Sind denn alle irre? – Wenn Australier in Afghanistan unter der Hakenkreuzflagge fahren und im Auswärtigen Amt gesprochen wird

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Australische Besatzungstruppen fahren in Afghanistan unter der Hakenkreuzfahne.
Australische Besatzungstruppen fahren in Afghanistan unter der Hakenkreuzfahne. Quelle: Twitter

Kabul, Afghanistan; Berlin, Deutschland (Weltexpress). … dann weiß mann, das etwas gewaltig aus dem Ruder läuft. Doch das, was aus dem Ruder läuft, liegt lange zurück. Dabei lassen wir die Zeiten des Imperialismus des Vereinigten Königreiches (UK), das damals nicht nur aus England, Schottland, Wales und Nordirland bestand, außen vor und konzentrieren uns auf die Zeiten des Imperialismus der Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Die USA lernten aus den Fehlern des UK und kämpften nicht mit offenem Visier gegen beispielsweise einen Mann wie Mohammed Nadschibullah, der in Kabul Medizin studierte und eigentlich als Gynäkologe arbeiten wollte.

1965 war er bereits Mitglied der Demokratischen Volkspartei Afghanistans (DVPA), der zwar 1978 ein Staatsstreich gelang, dessen Fraktion aber der Khalq-Fraktion unterlag. Deswegen ging Nadschibullah nach Moskau ins politische Exil. Mit der Roten Armee, die der DVPA zur Hilfe eilte als die USA versuchten, den Unterleib der Sowjetunion aufzuschlitzen, kam er zurück, wurde 1980 Geheimdienstchef und 1986 der fünfte Präsident Afghanistans.

Nadschibullah hielt wie sein Vorgänger Babrak Karmal Afghanistan an der Seite der Sowjetunion, während in Pakistan bereits der Klassenfeind und Verbündete der USA stand und immer gieriger nach Afghanistan griff. Von dort gelangte der Nachschub für die von den USA bestallten Mudschahedin. Die kämpften mit immer mehr Ausländern in ihren Reihen gegen Ungläubigen wie Nadschibullah.

Ähnlich wie die US-Amerikaner aus Vietnam abzogen, zog sich die Roten Armee zurück, und dennoch anders. In Moskau knallte es längst. Vorboten der Implusion der Sowjetunion zeigten sich auch in der Nomenklatura.

Ohne die Rote Armee hielt sich Nadschibullah weiterhin wacker, währen Süberstand einen Staatsstreich, verlor aber dann gegen Abdul Raschid Dostum. Der Bauer aus Scheberghan brachte es bis zum Befehlshaber seiner Milizen, die Nadschibullah an der Flucht aus Kabul hinderten. Der suchte zwar Schutz in einem Haus der UN, doch als die von Pakistan aus kommenden Taliban. Die USA steckten Millionen Dollar in die Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen. Die Taliban waren stärker als die Mudschahedin, die schon schlimm waren und beispielsweise Streubomben einsetzten. Die Taliban lösten die Mudschahedin und holten Nadschibullah, der im Hauptquartier der UN steckte, ab. Sie, die von Saudis, Pakistanis und US-Amerikaner gefördert wurden, folterten den Mann, der von 1987 an die Leute im Land versöhnen wollte, und ermordeten ihn. Aufgehängt wurde er vor dem Präsidentenpalast zur Schau gestellt.

Einerseits sitzen seine Mörder wie Dostum in Kabul an der Regierung. Sie werden von den USA und ihren Vasallen an der Herrschaft gehalten. Andererseits kämpfen sie gegen die USA und ihre Stadthalter in Kabul. An der scheinbar verworrenen Lage im Land am Hindukusch hat sich wenig geändert.

Umso dümmlich wirken Wortmeldungen wie die aus dem Auswärtigen Amt (AA) in Berlin. Eine Sprecherin des AA soll gesagt haben: „Die Aussicht auf eine Waffenruhe über die Festtage in Afghanistan ist eine gute Nachricht. Die Waffenruhe ist ein Zeichen der Stärke und eine historische Chance. Sie zeigt, dass sich ein Ende der Gewalt erreichen lässt, wenn die afghanischen Parteien es wollen. Wir unterstützen die afghanische Regierung in ihren Bemühungen, den afghanischen Friedensprozess voran zu bringen und appellieren an alle Seiten, die Waffenruhe einzuhalten. Wir hoffen, dass sie fortgesetzt wird und den Weg zu weiteren vertrauensbildenden Maßnahmen und direkten Friedensgesprächen bahnt. Ein afghanischer Friedensprozess ist die einzige nachhaltige Lösung für Afghanistan und die Region. Deutschland steht auf diesem Weg an der Seite der Bevölkerung Afghanistans und wird ihre Vereinbarungen unterstützen und achten.“

Das alles ist von vorne bis hinten Geschwätz von geistig Armen.

Das auf die Spitze getriebene Prinzip des Teile und Herrsche. Divide et impera ist ein forwährender Prozess, bei dem die in Teilen besser zu Beherrschenden immer wieder aufs Neue ins Chaos gestürzt werden. In diesen Gruppenprozessen lösen sich alte Gruppen auf, konstituieren sich Gruppen neu, lösen sich auf und so weiter. Das Stiften von Unfrieden unter denen, die man beherrschen will, geschieht in der Regel im Geheimen. Diesem dienen vor allem die vielen Geheimdienste in den USA und dem UK.

Mit anderen, mit einfachen Worten: Auf Waffengang folgt Waffenruhe, auf Waffenruhe folgt Waffengang. Frieden müssten die Völker Afghanistans mit dem Feind schließen. Doch der sitzt vor allem an der Wall Street und in Washington, aber auch noch in Westminster und der City of London und will das nicht. Der Feind der Völker Afghanistans führt einen Krieg in Permanenz.

Wenigstens die Vasallentruppen deutscher Zunge könnten heim in das Land geholt werden, das zwar nicht mehr von Maas und Memel reicht, aber noch von Rhein bis Oder.

Wer sich mit den USA und dem UK wieder an vorderste Front gegen Russland stellt, der riskiert, auch den Rest zu verlieren.

Sollen die Besatzer in Afghanistan unter der Hakenkreuzflagge fahren, wie die Australien. Wir Deutschen sollten die Bundesflagge einholen und abziehen und die Soldaten der USA und des UK nach Hause schicken.

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