Samstag, 03. Januar 2026
Schlagworte Künstler

Schlagwort: Künstler

Das Weib, Versuchung und Erlösung – Serie: „Edvard Much und das...

Wien (Weltexpress) - Es wäre nämlich total falsch, Edvard Munch nur auf diese existentiellen Gefühle von Angst festzulegen. Er hat auch zu den anderen etwas zu sagen: zur Eifersucht zum Beispiel besonders viel. Und da wird es lustig, wenn man nicht selber betroffen ist. Dies Sujet hat er wie alle Grundgefühle mehrfach bearbeitet und sein Leben hindurch umgestaltet. Uns gefallen am besten diejenigen, wo den Beteiligten vor Eifersucht das Gelb aus den Augen stirrt, wie in der Frankfurter Fassung der ganze Eifersüchtige gelb anläuft, weil seit der Antike der, der mit Eifer Leiden sucht, mit der Galle assoziiert wird. Hier in Wien sind es die harmloseren Eifersuchten, die sich in der Lithographie von 1896 noch breit Raum schaffen, wo uns ein Eifersüchtiger anstarrt, weil rückwärtig sich seine Schöne mit nacktem Körper unter dem geöffneten Mantel gerade an einen jungen Mann wendet, während in dem Gemälde von 1907 sich dieselbe Konstellation verändert in ein Wohnzimmer, wo an der Tür die Umarmung des falschen Paares stattfindet, daß es das ’falsche Paar` sei, findet wenigstens der Eifersüchtige, der und groß anschaut und in unseren Augen das Paar gespiegelt sieht, wobei er doch an die Stelle des falschen Mannes gehört. Eifersucht geht also immer von der falschen Paarbeziehung aus. Richtig ist man immer selber.

Seelen – und Druckerschwärze – Serie: „Edvard Much und das Unheimliche“...

Wien (Weltexpress) - Eindeutig ein Werk der Untertreibung. Nicht die Ausstellung, sondern der vom Leopold Museum gewählte Titel, der suggeriert, daß hier der ob seiner expressiven Menschendarstellungen immer wieder das Unheimliche streifende norwegische Maler Edvard Munch ausgestellt werde. Das stimmt zwar, unterschlägt aber, daß zu dieser erwarteten Ausstellung gleich noch eine eigenständige Ausstellung über „Das Unheimliche“ dazukommt, die so umfangreich und spannend ist, daß wir ihr einen zweiten Teil gönnen, denn schon Munch ist schweres Kaliber, vor allem, da man zwar seine Drucke in Mitteleuropa gut kennt, aber die im Leopold Museum versammelten rund Gemälde hier weithin unbekannt sind, da sie direkt aus dem Munch Museum aus Oslo stammen. Wie das dem Leopold Museum wieder einmal gelungen ist, so viele Originale den dortigen aus den Rippen zu leiern? Das Katalogvorwort gibt Auskunft. Im Jahr 2007 gab es dort eine Egon-Schiele-Ausstellung, die ohne die Leihgaben aus Wien nicht zustandegekommen wäre. Verstanden. Lesen können wir auch, daß es Elisabeth Leopold war, die das inhaltliche Konzept des „Unheimlichen“ in der Werkauswahl vorschlug.

In höchster Ekstase auf die Wahrheit gebracht – „Meisterwerke im Fokus:...

Wien (Weltexpress) - An manchen Besuchern kann man schon verzweifeln, vor allem an manchen Besuchern bestimmter Ausstellungen. Nein, Franz Anton Maulbertsch ist nicht van Gogh oder Picasso, aber beiliebe nicht schlechter, denn wie hier viele derjenigen, die durch die Türe der Ausstellung treten, gleich weitergehen, ohne den Bildern Beachtung zu schenken, zeigt, daß eben diese keinen Sinne für Kunst, für Farbe, für Licht haben, alles Dinge, die dieser Barockmaler so nebenbei auch noch inszeniert, um ein Bildmotiv zu höchster Steigerung zu bringen. Eine Malerei, für die man Zeit braucht, dann aber kann es passieren, daß man eine Stunde vor „Das letzte Abendmahl“ steht, einem Gemälde von 134,5 x 2,25 m und der Entstehungszeit 1756/57, das der Residenzgalerie Salzburg gehört und uns am hellichten Mittag so in Bann schlägt, daß Raum und Zeit vergessen werden und man sich auf einmal zugeben muß, daß man sich verliebt hat, daß man sich in dieses Bild von Franz Anton Maulbertsch verliebt hat.

Eine kleine Sensation – chinesische Puppenspieler in der Brüder-Grimm-Stadt – Erstes...

Frankfurt am Main (Weltexpress) - Man glaubt es kaum, aber es ist so. Die chinesische Puppenspielergruppe, „Yangzhou. Puppets of China“ , die auf der ganzen Welt die Preise einheimst, für die fantasievolle und hochprofessionelle Art, in denen Puppen das Leben an Stäben lebendig machen, kommt erstmals nach Deutschland, aber nicht in eine der großen Zentren des Figurentheaters, sondern nach Steinau an der Straße, was den Unkundigen gleich zweimal erklärt werden muß. Steinau ist die Brüder Grimm Stadt, weil die beiden Brüder hier groß wurden, und ’an der Straße` heißt die Stadt bis heute, weil sie einst an der Via Regia lag, die seit dem Mittelalter als A 1 die beiden Handelsstädte Frankfurt am Main und Leipzig verband, die mit ihren Frühjahrs- und Herbstmessen die weite Welt auch in die kleinen Dörfer und Städte brachte. Und nun – passend – zur Buchmesse mit dem Gastland China vom 14. bis 18. Oktober gibt es die Tage davor während des Berkwinkel-Marktes in Steinau an drei Tagen sechs Vorstellungen des chinesischen Puppentheaters zu erleben.

Schattenspiele – Künstler und Comicautor von “M – eine Stadt jagt...

Berlin (Weltexpress) - “Warte, warte nur ein Weilchen. Dann kommt der Schwarze Mann zu dir”¦” - Für Comicliebhaber hat sich das lange Warten ausgezahlt. Jon J. Muths 1990 erstmals erschienener Comic “M - Eine Stadt jagt einen Mörder” erlebt im Cross Cult Verlag als gebundenes Werk eine Neuauflage. Die Kinderstimmen, welche in dem Eingangszitat aus Muths Comicroman singen, erahnen das Grauen in “M - Eine Stadt jagt einen Mörder”. Sie singen vom Schwarzen Mann, den der Kindermörder verkörpert, der das Vorkriegsberlin in Fritz Langs gleichnamigen Film von 1931 in Angst versetzt. Bis heute ist der Thriller des deutschen Regisseurs alptraumhaft und traurig aktuell wie damals, als die realen Morde Fritz Haarmanns und Peter Kürten Regisseur Lang dazu inspirierten. Vor fast zwanzig Jahren adaptierte der amerikanische Künstler Jon J. Muth, Musiker, Maler und Autor von Comics und Romanen, Langs expressionistisches Kriminaldrama als Comicserie. Muth, ein auteur des Comics, führt in seiner Fassung von “M - Eine Stadt jagt einen Mörder” in einen düsteren Großstadtmoloch, in deren Straßenlabyrinth Recht und Unrecht, Rationalität und Wahnsinn im Schatten verwischen. Im Interview mit Weltexpress gewährt Jon J. Muth Einblick in seine Faszination von „M”, seine persönlichen Ängste und seine künstlerische Inspiration.

Künstlerverarsche – Die Gewerkschaft Ver.di bot den Parteien eine Plattform im...

Berlin (Weltexpress) - Der Wahlkampf macht auch die Gewerkschaften mobil. Zwar können sie keine eigenen Abgeordneten ins Parlament schicken wie in der DDR, aber indem sie die Parteien mit Wahlprüfsteinen »prüfen«, geben sie sich »voll da«.

Die Berliner Mauer kann fliegen und sich entmaterialisieren – Serie: Berlin...

Berlin (Weltexpress) - Die Idee, Berliner Mauerstücke zu Kunstwerken zu verarbeiten und damit eine politische Trennung durch Kunst aufzuheben, entstand noch 1989. Viele berühmten Künstler der damaligen Welt beteiligten sich, aber es hatte zuvor niemand daran gedacht, daß Mauerstücke an Künstler zu verschicken, zwar Transportkosten bedeuten, daß aber das Zurückschicken von Kunst mit den bekannten Namen Versicherungssummen ausmacht, die niemand aufbringen konnte, weshalb die bestehende Sammlung versteigert werden sollte. Sylvestre Verger, der als Kunstmanager damals Ausstellungen rund um den Globus organisierte und heute Direktor des Luxemburgmuseums in Paris ist, rettete den Gedanken der Sammlung und die Sammlung selbst in einem Kraftakt und führt sie kontinuierlich weiter – er hatte sich rechtzeitig Stücke der hinteren Mauer besorgen können - und zeigt sie, wo man den Aufwand der tonnenschweren Gebilde nicht scheut. Er selbst bevorzugt als Ausstellungsorte geteilte Länder, weil sich die Sammlungsidee genau dagegen richtet und für die Aufhebung von festgezurrten Grenzen eintritt.

„Die Berliner Mauer“, Ausdruck der Unterdrückung bis 1989, kehrt 2009 als...

Frankfurt am Main/Berlin (Weltexpress) - Der Anblick hat was! Als Rund gruppiert im ehrwürdigen Schlüterhof des Historischen Museums in Berlin stehen rund 40 Mauerstücke herum, von der Größe 1,20 x 1 Meter, Betontrümmer also, die aber hier auf ihren Ständern oder am Boden gleichsam etwas Surreales, ja geradezu Poetisches vermitteln. Beton ist nicht dazu da, auf der Erde die Menschen festzuzurren, sondern mit diesen Mauerstücken kann man abheben. Das vermag Kunst. Es war nämlich die im Nachhinein grandiose Idee, schon 1990 diese echten Mauerstücke weltberühmten Künstlern als Malgrund zur Verfügung zu stellen. Und so malten Eduardo Chillida, Luciano Castelli, Daniel Buren, Armand, Eric Bulatov, Ilya Kabakov, Sol Lewitt, Richard Long, Mimmo Paladino, Robert Longo und viele andere sofort nach dem Fall der Mauer ihre Assoziationen auf den Bildträger Beton. Manche nutzen die Fläche zum Relief, andere zerschnitten sie, bauten Installationen, faßten Skulpturen und dieser Prozeß setzte sich 20 Jahre fort und hat keine Ende, denn Sylvestre Verger hatte die Sammlung, als sie in alle Welt aufgeteilt werden sollte, gerettet und erweitert sie, wie gerade jetzt im Jahr 2009, wo laut Ausstellung im Schlüterhof drei neue Werke hinzukamen.

„sei bunt, sei authentisch, sei berlin“. Die 500. be Berlin-Geschichte ist...

Berlin (Weltexpress) - Die Hauptstadtkampagne hat ihren 500. Botschafter - den bekannten „Mauermaler“ Kiddy Citny. Er ist Teil eines facettenreiche Mosaiks, das sich seit dem Start der Kampagne aus den persönlichen und authentischen Geschichten der Menschen Berlins zusammensetzt. Sie sind das Herz der be Berlin-Kampagne und vermitteln auf der gerade beendeten Deutschlandtour und den internationalen Stationen der Kampagne ein ungeschminktes und faszinierendes Bild der deutschen Hauptstadt.

A Kunsthalle Schirn Who Cannot Speak German Is No German Kunsthalle...

Frankfurt am Main (Weltexpress) - „Druckfrisch. Eben war ich noch ganz druckfrisch und dann entfernte mein Frauchen, oder wie soll ich die vorübergehende Besitzerin bezeichnen, die Plastikhülle, blätterte in mir, verwundete und beschmutzte mich, indem sie in mich etwas hineinschrieb - ja mit Bleistift, aber immerhin! – , dann steckte sie mich einfach in eine dieser durchsichtigen Tüten der Kunsthalle Schirn, schmiß ihren Kugelschreiber dazu, der sich mir bis jetzt in die Seite bohrt, eine CD weint auch vor sich hin, und die vielen Papiere sind sowieso von mieserer Machart als meine schön bedruckten Seiten. Das hat aber alles nichts genutzt. Vergessen wurde ich. Vergessen von der, der ich anvertraut wurde, um über die Ausstellung „The Making of Art“ fachgerecht anhand meiner schönen Bilder und der klugen Essays zu berichten. Vergessen in der U-Bahn Nr. 5 auf dem Weg zum nächsten Termin. Sagt sie. Freud allerdings, und schließlich bin ich ein intellektueller Katalog der mehrfach gespiegelten Postmoderne, Freud also sagte zu solchen Vorgängen nicht „Vergessen“.

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