Taiwan galoppiert ins Jahr des Pferdes

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© Taiwan Toursim

Weil dieser zweite Neujahrstag des Jahres auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende festgelegt ist, verschiebt sich das Datum nach europäischer Zeitrechnung von Jahr zu Jahr. In Taiwan sind der Vortag des Neujahrsfestes und die ersten drei Tage des neuen Jahres gesetzliche Feiertage – also diesmal die Zeit vom 30. Januar bis 2. Februar (Donnerstag bis Sonntag).

Im Anschluss an das Abendessen geht es am Vorabend gewöhnlich hinaus auf Straßen, auf öffentliche Plätze oder in Parks, wo man den Jahreswechsel – soweit zulässig – mit Böllern und Feuerwerk lautstark und farbenfroh feiert. Wer schon von der Lichterexplosion beeindruckt war, die in der Neujahrsnacht den Wolkenkratzer „Taipei 101“, das höchste Gebäude des Landes, in buntem Glanz erleuchtete, wird staunen, wenn er erlebt, wie man das neue Jahr des traditionellen Kalenders in Taiwan willkommen heißt, das diesmal besonders lang ist – es endet erst am 18. Februar 2015 – und im Zeichen des Pferdes steht. Während man diesen Vierbeiner in Deutschland wahlweise mit Mädchenträumen und Goldmedaillen in Verbindung bringt, assoziieren ihn die Ostasiaten traditionell mit Geselligkeit, aber auch mit Ungeduld. Und da sich die chinesischen Tierkreiszeichen alle zwölf Jahre wiederholen, wurden auch alle Menschen in einem „Jahr des Pferdes” geboren, die im nun beginnenden zwölf, 24, 36, 48, 60, 72, 84 oder 96 Jahre alt werden.

Die Begrüßung des neuen Jahres ist von einem umfangreichen Brauchtum geprägt. Bereits am Vorabend versammeln sich Tausende von Menschen zum Gebet und zur Darbringung von Opfern in Tempeln, bevor um Mitternacht das neue Jahr beginnt. Hintergrund der Bräuche ist die Überlieferung, dass die Menschheit einst von einem „Jahresungeheuer” bedroht wurde, das sich allerdings vor Feuer, Lärm und der Farbe Rot fürchtete. Mit genau diesen Mitteln trieb man das alte Jahr in die Flucht und hieß zugleich das neue willkommen. Zu dem Erfolg gratuliert man sich auch heute noch gegenseitig mit der Formel gongxi, mit der man Erfolg und Wohlstand wünscht.

Taiwan-Besucher werden gleich mehrfach belohnt, denn während des Festes senken einige Sehenswürdigkeiten ihre Eintrittspreise, und viele Hotels gewähren Nachlässe auf die Übernachtungen.

Am Abschluss der fünfzehntägigen Neujahrsfeierlichkeiten steht dann ein weiterer Höhepunkt: das Laternen- oder Yuanxiao-Fest. Da das Neujahrsfest immer in einer Neumondnacht gefeiert wird, fällt das Laternenfest automatisch mit dem ersten Vollmond des neuen Jahres zusammen – und in diesem Jahr auch noch auf den Valentinstag. Abends ziehen die Kinder – ähnlich wie am deutschen Martinstag – mit Laternen durch die Straßen, doch auch die Kommunen sorgen in dieser Nacht für bunte Unterhaltung mit diversen Veranstaltungen, an denen sich die Einheimischen ebenso erfreuen wie die Besucher Taiwans.

Eröffnet wird das neuntägige Laternenfest in diesem Jahr offiziell in ZhōngxÄ«ng XÄ«ncÅ«n, dem Sitz der Provinzregierung von Taiwan in der zentraltaiwanischen Stadt Nantou. Das Motto wird von einer 23 Meter hohen und 30 Tonnen schweren goldenen Laterne in Form eines Pferdes vorgegeben, um das Symboltier des neuen Jahres noch einmal hervorzuheben. Dessen gewaltiger Körper wird von 200.000 Leuchtdioden erhellt. Alle Teilnehmer des Festes erhalten zudem eine Papierlaterne in Pferdeform. Die Ausgabe der 160.000 vorbereiteten Laternen beginnt jeweils um 15 Uhr vom 13. bis zum 23. Februar. So steht praktisch der gesamte Februar noch im Zeichen der Neujahrsfeiern. Ein Besuch in dieser gebirgigen Region lohnt aber nicht nur in dieser Jahreszeit, da im gleichen Landkreis auch der Sonne-Mond-See und der 3.416 Meter hohe majestätische Hehuanshan („Berg der Freude”) liegen.

In der Hauptstadt wird natürlich ebenfalls gefeiert. Das Laternenfest bei der Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle in Taipeh ist berühmt für seine unzähligen meisterhaft gestalteten Lampions, seine Drachen- und Löwentänze, für Volkskunst-Vorführungen, akrobatische Vorstellungen und feierliche Prozessionen. Diese großartige dreitägige Darbietung einheimischer Kultur zieht jedes Jahr Millionen von Schaulustigen an, und Besucher aus dem Ausland sind als Gäste wie auch als Zuschauer herzlich willkommen.

Taiwan

Asiens schönste Seiten auf einer einzigen Insel – das bietet Taiwan Fernost-Urlaubern und Reisenden auf dem Weg nach Südostasien, Australien oder rund um die Welt. Die Insel, von frühen Seefahrern zu Recht „Formosa” – die Schöne – genannt, liegt rund 160 Kilometer vor der Südostküste Chinas im Westpazifik. Die Einwohner zählen zu den herzlichsten Gastgebern Asiens. Darüber hinaus bietet das hochmoderne Land fernöstliches Flair, asiatische Kulturen und subtropische Natur auf kleinstem Raum bei maximaler Reisesicherheit.

Die atemberaubende Landschaft besticht mit üppigen Regenwäldern, hohen Bergen, fruchtbaren Tälern, schroffen Küsten und zauberhaften Korallen- und Vulkaninseln, während in der Hauptstadt Taipeh und den übrigen Städten jahrhundertealte Traditionen der Moderne des 21. Jahrhunderts begegnen.

Info: www.taiwantourismus.de

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