Stephen Hawking – Sein Leben in einem Comic von Jim Ottaviani und Leland Myrick

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Die Frontseite des Buchtitels "Hawking. Sein Leben als Graphic Novel" von Jim Ottaviani und Leland Myrick. © Rowohlt, BU: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Ein Leben in einem Comic? Das geht. Das klingt auch seriöser, wenn man das Werk Graphic Novel nennt und damit einen grafischen Roman, ja, einen Comicroman meint. Und das über das Leben von Stephen Hawking verkauft sich bestimmt auch besser so und nicht anders.

Beim Anglizismus darf es bleiben, weil die deutsche Ausgabe eine Übersetzung aus dem Englischen ist, die Eberhard (Ebi) Naumann bewerkstelligte. Der Originaltext stammt aus der Feder von Jim Ottaviani. Der schuf sich bereits einen Namen mit illustrierten Novellen die Weiten der Wissenschaft, darunter einen Wettlauf zum Mond, vor allem jedoch biografischen Novellen über Jane Goodal, Niels Bohr, Alan Turing und Richard Feynman. Als Ingenieur von Nukleartechnik und Programmierer darf man dem in Ann Arbor, Michigan, Vereinigte Staaten von Amerika (VSA), geborenen Autor das zutrauen. Der im VS-amerikanischen Missouri  Leland Myrick lieferte die Illustrationen. Für das Hawking-Comic sei er laut Rowohlt-Verlag vom heimatlichen Pasadena im VS-amerikansichen Kalifornien „zu vielen Schauplätzen der Geschichte gereist, namentlich Cambridge, um zu recherchieren. In seinem Fall hieß das, Unmengen von Fotos zu machen, auf denen die Zeichnungen fußen.“ Es sollen „Tausende von Fotos“ und eine „jahrelange Recherche“ gewesen sein.

Ottaviani und Myrick bringen die Biographie des „Botschafters der Sterne“, wie in Michio Kaku nannte, für Phantasielose, die sich der Anstrengung der Gedanken verweigern und des Malens eigener Bilder unfähig scheinen, bunt und bewegt daher. Das ist Unterhaltung.

En passant erfährt der Bilder guckende Leser, dass Hawking „mit Anfang 20″ als junger Student“ erfährt, „dass er an einer unheilbaren Motoneuronen-Erkrankung leidet und nur noch wenige Monate zu leben hat. Trotz dieser schrecklichen Diagnose setzte er seine Studien fort und ging an die Universität Cambridge, wo ihm freie Hand für seine einflussreichen Arbeiten insbesondere über Schwarze Löcher gegeben wurde. Er heiratete, wurde Vater, schrieb den größten Science-Bestseller aller Zeiten und wurde schließlich zu einem Popstar der Physik, einer Instanz, die gehört wurde, wenn es um die großen Zukunftsfragen der Menschheit ging.“

Im preisgekrönte Comic erzählen Ottaviani und Myrick die Geschichte von Hawking noch einmal anders, nein, nicht fiktional, sondern von der Geburt über die Kindheit und Jugend sowie Jahrzehnte als Erwachsener bis zum Tod, doch bei „nicht allen Sprech- und Gedankenblasen“ würde es sich nach Anmerkung des Verfassers „um belegbare Zitate“ handeln. Es kommt auch vor, dass „gewisse Geschehnisse verdichtet“ wurden „und unterschiedliche Personen zu jeweils einer verbunden“ wurden. Und auch das Higgs-Boson kommt darin vor. In einem Comic geht das und zwar gut.

Bibliographische Angaben

Jim Ottaviani (Texte) und Leland Myrick (Artwork), Hawking – Sein Leben als Graphic Novel, Übersetzung aus dem Englisch: Eberhard (Ebi) Naumann, Kolorierung: Rachel Polk, 304 Seiten, Hardcover, Verlag: Rowohlt, Hamburg, 17.09.2019, ISBN:  978-3-498-00136-0, Preis: 26 EUR (D)

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