Sieglos in eine ungewisse Zukunft – FF USV Jena gegen MSV Duisburg

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Jenas Tina Kremlitschka nach ihrem Feldverweis. © 2020, Foto/BU: Knud Walter

Jena, Deutschland (Weltexpress). Auch am letzten Bundeligaspieltag gelang dem glücklosen Heck-Team nicht der erhoffte erste Saisonsieg. Vor dem letzten Spieltag schon als abgeschlagen Tabellenletzten abgestiegen, wollten die Jenaerinnen, wenigstens mit einem Sieg aus der Flyerfrauenbundesliga verabschieden. Das dies nicht gelang lag daran das die Duisburgerinnen ihrer Mitspielern Kathleen Ratke das Abschiedsspiel nicht vermiesen wollten, zumal Duisburg noch in Abstiegsgefahr war.

Nostalgisch ging es zu. Denn schließlich war die Begegnung am Sonntag die letzte in der Vereinsgeschichte. Erinnerungen an bessere Zeiten als Jena im Frauenfussball in Mitteldeutschland Geschichte geschrieben hatte. Seit 2008 in der 1. Frauenbundesliga sollte sich der Verein trotz eines engen Budget insgesamt elf Jahre dort halten. Der letzte ostdeutsche Meister und Pokal Finalist von 2010, wo man dem heutigen Gegner knapp mit 0:1 unterlag. Auf Jenaer Seite waren nur noch Lisa Seiler und Julia Arnold dabei von den damals aktiven Spielerinnen. Bei Duisburg jene Kathleen Ratke, die nach diesem Spiel ihre Töppen an den berühmten Nagel hängt, allerdings damals noch in Jena am Ball. Die heutige Nationaltrainer Martina Voss-Tecklenburg damals Trainerin der Duisburgerinnen, gab auch ein kurzes Gastspiel als Trainerin, bevor sie dann die Schweiz als Nationaltrainerin betreute.

Eine der Aktiv Posten bei den Duisburgerinnen Kathleen Ratke in ihrem letzten Spiel für Duisburg. © 2020, Foto/BU: Knud Walter

Für Aufstiegstrainerin Heidi Vater sollte es einziger sportlicher Höhepunkt ihrer Trainerkarierre sein.

Auch zahlreiche Spielerinnen, die später bei anderen Vereinen erfolgreich spielen sollten, gingen für die Thüringerinnen auf Torejagd, wie Anna Blässe, Iva Landeka, Genoveva Anomna oder Sylvia Arnold.

Nach ausgeglichenem Spiel kam es in der 23. Minute zu einem herben Dämpfer. Tina Kremlitschka musste nach einer Notbremse den Platz verlassen, da sie dafür die Rote Karte gezeigt bekam. In der 26. Minute traf Jean Maree Moore zur Duisburger Führung. Noch vor der Pause wurde das Spiel entschieden durch Alina Angerer zugunsten der Gäste.

Auch wenn Jena noch Chancen zum Anschluss besaß durch Lisa Seiler, landete der Ball auch einmal im Duisburger Tor durch Fudalla. Die Unparteteiische Fabienne Michel entschied jedoch auf Abseits. Die Saalestädterinnen sollte aber keine Ergebnisverbesserung gelingen.

Duisburg hat verdient gewonnen, da sie in der Gesamtchancenverwertung die bessere Mannschaft an diesem Tag waren.

Ab dem 1.07.2020 endet die Vereinsgeschichte des FF USV Jena, die Spielrechte übernimmt der FC Carl Zeiss Jena. Vor der neuen Trainerin Anne Pochert liegt viel Arbeit. Karla Görlitz (TSGHoffenheim), Maren Tellenbröker (FC Twente Enschede), Leonie Kreil (SCS SC Sand), sowie Trainer Christopher Heck sind in der neuen Saison nicht mehr aktiv für Jena.

Somit erzielte Christin Meyer den letzten Treffer für Jenas Vereinschronik gegen die SGS Essen.

Somit beginnen die neuen Saisonplanungen für die zweite Liga ab sofort. Man darf gespannt sein, ob Jena ein erfolgreicher Neubeginn gelingt.

Daten zum Spiel

Sonntag, 28. Juni 2020, 14 Uhr, Ernst-Abbe-Sportfeld Jena

FF USV Jena: Hornschuch – Juckel(ab46. Paulsen), Fudalla, Julevic, Kreil, Arnold, Seiler (ab 86. Grajqevci), Meyer (ab 60. Schlichtung), Tellenbröker (ab 60. Gräser), Görlitz (ab 85. Grosse), Kremlitschka

MSV Duisburg: Kämper – Moore (ab 68. Höchsten), Morina, Fürst, Günter, Zielinski, Debitzki, Himmighofen(ab 72. O’Riordine), Länge, Angerer, Ratke

Tore: 0:1 (26.) Moore, 0:2 (45.) Angerer

Schiedsrichter: Michel (Alzey)

Zuschauer:0 RK: Kremlitschka/Jena (23.Notbremse)

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