Staatsschiff von Helmut Kohl – Serie: Lebensader Main zwischen Odenwald und Spessart (Teil 3/7)

MS SIVOTA passiert den Bootshafen von Miltenberg. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Miltenberg, Deutschland (Weltexpress). Die kurze Rundfahrt dauert nur eine Stunde. Wir sind in Miltenberg an Bord der SIVOTA gegangen. Die steuert Kapitän und Eigner Edwin Herbert im Tonnen-Slalom durch die Schlingen des Mains, der seit den Römern eine lange Schifffahrtstradition aufweist.

Neben Flussschiffen wurden auf der Erlenbacher Schiffswerft, der größten Bayerns, – man glaubt es kaum – sogar Seeschiffe bis 2750 Tonnen Tragfähigkeit und 88 Meter Länge sowie Marineschiffe gebaut. Von Herbert erfährt man auch, dass die SIVOTA zuvor BONNA hieß und 1989 auf der Bonner Lux-Werft gebaut wurde. Und Bundeskanzler Helmut Kohl, der das Schiff charterte, zeigte so manchem Staatsgast von der Reling aus seine rheinische Heimat.

Die berühmte Schiffswerft in Erlenbach. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Wie ein Film passieren an Back- und Steuerbord malerische Dörfer, waldbestandene Felsklippen und Weinhänge. Dazu satte Ufernatur, steile Hänge mit exzellenten Weinlagen, dichtes Gebüsch. Dutzende Nachtigallen und Spötter scheinen um die Wette zu schmettern. Idylle pur.

Doppel-Dreier des Ruderclubs Miltenberg vor der Stadtkulisse. © Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Bis voraus wieder die Türme von Miltenberg auftauchen, der denkmalgeschützten „Stadt in Stein und Holz“. Ein Schild am Anleger verkündet: „Perle des Mains“. Die kann man auch, sofern man Ruderer ist, vom gegenüber liegenden Miltenberger Ruderclub aus erkunden. Etwas schweißtreibender zwar, aber in Augenhöhe mit der Natur.

Dazu sollte man sich rechtzeitig bei Ludwig Martin Büttner anmelden. Der pensionierte Manager ist auch im Ältestenrat des Deutschen Ruderverbandes aktiv und nebenbei ein beschlagener Fremdenführer auf der Mildenburg.