Triest und Friaul-Julisch Venetien – Land an der Adria am rechten Stiefelschaft Italiens

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Und doch ist es uns Deutschen so verwandt. Insbesondere in der herzhaften, österreichisch anmutenden Küche hat sich die Habsburgerische Herrschaft ihren Niederschlag gefunden.

Haupt- und Hafenstadt Triest

Mit rotem Teppich, Blasmusikkapelle, Buffet und Gesang werden wir in Triest, der Stadt von Donna Leon’s Commissario Laurenti, persönlich vom Bürgermeister und italienischem Fernsehen empfangen. Nein, wir sind keine Filmstars, sondern die Gäste, die mit dem ersten Autozug auf der neueröffneten Bahnstrecke Berlin-Triest ankamen. Schon im Zug wurden wir mit den Spezialiäten der Region verwöhnt, am Bahnhof fließt der gute Friulano-Wein und Käse, Schinken und delikates italienisches Brot werden gereicht. Triest hat zwar einen Flughafen, aber mit der Bahn über die Alpen ist schon ein intensiveres Erlebnis und komfortabel dazu.

Wir checken im Hotel Viktoria Trieste, einem zeitgemäß renovierten stilvollen Hotel mit allem Komfort in der Innenstadt, ein und erhalten anschließend einen Transfer zum Schloss Miramar, wo unsere Motorradfahrerkollegen vis-í -vis schön am Meer gelegen einquartiert wurden.

Schloss Miramar

Auf den ersten Blick ähnelt Miramar Schloss Neuschwanstein, es wurde jedoch von dem Habsburger Erzherzog Ferdinand Maximilian erbaut. Es hat eine magische Ausstrahlung mit märchenhafter Lage direkt an der Adria.
In seinem Innern versetzt einen das prunkvolle Interieur in Kaiserin Sissis Zeiten und ein phantastischer Blick auf’s Meer kehrt den Dichter und Philosophen auch in uns hervor. Nach einem Spaziergang durch den  bemerkenswerten Schlosspark fahren wir zurück nach Triest und speisen in einem typischen, kleinen Restaurant. Grazia, unsere Führerin (Guida) erklärt uns, dass in Italien die Leute oft denken, das Restaurant sei belegt, weil so viele Menschen vor der Türe stünden. Dabei sind es nur die Raucher, die draußen ihrer Sucht frönen müssen.

Schloss Duino – wo Dichterfürst Rainer Maria Rilke seine „Duineser Elegien“ verfasste

Am nächsten Morgen checken wir aus zu unserer Rundfahrt durch das Friaul. Auf dem Weg zur Sonneninsel Grado fahren wir an der Adria entlang und halten am Neuen Schloss Duino, wo der Dichterfürst Rilke die erste seiner Duineser Elegien verfasste nach einem Spaziergang auf dem schönen Wanderweg an der Adria entlang. Er glaubte damals eine Stimme zu hören, die ihm zurief "Wer, wenn ich schriie, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?“

Grado – Sonneninsel und Kurort nicht nur für Großfürsten oder Die Sandtherapie – Psammotherapie

Im Rücken die Julischen Alpen fahren wir über den aufgeschütteten Damm, der vom Festland zu dem berühmten Badeort führt, den schon damals Kaiser Franz Joseph für sich als Kurort bevorzugte mit seiner Meerwassertherme. Grado war bereits vor Venedig „en vogue“. Grado: mit ihrem mondäne Charme ähnelt sie einem italienischen Sylt. Nicht zufällig nennt man Grado auch die Sonnen- oder Goldinsel – alle ihre Strände weisen nach Süden. Die Sandtherapie unter ärztlicher Aufsicht (Psammotherapie) bietet Erkrankten aus dem rheumatischen Formenkreis Linderung und Atemwegserkrankungen werden im Kurhaus mit Aerosolinhalationen behandelt. Nach einem kleinen Bummel durch die bezaubernde Altstadt des 8000 Einwohner großen Städchens ist ein leichtes Mittagessen avisiert, jedoch in der Osteria bin ich schon nach dem „primo“ (erster Gang) satt und dachte, das war’s. Mit dem „secondo“ (dem zweiten Gang) ging es dann erst richtig los: Was isst man am Meer? Meeresfrüchte: gut und in reichhaltiger Auswahl!

Aquilea – ein archäologisches Kronjuwel

Nach dem Mittagessen fahren wir in Richtung Aquilea, 15 Autominuten von Grado entfernt. Aquilea ist „Geschichte pur“: Reste der römischen Stadt im Freien, der Fluss-Hafen, das Forum und die Via Sacra und nicht umsonst finden hier jährlich etliche Wissenschaftskongresse statt, die immer neue Details aus der Hülle und Fülle antiker Schätze erklären können. Besonders beeindruckend und faszinierend ist die mittelalterliche Basilika mit dem bedeutensten frühchristlichen Fußbodenmosaik Italiens aus dem frühen 4. Jahrhundert – einmalig in seiner Größe und Pracht. Grazia, unsere Fremdenführerin, erklärt uns die Symbole, die die Christen als Mosaik in den Boden legten und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus während der halbstündigen Führung. Venedig lief im Laufe der Jahre Aquilea den Rang ab. Trotzdem ist Aquilea ein faszinierender Zeitzeuge! (Bild!!!)

Lignano – das Florida Italiens

Wir fahren weiter in den westlichen Teil vom Friaul, zum Strand- und Badeurlaubsort Lignano, der auf der Spitze einer Halbinsel liegt. Sein 8 km langer Strand teilt sich in drei Abschnitte: Sabbiadoro, Pineta und Riviera.
Sabbiadoro heißt Goldsand und dieser Goldsand wird gepflegt wie ein Augapfel. Morgens, in aller Herrgottsfrühe ziehen schon die Traktoren mit den Rechen ihre Runden, um den Sand von Müll zu befreien.
Lignano eignet sich für Urlaube mit und ohne Familie, aber auf Kinderfreundlichkeit wird größten Wert gelegt. Viel wird den Kleinen geboten und im Stadtzentrum lädt eine langgestreckte Einkaufsfußgängerzone zum Bummeln und Amüsieren ein. Wir übernachten in einem typischen Strandhotel mit Swimmingpool.

Lagune von Marrano

Am nächsten Morgen wird uns eine ganz besondere Überraschung geboten: Eine Bootsfahrt in der Lagune von Marrano. Mit leise tuckerndem Motor fahren wir durch Vogelschutzgebiete an den malerischen Reetdachhütten der Fischer vorbei, die die ruhige Lage auf kleinen Insellagunen nutzen, um am Wochenende kleine Grillparties zu feiern. Freundlich winken Sie uns zu. Unser Skipper kocht uns Spaghettis und kredenzt Friulano, den Wein der Region, früher Tokajer genannt.
Es ist sehr entspannend, dem leisen Motorengeräusch des Bootes zu lauschen, geschützte Vogelarten in ihren Nestern zu beoabachten und zu sehen, wie die Fischer ihre riesigen Netze einholen.

Udine – eine Stadt zum Verlieben

Nach diesem malerischen Ausflug fahren wir weiter nach Udine, Hauptstadt der Provinz, wo San Daniele liegt, Produktionsort des berühmten Schinkens. Udine ist mit ihrer Mischung von ihrer klassischen Schönheit und Moderne eine Stadt zum Verlieben. Meine italienische Lieblingssängerin wie Gianna Nannini oder auch Madonna und andere internationale Stars treten hier auf. Es gibt viel zu besichtigen: das Schloss, viele mittelalterliche Piazzi im ältesten Stadtteil und besonders empfehlenswert ist das Diözesanmuseum mit Kunstschätzen von Tiepolo, Fresken und Gemälde und andere Kostbarkeiten sakraler Kunstwerke.

Wir checken im Hotel Ambassador ein, welches stilvoll alt und modern verbindet, bummeln durch Udine und dinieren in der modernen Trattoria al Chiari , wo uns friulanische Köstlichkeiten serviert werden.

Cividale – Stadt der Langobarden

Am nächsten Morgen brechen wir auf nach Cividale, der Stadt der Langobarden. Hier beeindruckt in aller erster Linie die Teufelsbrücke über den Natisone-Fluss. In der Altstadt sind der Dom und seine Piazza zu bestaunen. Neben dem Dom gibt es das Museo Cristiano mit dem Langobarden-Thron und dem Callixtus-Taufbecken. Hier gibt es auch Fresken und Darstellungen langobardischen Alltags.

Mittagessen in einer Wein-Kellerei in der Umgebung von Cividale. Unsere Motorad-Kollegen haben in der Zwischenzeit das Friaul auf und ab befahren und kehren ebenfalls im Weingut ein, um von ihrem Motoradparadies berichten und zu schwärmen.

Mit zwei Flaschen friulanischem Wein im Gepäck fliegen wir voll von bezaubernden Eindrücken ab Venedig Richtung Berlino.

Infos

ENIT – Italienische Zentrale für Tourismus, Barckhausstr. 10, 60325 Frankfurt am Main, Telefon: +49 (0)69 259126, Website: www.enit.de

Website der Tourismusagentur "Agenzia Turismo Friuli Venezia Giulia": http://www.turismofvg.it

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