Vernebelte Betrachtung – „Don Carlos“ kam mir nicht spanisch vor beim Theatertreffen

Berlin (Weltexpress) – Ist Philipp II ein Revolutionär, der tollkühn dem Treiben der Inquisition ein Ende setzt? Bei Roger Vontobels Inszenierung von Schillers „Don Carlos“ am Staatsschauspiel Dresden drängt dieser Gedanke sich auf. Gerade noch wurde der König zur Rede gestellt, weil er durch die Erschießung des Marquis Posa der Inquisition ins Handwerk gepfuscht hat, und schon handelt Philipp   wiederum eigenmächtig und selbstherrlich: Anstatt, wie bei Schiller   vorgegeben, Carlos lebend der Inquisition auszuliefern, erschießt Philipp seinen Sohn und sagt dann, wie von Schiller geschrieben, zum Großinquisitor: „Kardinal! Ich habe das Meinige getan. Tun Sie das Ihre.“, so, als sei die Inquisition   ein Beerdigungsunternehmen.

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