„Todesflieger“? – Boeing 737 Max 8 bleiben besser am Boden, oder?

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Eine Boeing 737 Max 8 über den Wolken. © Boeing

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Maschinen der Marke Boeing mit der Bezeichnung 737 Max-8 bleiben besser am Boden, oder? In fünf Monaten sind zwei Maschinen, die mehr oder weniger nagelneu waren, abgestürzt.

Die Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines solle laut „Newshub“ (11.3.2019) vier Monate alt gewesen sein, die der Lion Air nur zwei Monate.

Der Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien forderte 157 Tote, darunter fünf Deutsche. Beim Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Indonesien starben 189 Menschen. Dazu heißt es in „Spiegel-Online“ (11.3.2019): „Bei beiden Unglücken habe es ‚gewisse Ähnlichkeiten‘ gegeben, teilte die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC mit. Beide Flüge waren bei guten Wetterverhältnissen kurz nach dem Start in Schwierigkeiten gekommen. Ein möglicherweise ähnlicher Fehler in der Elektronik konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden.“

Dass „China, Indonesien und Äthiopiens nationale Fluggesellschaft … deshalb ein Startverbot für alle baugleichen Maschinen“ verkündeten, das wundert wenig. Wenn in den nächsten Monaten noch eine Boeing 737 Max 8 abstürzt, dann wäre das zu viel des Schlechten.

Kein Flugzeug von Boeing ist so erfolgreich wie die 737. Über 10.000 Exemplare wurden bisher verkauft. Laut „Zeit“ (11.3.2019) habe Boeing „bereits mehr als 350 dieser Flugzeuge“ 737 Max 8 „verkauft, „mehr als 5.000 weitere seien bestellt“ worden.

„Todesflieger“?

Doch Boeing habe, so Kritiker, diesen „Jet über die Jahre verschlimmbesserte“. Marco Evers nannte die 737 Max im „Spiegel“ bereits am 23.11.2018 „Todesflieger“. Er kritisiert u.a., dass der Konzern die 737 aus den „Sechzigerjahren“ des vergangenen Jahrhunderts immer wieder „aufbrezeln, verschlanken und verjüngern“ lies, „damit sie es am Markt mit deutlich jüngeren Modellen wie dem A320 neo von Airbus aufnehmen kann“. Spielen die Verantwortlichen von Boeing in der Firmenzentrale in Chicago mit dem Leben von Menschen?

Die 737-Max-Familie besteht aus vier unterschiedlich großen Versionen 737-7, -8, -9 und -10, die zwischen etwa 150 und gut 230 Passagieren Platz bieten. Fluggesellschaften in allen Regionen haben die Max bestellt, allerdings ist sie in Europa noch nicht sehr verbreitet.

In „Süddeutsche Zeitung“ (11.3.2019) wird darüber informiert, dass „bis zum Montag … die beiden von den zwei Unfällen direkt betroffenen Airlines Ethiopian und Lion Air sowie Cayman Airways die 737-8 außer Betrieb genommen“ hätten. „Dass China die Flotte ebenfalls aus dem Verkehr zog, hängt damit zusammen, dass die Regierung traditionell mit drastischen Entscheidungen einschreitet, um sich später auf keinen Fall dem Vorwurf auszusetzen, etwas versäumt zu haben. Denn unter den Opfern des Fluges ET302 waren auch acht Chinesen.“ Nun, das mag die Meinung der „Süddeutschen Zeitung“ sein und sie mag stimmen, doch diejenigen, die behaupten, dass das mit dem permanenten Handelskrieg zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten zu tun, könnten auch richtig liegen.

Richtig ist zudem, dass Boeing eine angekündigte neue Software für den Bordcomputer der 737 noch nicht ausgeliefert hat, worauf Gerald Traufetter im „Spiegel“ hinweist. Steckt der Fehler im Flugcomputersystem?

Viele Fragen werden laut. Von einem Imageschaden für Boeing wird nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen.

Wie dem auch sei, die Tui prüft den weiteren Einsatz der Boeings 737 Max 8. Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt wird in „Spiegel-Online“ wie folgt zitiert: „Wir stehen in engem Kontakt mit Boeing und werden mit dem Hersteller die Situation bewerten.“ Im Falle einer Stilllegung dürften 15 Maschinen dieses Typs, „die in Großbritannien und den Benelux-Staaten stationiert sind“, betroffen sein. Sie seien die bereits ausgelieferten von insgesamt 72 bestellten Maschinen, mit denen es laut Dünhaupt bisher „über 10.000 Flüge … und keinerlei Beanstandungen“ gegeben habe. „Sobald es Erkenntnisse seitens der Behörde und Boeing gebe, würden diese entsprechende analysiert“ und die Tui würde umgehend reagieren, so Dünhaupt weiter gegenüber WELTEXPRESS.

Boeings Aktionäre reagierten bereits. „Im frühen Handel verlor der Aktienkurs des Unternehmens“ laut „Frankfurter Allgemeine“ (11.3.2019) bereits „10 Prozent an Wert“.

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