Migranten-Karawane aus Honduras erreicht Mexiko

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Mexiko
Quelle: Pixabay

Mexiko (Weltexpress) Trotz des Einsatzes von Tränengas durch die mexikanische Polizei gelang es Ende Oktober mehreren tausend mittelamerikanischer Migranten die Grenze von Guatemala nach Mexiko zu überqueren. Diese war kurz zuvor geschlossen worden, um ihre Weiterreise in die USA zu verhindern.

Eine gute Woche zuvor hatten sich im honduranischen San Pedro Sula knapp zweihundert Menschen auf den Weg Richtung USA gemacht. Auf ihrem Marsch durch Honduras und Guatemala schlossen sich weitere Migranten der Karawane an. Mittlerweile sind mehr als siebentausend Frauen, Männer und Kinder gemeinsam unterwegs.

Tränengas-Einsatz gegen Migranten-Karawane

Dramatische Szenen spielten sich an der guatemaltekisch-mexikanischen Grenze ab. Dort wurde der Karawane die Weiterreise verwehrt. Stundenlang verharrten die Menschen in der glühenden Mittagssonne auf der Brücke über den Grenzfluss Suchiate. Auf mexikanischer Seite versperrten Bundespolizist*innen ihnen den Weg. Doch auch der Einsatz des Tränengases konnten nicht verhindern, dass Hunderte den Grenzzaun überwanden. Mehrere Tausend Migranten hatten bis Montag den 21. Oktober die knapp zwanzig Kilometer hinter der Grenze gelegene Stadt Tapachula erreicht.

Die Vereinigten Staaten reagierten scharf auf das Vorankommen der Migranten-Karawane. Präsident Trump beschimpfte die Migranten als Verbrecher. Und er drohte seinen mittelamerikanischen Amtskollegen mit der Streichung von Wirtschaftshilfe, wenn sie die Karawane nicht stoppen. Das allerdings mit wenig Erfolg. Kurz nachdem bekannt wurde, dass es Tausenden gelungen ist nach Mexiko zu kommen, brach eine weitere Gruppe von 2.000 Honduraner*innen Richtung USA auf.

Zunehmende Gewalt: Ursache für Migration

Die Menschen fliehen nicht nur vor Arbeitslosigkeit und Armut, sondern vor allem vor der ausufernden Gewalt in Honduras. San Pedro Sula hat eine der höchsten Mordraten der Welt und gilt als die gewalttätigste Stadt des Landes. Dafür sind in erster Linie die kriminellen Jugendbanden, die Maras, verantwortlich. Um einer Zwangsrekrutierung durch die Maras zu entgehen, schlossen sich auch viele Kinder und Jugendliche den Migranten-Karawanen an.

Anmerkung:

Die Erstveröffentlichung des Beitrags erfolgte am 24. Oktober 2018 beim Nachrichtenpool Lateinamerika.

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