Mit Ribéry, Robben und Rafinha bleiben drei Altstars beim FC Bayern – Was für die Bundesliga reicht, reicht für die Champions League nimmermehr

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FC Bayern München
Im Stadion bei München vor einem Spiel des FC Bayern München. Quelle: Pixabay

München, Berlin, Deutschland (Weltexpress). Seit gestern ist es offiziell: „Arjen Robben und Rafinha werden ein weiteres Jahr für den FC Bayern spielen“, lesen wir in einer Pressemitteilung der FC Bayern München AG vom 11.5.2018. Die Verantwortliche sind sich ihrer Sache so sicher und derart souverän, dass sie wie selbstverständlich mitteilten, dass die Unterschriften unter den Verträgen „in den kommenden Tagen erfolgen“ werden.

Bereits am 7.5.2018 meldeten wir: „Ein Superstar und Routinier der Bundesliga der Männerfußballer verlängert um ein Jahr – Franck Ribéry bleibt im Kader des FC Bayern München.“ Damit wird klar, dass die Oberbosse der Fußball AG mit Sitz an der Säbener Straße mehr oder weniger am alten und älter werdenden Kader fest. Sogar Miroslav Klose wird zurück nach München geholt, allerdings nicht als 39-jähriger Stürmer, der auch in großen Spielen trifft, sondern als Trainer bis 2020 für die U17-Junioren des deutschen Rekordmeisters.

Klose, der 2015 seine Profi-Karriere beendete, wird als nicht reaktiviert wie zuletzt Jupp Heynckes als Trainer nach dem abrupten Rauswurf von Carlo Ancelotti. Dabei hätte es „mit Carlo“ eigentlich gepasst, aber „mit den Assistenten von Ancelotti hat es hinten und vorne nicht gepasst“, verriet Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern im November 2017. „Da war ja jeden Tag irgendeine Streiterei zwischen den Physios, den Medizinern und den Trainern von Ancelotti.“ Und der Hoeneß braucht zuhause bei seinen Bayern Harmonie, die er mit Heynckes hatte. Deswegen holte er auch Hasan Salihamidzic als Sportdirektor. Matthias Sammer kam vermutlich seinem Rausschmiss durch Kündigung zuvor, bevor Hoeneß aus dem Knast kam und die Abteilung Attacke wieder selbst übernahm. Und zu einem Frühstücksdirektor wollte Sammer nicht verkommen.

Doch von den ganz alten Herren zu den jüngeren. Die Altstars Robben (34), Rafinha (32) und Ribéry (35) machen auch unter dem Trainer Niko Kovac (46) weiter. Hinzu kommen andere Stars und Stammspieler wie Neuer, Boateng, Hummels, Kimmich, Alaba Martinez, James und Lewandowski, von denen einige ebenfalls nicht mehr zu den Jüngsten zählen.

Mit dem höchsten Altersdurchschnitt der Bundesliga wird das zur erneuten Meisterschaft reichen, da sind wir uns sicher, aber für die Champions League (CL), wo in den letzten Jahren für die Bayern aus München immer vor dem Finale Schluss mit Lustig war, wohl wieder nicht. Auch Jungspunde wie Kingsley Coman (21), Serge Gnabry (22) und Leon Goretzka (23) werden die Senioren-Suppe nicht schlank und rank machen, wenn sie überhaupt zum Einsatz kommen.

Einen Mohamed Salah (25) vom FC Liverpool werden die Bayern-Bosse nicht kaufen, denn der Ägypten, der für über 40 Millionen aus Rom gekauft wurde, wird bei rund 200 Millionen Euro geschätzt. Real Madrid gibt sich interessiert, um auch nächstes Jahr ins Finale der CL zu kommen. Allerdings stehen Madrid und Liverpool am 26. Mai in Kiew im Endspiel. Provozieren und pokern kann Real-Präsident Florentino Perez mindestens genau so gut wie Hoeneß, der Robben und Rafinah vor Jahren für 30 Millionen kaufte. Keine Frage: Die Flügelspieler Robben und Ribéry sowie der Verteidiger Rafinah sind immer noch gute Spieler, doch ihre guten Tage werden weniger.

Die FC Bayern München AG tut sich offensichtlich schwer, nötige Umbrüche anzugehen.

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