Beim Berliner Füchse-Trainer Velimir Petković sträubt sich das Fell

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Velimir Petković, Füchse-Trainer. © Füchse Berlin Handball GmbH

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Die Berliner Handball-Füchse schleichen derzeit mit eingezogenem Schwanz durch ihren Bau. Nach vier Spieltagen ergatterten die Füchse nur wenig Beute und liegen nach zwei Siegen und zwei Niederlagen im uninteressanten Mittelfeld. Verständlich, wenn sich bei Füchse-Trainer Velimir Petković das Fell sträubt. Manfred Hönel sprach mit ihm für WELTEXPRESS.

Hönel: Die Füchse sind mit großen Plänen in die Saison gestartet, nach Niederlagen gegen Leipzig und Minden dümpelt die Mannschaft auf Platz acht. Wie wollen Sie ihr Team aus der Stagnation führen?

Petković: Wenn ich manche Kommentar der letzten Tage höre, dann könnte man meinen meine knapp vier Jahre in Berlin waren alles Scheiße. Dabei haben wir viele gute Sachen erlebt. (Die Füchse waren Vereins-Weltmeister und EHF-Cupsieger d.R.).Wir legten zwei schlechte Spiele und dazu drei schlechte Halbzeiten hin, schon überwiegt die Kritik. Ich werde trotzdem nicht mit schlechter Laune vor die Mannschaft treten. Wir haben gute Spieler. Ich will alle motivieren, damit wir aus dem Loch kommen. Leider habe ich während meiner gesamten Trainer-Zeit in Berlin immer mehr verletzte als gesunde Spieler in der Mannschaft.

Hönel: Sie führten in Göppingen mit sechs Toren, doch nach 38 Minuten stand es plötzlich 18:18. Wie fühlt es sich da an, wenn Manager Bob Hanning mit ernstem Gesicht neben ihnen sitzt?

Petković: Es ist natürlich ein komischen Gefühl, wenn man daran denken muss, ob man in 14 Minuten noch seinen Job hat. Aber Bob Hanning sah ich als Unterstützung und nicht als Belastung.

Hönel: Wie geht es ihnen in dieser Situation?

Petković: Sicher haben mich einige nach Göppingen nicht mehr als Trainer gesehen. Ich gebe zu. Ich kann nachts nicht schlafen, denn ich denke ständig an unsere Situation. Beim Kaffeetrinken am Morgen mache ich mir bereits Gedanken, wie ich an das Training herangehe. Ich habe nie gedacht, dass ich in Berlin in diese Situation kommen kann. Ich weiß natürlich, wie unsicher ein Trainerjob ist Ich liebe den Job trotzdem.“

Hönel: Wer hat am Ende den 28:25-Sieg gerettet?

Petković: Natürlich die gesamte Mannschaft. Ich will trotzdem Simon Ernst und Jakob Holm erwähnen. Bei spielten erfolgreich und mit viel Herz. Simon kämpft sich nach fast zwei Jahre ohne Spiel und langer Verletzung wieder in eine prima Form. Jakob drängte nach drei Wochen mit einer Meniskus-Verletzung auf den Einsatz und half der Mannschaft gewaltig. In Göppingen hat sich wieder einmal gezeigt: ein Spiel kannst du nur mit einer guten Deckung drehen.

Hönel: Wie wollen Sie das Spiel am Sonntag in Stuttgart angehen?

Petković: Ich hoffen, die Jungs haben ihre Lektion gelernt. Wir werden mit vollem Einsatz spielen, denn ohne vollen Einsatz kannst du in der Bundesliga, egal wie der Gegner heißt, nichts gewinnen.

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