„Null, viel zu viel, Scheißverein“ oder Von der Sippenhaft der Faschisten zur Sippenhaft der Hertha BSC GmbH & Co KGaA – Eine Glosse

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Richtig, Verein trifft nur auf Freiburg zu. Das aktuelle Mitglied der 1. Fußball-Bundesliga der Männer ist nicht nur ein Verein sondern ein eingetragener Verein mit Namen Sport-Club Freiburg e.V. und nur dieser Verein konnte, wollte und durfte die Begegnung in Berlin mit 2:0 gewinnen. Dass das Glück war, das ist auch richtig, denn Glück ist die Übereinstimmung von Können, Wollen und Dürfen. Bezogen auf Hertha hieß das Pech, heißt das Pech und wird das Pech heißen.

Das liegt nicht nur daran, dass Hertha kein Verein – genauer: kein eingetragener Verein – sondern eine GmbH & Co KGaA ist, wobei hier die Betonungen auf „beschränkte Haftung“ und „Aktien“ liegt. Hertha ist hier und heute daher kein „Scheißverein“ sondern – wenn schon, denn schon – eine Scheißgesellschaft mit beschränkter Haftung & Co Kommanditgesellschaft auf Aktie, bei der die Scheißgesellschaft noch nicht einmal voll haftet, dass scheint den Kommanditisten bzw. den Kommanditaktionären nämlich scheißegal.

Aktionär kann man in der Regel werden, wenn man Kapital hat und wer hat das schon oder so viel, um mitmachen zu können? Hingegen winkt eine Vereinsmitgliedschaft für einen vergleichsweise bescheidenen Beitrag. Der Wille zur Vereinsmitgliedschaft zählt in diesem Fall mehr als das Kapital des Aktionärs, anders ausgedrück: Der Wunsch wiegt schwerer als die Moneten, das Wollen der Menschen, die können, ist ein moralisches, das dem schnöden Mammon entgegenstehend. Und das ist gut so.

Wer einwendet, dass der einzige Kommanditaktionär „Hertha, Berliner Sport-Club e.V.“ sei, der muss ergänzen, dass dieser doch wohl – wie man hört – am Geld des Kapitalisten Werner Gegenbauer hängt wie der Junkie an der Nadel.

„Das typische Erscheinungsbild eines Junkies ist oft geprägt ”¦ von allgemeiner Verwahrlosung des äußeren Erscheinungsbildes und der inneren Gefühls- und Gedankenwelt“, wie jeder in der freien Enzyklopädie Wikipedia nachlesen oder im klein- wie großbürgerlichen Berliner Westend besichtigen kann. Damit soll in diesem Beitrag genug zur inneren Verfasstheit der Veranstaltung namens Hertha gesagt sein, die seit Jahren schon als lieblos und krank bezeichnet wird.

Nachdem wir das Prädikat Scheißverein auf Scheißgesellschaft mbH & Co KGaA berichtigt haben, wenden wir uns dem „viel zu viel“ zu. Viel zu viel? Sind 21 Punkten nach 21 Spieltagen „viel zu viel“? Mit 21 Punkten steht die Scheißgesellschaft immer noch vor dem Tabellenletzten, dem – hört, hört – Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e.V. und hinter dem Verein aus Freiburg, für den Felix Klaus (14. Minute) und Maximilian Philipp (52.) in Berlin trafen. Die Scheißgesellschaft steht derzeit zwischen zwei Vereinen, denen ich als Autor des WELTEXPRESS allein schon aufgrund der demokratischeren Verfaßtheit viel Erfolg wünsche, während der eine wie der andere Verein für viel zu viele ein „Scheißverein“ ist.

Nebenbei bemerkt ist die Scheißgesellschaft mit Abstand die Schießbude der Liga. 40 Gegentore mögen scheiße sein (wie der HSV), doch von einer Scheißbude zu sprechen ginge höchstens, wenn man mit Bude die Spielstätte meinte. Beim HSV ist das die in Stellingen, in Berlin ist es die im Westend. In diesem Berliner Olympiastadion waren offensichtlich einigen zahlenden Zuschauern die 21 Punkte – die den 40 Gegentoren zum Trotz auf der Habenseite stehen – noch „viel zu viel“, denn Tore, Hertha legte erneut eine Nullnummer hin, können nicht gemeint sein, womit wir bei der „Null“ wären.

Null. Das stimmt. Null Tore. Null Punkte! Und wieviel Moral? Wie gesagt: die Hertha GmbH & Co KGaA (genug mit der Scheißgesellschaft) bleibt mit 21 Punkten nach 21 Spielen weiter dabei, dem allseits bekannten und bei "Onkel Gegenbauer" samt "Tante Hertha" (wie ein Trinker in einer Eckkneipe im Wedding jüngst sagte) nicht beliebten Journalisten Stefan Pribnow das Betreten des Stadions zwecks Berichterstattung zu verbieten.

Am 18. Feruar 2012 sah Pribnow das letzte Mal ein Hertha-Spiel auf der Pressetribüne im Berliner Olympiastadion, denn kurz darauf verkündete die Hertha GmbH & Co KGaA ein Stadionverbot, das bis heute gilt. Pribnow dürfte mittlerweile der Journalist mit dem am längsten währenden Stadionverbot sein. Dieser Beitrag der Hertha GmbH & Co KGaA zum Journalismus der Berliner Republik verdient einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde, meinen wir vom WELTEXPRESS und schrecken nicht davor zurück, diesen Eintrag zu beantragen.

Das Schlimme an der Schande ist, dass diese Hertha GmbH & Co KGaA nicht nur das Stadionverbot für Pribnow aktueller denn je hält sondern Kollegen in Sippenhaft genommen zu haben scheint.

Obwohl der Verleger und Journalist Stefan Pribnow in einem glorreichen und gut besuchten Prozeß am 23. Oktober 2013 vor Gericht nicht nur Werner Gegenbauer hat alt aussehen lassen, rächt sich der alte Mann, rächt sich die Hertha BSC GmbH & Co KGaA mit Schaum vor dem Mund statt vor Scham und Schuld im Märkischen Sand zu versinken. Mit Schikanen werden Autoren des WELTEXPRESS seit dem Sieg vor Gericht von der Pressetribüne unweit der Stelle im Stadion ferngehalten, wo früher der Führer und viele Faschisten Platz nahmen. In „Hitlers Stadion“ (taz) sitzt jetzt Gegenbauer mit Gefolge auf der Tribüne. Pribnow und andere Journalisten müssen draußen bleiben.

"Das ist Sippenhaft", sage ich und schrecke nicht davor zurück zu schreiben: Sippenhaft hatten wir in Berlin zu viele Jahre unter den Faschisten. Seit ein paar Jahren sorgt die Hertha GmbH & Co KGaA dafür

Wie sieht das Gegenbauer und was sagt er dazu? Wir werden Gegenbauer und Journalisten in dieser Stadt und in diesem Land genau diese Frage stellen!

Und wir sind gespannt, wann es wieder heißt: „Null, viel zu viel, Scheißverein.“

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