Panoramapassage in Lyon

Für seine Passagiere ist Kapitän Jean-Marie, dem gestandenen Kapitän,  nichts zu schwierig! Als besonderes Highlight bietet er eine Panoramapassage unter den Brücken der Rhône entlang der Confluence, des Zusammenflusses, auf die Saône. „Kopf weg!“ heißt die Devise, sonst ist er ab! Und tatsächlich erfordert es eine besondere Disziplin der Passagiere, sich zu ducken und in die Hocke zu gehen, wenn unter den teilweise extrem niedrigen Brücken gefahren wird. Glühwein wird gereicht und Brücke nach Brücke erschließen sich die hell angestrahlten Sehenswürdigkeiten und Prachtbauten, deren Vielzahl und Faszination Staunen machen! Dazu erschallen dazu an Deck französische Chansons, nicht nur die Piaf darf „schmettern“! Ein wohlig sentimentales Gefühl erschließt französisches „savoir vivre“ und die Köpfe sind noch alle dran nach der stimmungsvollen Tour. „Non, je ne regrette rien!“ darf mitgesungen werden! Noch ein kleiner Swim im Pool auf dem Deck und ab in die Koje!

Macon und Klosteranlage von Cluny

Gegen Mitternacht wird abgelegt Richtung Macon. Vor dem Frühstück am nächsten Morgen geht es erst einmal ins booteigene Fitness- und Sportstudio – so viele Leckereien und Spezialitäten müssen auf dem Trimmrad abgestrampelt werden. Ein Gang in die Bord-Sauna ist hier auch sehr hilfreich!

Vorbei an Burgunds Weinbergen, Schlössern und verzaubert wirkenden Landschaften und Dörfchen   geht es von Macon aus im Bus nach Cluny zur mittelalterlichen, romanischen Benediktiner-Klosteranlage. Einst ein sehr einflussreiches religiöses Zentrum wurden in der französischen Revolution bedauerlicherweise viele der Gebäude zerstört. Es gibt aber immer noch sehr viel zu bestaunen: das  mit reichhaltigen Ornamenten verzierte bischhöfliche Palais, Klostertürme, das kleine Kloster, Wohnhäuser der Bediensteten, Bogengänge, Stallungen. Auf einer 3-D-Videotafel  wird das Gesamtensemble originalgetreu simuliert, auch ein großes Holzmodell zeigt den wahren Umfang der Baulichkeiten von damals. Heute gehört das Kloster mit seiner cluniazensischen Baukunst zum Weltkulturerbe. Die Steine der Kirche wurden zum Neubau einer benachbarten Pferdezucht „Haras National“ verwendet. Im ehemaligen Klostergebäude findet sich heute eine Elite-Berufsschule. Unweit von Cluny hat der Schweizer Frère Roger Schütz einen bekannten religiösen Jugendtreffpunkt und Wallfahrtsort gegründet, in dem alle Religionen willkommen sind, auch Atheisten. Eine geistig Verwirrte erstach Frère Roger während einer Messe und ein Confrère leitet den Orden heute. 2011 tagte Taizé in den Messehallen von Berlin. Wieder in Macon noch schnell ein Rundgang durch Macon vor dem Mittagessen an Bord. Ein Muss ist die Besichtigung eines alten Haus, berühmt für seine an Schnitzereien reiche Holzfassade berühmt ist. In der Altstadt finden sich neben Geschäften eine sehenswerte mittelalterliche Kirche mit zwei spitzen Türmen und Rosette und ein schmuckes Rathaus.

„Vin et Primeur“ im Weinmuseum „Hameau en Beaujolais“

Nach dem Mittagessen geht es über zum eigentlichen Motto der Reise:  „Vin et Primeur“! Bachus ist hier zuhause und wir sind im „Beaujolais“-Weinanbaugebiet. Im Bus geht es vorbei am Weingut „Domaines de deux Rochers“ durch hügelige Weinberge bei Solutré-Pouillyzu den „2 Rochers“ – zwei Felsformationen mit Panoramabblick, auf deren luftigen Höhen sich Mitterand gern mit anderen Politikern zum Gedankenaustausch traf.

Die Sonne weichzeichnet die märchenhaft anmutende Landschaft mit ihren kleinen Weindörfern. Auf den Auen weiden die weißen Charolais-Kühe, eine besonders robuste Rasse. Vegetarier weghören – ihre Steaks sind besonders schmackhaft! Man kann ja nicht immer nur Coq au vin essen! Rot leuchtet das Weinlaub unter der Windmühle des Weingutes Windmühle – „Domaine du Moulin à Vent“. Die Windmühle ist zu besichtigen und der Qualitätswein kann gekostet werden – der Weg zum Weinmuseum führt vorbei an knorrigen Pappeln und endlich leuchtet das rote Backsteinhaus des „Hameau Georges DuBoef“ auf.

Es erinnert ein wenig an Walt Disney-Anlagen und es ist sicherlich eine Geschmacksfrage. Nach dem Durchschreiten eines umfangreichen Museums mit allen Arten von Werkzeugen und Behältnissen, die mit dem Weinbau zu tun hatten und haben folgt ein Raum, in dem ein Plastik-Weinbaum mit einem Weinbauern auf der gegenüberliegenden Seite der Bühne spricht, auf der mittels eines mechanischen Puppentheaters der Weinbau in aufeinanderfolgenden Sequenzen bis zur Ernte dargestellt wird.Der Beaujolais wird aus der Gamay-Traube hergestellt und der Wein wird – im Gegensatz zu anderen Weinen – hergestellt, indem man die Trauben beim Gären zerplatzen lässt und sie nicht zerstampft.

In einem anderen Raum werden die verschiedenen Weinlagen entlang der Rhône samt ihren Weinen  auf einer riesigen Relief-Wandtafel präsentiert. Für jedes Anbaugebiet der verschiedenen Beaujolais leuchten Lämpchen auf, die die Region markieren: Chénas, Moulin-í -Vent, Pouilly-Fussé, St. Amour, Juliénas, Fleurie. Sehr interessant ist dann auch die darauffolgende Verkostung genau dieser Weine und des Beaujolais Primeur in einer urigen Weinstube, in der Georges DuBoef riesige Kirmes-Orgeln aufgestellt hat, für die er eine Schwäche hat. Beaujolais überall, auch im Shop. Am 3. Donnerstag im November heißt es überall im Land: „Le Beaujolais nouveau est arrivée!“ – „Der neue Beaujolais ist angekommen!“- das war und ist ein Schlachtruf, auf die Weinliebhaber früher nach einem langen Winter warteten, der den alten Wein in den Fässern langsam umkippen ließ. Aber nicht nur früher! Bunte Fahnen auch an Bord – das ganze Land feiert und Bacchus gießt sein Füllhorn aus mit nie versiegendem, roten Beaujolais-Strom. „Drei Flüsse fließen hier – die Rhône, die Saône und der Beaujolais! Kapitän Asterix Jean-Marie’s Worte klingen nach auf der Fahrt zurück nach Lyon.

Die Sommeliers an Bord entkorken Flasche nach Flasche, die rubinrot gefüllten Gläser klingen eins ums andere, ein Akkordeon spielt romantische, französische Weisen zur fröhlichen, ausgelassenen Stimmung: Santé – Prost oder auch: „À une santé qui nous est chère: la nôtre!“ (Auf eine Gesundheit (santé), die uns teuer ist: die unsere!) Die Franzosen verstehen, zu leben!

Quellen:

A-ROSA Flusskreuzfahrt mit der A-ROSA LUNA „Vin et Primeurs“
http://www.a-rosa.de/kreuzfahrten/rhonesaone/routen-2012/route-vin-primeur.html

Dumont Reiseführer: Flusskreuzfahrten in Frankreich
http://www.trescher-verlag.de/reisefuehrer/kreuzfahrten-und-flusskreuzfahrten/flusskreuzfahrten-in-frankreich.html

Anzeige