Putschregierung in Kiew forciert die politische Krise in der Ukraine zum Bürgerkrieg – Blackwater-Söldner erstürmen Flughafen in Ostukraine

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Befinden sich Söldner von Blackwater in der Uniform der ukrainischen Sonderpolizei „Sokol“ in der Ukraine im Einsatz? © RIA Novosti, Foto:

Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti notiert: "Ein Anhänger der Föderalisierung in der Ukraine, der sich als Mitglied der sogenannten Volksarmee vorgestellt hatte, sprach von Blackwater-Söldnern unter den Angreifern. „Die Zahl der Toten ist deutlich höher“, behauptete er. Nach Angaben des Radiosenders Kommersant FM gab es elf Todesopfer. Der Nachrichtenagentur UNN zufolge wurden beim Sturm auf den Flugplatz „einige Dutzend“ Menschen getötet.

Aus Kiew verlautete, dass es auf der Seite der Nationalgarde keine Betroffenen gab. Das Verteidigungsministerium und der Rat für nationale Sicherheit und Verteidigung wollten die Operation nicht kommentieren. Dafür sei der Inlandsgeheimdienst SBU zuständig, hieß es."

Nach unseren WELTEXPRESS-Informatienen soll sich eine Einheit der Blackwater-Söldner in der Uniform der ukrainischen Sonderpolizei „Sokol“ ebenfalls bei der blutigen Niederschlagung des Aufstands im Osten der Ukraine beteiligen.

„Die Situation in der Ukraine eskaliert immer mehr. Es wäre sehr vernünftig, wegen der unterschiedlichen Geschichte eine föderative Struktur für die Ost- und die West-Ukraine einzuführen“, so Gregor Gysi, Vorsitzender der Bundestagsfraktion DIE LINKE, zur aktuellen Entwicklung in der Ukraine-Krise.

Gysi (laut Pressemitteilung vom 15.04.20144) weiter: „Wenn man will, dass Russland seine Truppen von der ukrainischen Grenze zurückzieht, muss die Nato die Verlegung von Truppen, Panzern und Flugzeugen nach Osteuropa ebenso stoppen wie die Pläne zur Durchführung zusätzlicher Manöver. Außerdem muss die Gewalt in der Ukraine von beiden Seiten unverzüglich beendet werden.

Darüber hinaus müssen wenigstens die Reste der Glaubwürdigkeit gesichert werden. Bei den Demonstrationen auf dem Maidan wurde der demokratische Charakter nie bezweifelt, auch nicht als  Rathäuser, Ministerien und andere Einrichtungen besetzt wurden. Selbst die Abwahl des Präsidenten fand in Anwesenheit bewaffneter Männer statt.

Wenn jetzt die aufgebrachte russischsprechende Bevölkerung in der Ost-Ukraine Rathäuser und Verwaltungen besetzt, soll es sich plötzlich um Terror handeln? In Kiew wurde immer vor der Anwendung polizeilicher Gewalt durch den Westen gewarnt, jetzt aber nicht mehr."

Im Gegenteil: Jetzt schickt die Putschregierung in Kiew Soldaten und Söldner und Kämpfer der neu gegründeten "Nationalgarde", die sich im Großen und Ganzen aus den Sturmabteilungen der faschistischen Kräfte vom Maidan in Kiew rekrutieren. Männer von Swodoa und Rechtem Sektor sind darunter.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte die Entscheidung von Interimspräsident Alexander Turtschinow, die Armee gegen das eigene Volk einzusetzen, als eine äußerst gefährliche Entwicklung bezeichnet, teilt RIA Novosti mit und zitiert Lawror mit den Worten: „Diejenigen, die den Machthabern in Kiew zu solchem Vorgehen anspornen, müssen die gesamte Verantwortung dafür tragen.“

Der Menschenrechtsbeauftragte des russischen Außenamtes, Konstantin Dolgow, äußerte tiefe Besorgnis über Opfer während der Erstürmung des Flughafens in Kramatorsk. „Allem Anschein nach geht die Entwicklung nach schlimmstem Szenario”¦ Die Behörden der Ukraine nahmen Kurs auf die gewaltsame Niederschlagung der Proteste der Bevölkerung im Südosten des Landes und setzen sich dabei über legitime Forderungen der Menschen hinweg“, sagte Dolgow in Moskau.

„Trotz seiner ’friedlichen Deklarationen` begann Kiew eine Militärkampagne im Land, die einen Bürgerkrieg in der Ukraine zur Folge haben kann. Das droht mit einer weitgehenden Destabilisierung der Lage in südöstlichen Regionen und möglicherweise auch in ganz Ukraine“, sagte Dolgow.

Hunderte Ortsbewohner begeben sich zu dem von der ukrainischen Armee besetzten Flughafen von Kramatorsk, um die Militärs zu blockieren. Das berichtete ein RIA-Novosti-Korrespondent am Dienstagabend vor Ort.

Die Menschen kommen hauptsächlich von der naheliegenden Stadt Slawjansk. Sie tragen Flaggen Russlands und der sogenannten Donezker Volksrepublik. Einige haben Schusswaffen.

Derzeit hielten sich rund 1000 friedliche Zivilisten auf dem Flugplatz auf und verhandelten mit den Militärs. Zu sehen seien etwa 50 Vertreter verschiedener Formationen der ukrainischen Sicherheitskräfte, hieß es.

Nach eigenen Angaben kontrolliert die Volkswehr alle nach Kramatorsk führenden Zufahrtstraßen und konzentriert ihre Kräfte vor dem Gebäude des Stadtrates. Das benachbarte Slawjansk ist bislang völlig unter Kontrolle der Volkswehr.

Laut eines Artikels von Raniah Salloum aus Kramatorsk für Spiegel-Online "haben offenbar Dutzende ukrainische Soldaten mit mehreren Panzern die Seiten gewechselt. Mit russischer Flagge und der Fahne der Region Donezk fahren die Bewaffneten durch die Straßen von Kramatorsk und Slawjansk." (2)

Anmerkungen:

(1) Die Berichte von Toten bestätigten sich bis Mittwoch, 16.04.2014, 11:00 Uhr MEZ, nicht. RIA Novosti informiert aktuell: "Am Vortag waren vier Protestierer aus Kramatorsk beim Sturm auf den dortigen Flughafen aus Schusswaffen verletzt worden. „Tote gab es Gott sei Dank keine“, so Iwan, Anführer einer Bürgerwehr. Schusswechsel am Flughafen von Kramatorsk zwischen Putschistensoldaten, die dem Befehl aus Kiew folgen, und der Bürgerwehr wurden durch mehrere Berichterstatter bestätigt.

(2) Spiegel-Online, 16.04.2014

Mit Material von Gregor Gysi, Die Linke, Pressemitteilung vom 15.04.2014, RIA Novosti, Reuters, Spiegel-Online

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