Tigernase im Wind – Der dynamische „Kia Sportage“

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Der Crossover Utility Vehicle genannten Wagen hat optisch aber weit mehr zu bieten. Außergewöhnlich sind in der Seitenansicht seine niedrigen Scheiben und die extrem hohe Gürtellinie. Das Verhältnis Blech zu Glas liegt bei 2:1. Auf diesen Wert kommen sonst nur flache Sportwagen. Peter Schreyer erreichte durch diesen Designtrick, den Sportage trotz seiner Länge von 4,44 Metern muskulöser und bulliger aussehen zu lassen. Bedenken, aus Sehschlitzen schauen zu müssen, braucht der Sportage-Fahrer jedoch nicht zu haben. Wer innen sitzt und nach außen schaut, merkt nichts Nachteiliges vom schönen Schein. Nur nach hinten ist die Sicht leicht eingeschränkt, aber dafür gibt es ja die praktische Heck-Kamera, die zeigt was hinterm Wagen los ist. Raumgefühl und Platzangebot sind – ob vorne oder hinten sitzend – angenehm. Auch beim Kofferraumvolumen übertrifft der Sportage viele seiner Konkurrenten. 480 Liter sind es bei aufgestellten Lehnen, bis zu 1353 Liter passen bei umgelegten Sitzen hinein. Leider ist die 1,70 Meter lange Ladefläche nicht ganz eben.

Eine Besonderheit ist das neuartige Dynamax-System, einem Meilenstein in der Geschichte von permanten, vollaktiven Allradsystemen. Dynamax steht im ständigen Informationsaustausch mit der Steuerungselektronik des Fahrzeugs. Damit ist die ständige optimale Gewährleistung des Drehmoments zu beiden Achsen immer gegeben. Dynamax überwacht permanent die aktuellen Fahrbedingungen und ermittelt so die wechselnden Anforderungen an den Antrieb. Das eigentlich Besondere dabei ist die perfekte Simulation eines mechanischen Differentials. Alle Vorteile eines solchen Systems werden genutzt ohne die Nachteile wie Leistungsverlust, Gewicht und Kosten zu haben.

Aktuell bietet KIA zwei Motorisierungen an. Neben einem Zweiliter-Benziner mit 163 PS kann der Kunde einen Diesel mit 136 PS kaufen. Die meisten Fahrzeugführer dürften sich wie bisher für den Selbstzünder entscheiden. Er ist laufruhig, leise, zieht schon ab niedrigen Drehzahlen kräftig los und soll sich als Fronttriebler mit 5,5 l/100 km (CO2-Ausstoß: 147 g/km) zufrieden geben. Die Marke 120 g/km verfolgen die Kia-Techniker mit dem in Rüsselheim (Kia R&D Center) entwickelten 1,7-Liter-Diesel. Bei 115 PS soll er auf einen Verbrauch von 4,8 Liter kommen, was den Sportage zum Sparmeister seines Segments machen würde. Geplant ist der kleine Diesel für Anfang diesen Jahres. Zeitgleich hält dann auch ein 1,6-Liter-Benziner (140 PS) Einzug in den Crossover, ebenfalls eine Neuentwicklung und KIAs erster Benzindirekteinspritzer. Beide Motoren verfügen über ein Start-Stopp-System, beide bekommen ein manuelles Sechsganggetriebe.

Zum Einstiegspreis von „unter 20000 Euro“ bekommt man also ein großes Stück Auto mit innovativen und überzeugenden Neuerungen. Guter Wagen.

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