Mexiko: Streik der Studierenden an der UNAM

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Mexiko
Quelle: Pixabay

Mexiko (Weltexpress) An mindestens 32 Einrichtungen der Nationalen Autonomen Universität Mexikos – kurz UNAM – traten die Studierenden am 4. September in den Streik. Diesem schlossen sich binnen kürzester Zeit Kommilitonen in ganz Mexiko an. Zehntausende von ihnen gingen in Mexiko-Stadt und weiteren Städten des Landes auf die Straße. Sie forderten ein Ende der Gewalt an Mexikos Hochschulen.

Streik für Verbesserung der Sicherheitslage

Mit ihrem Streik reagierten die Studierenden auf Angriffe von Schlägertrupps auf Schüler*innen des Gymnasiums für Wissenschaft und Geisteswissenschaften der UNAM. Diese befanden sich bereits seit einer Woche im Ausstand. Neben dem Rücktritt der Rektorin ihrer Schule forderten sie eine Aufstockung des Lehrkörpers und die Aufklärung des Feminizids an einer Mitschülerin. Als die Schüler*innen eine Woche nach Beginn ihrer Proteste zum Rektorat der UNAM zogen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurden sie von sogenannten Porros angegriffen. Mehrerer Schüler*innen wurden dabei zum Teil schwer verletzt.

Während der folgenden, landesweiten Demonstrationen forderten die Studierenden ein Ende der zunehmenden Gewalt an ihren Hochschulen. Denn seit Jahren verschlechtert sich die Sicherheitslage an den öffentlichen Universitäten Mexikos. Immer wieder kommt es zu Überfällen, Entführungen, Vergewaltigungen und sogar Morden auf dem Gelände der Lehreinrichtungen.

Studierende fordern Auflösung der Schlägertrupps

Für nicht wenige dieser Gewalttaten werden die Porros, organisierte Schlägertrupps, verantwortlich gemacht. Im Auftrag der Universitätsleitung oder einzelner politischer Parteien sollen diese Proteste der Studierenden unterdrücken. Eine der Hauptforderungen der streikenden Studentenschaft ist deshalb die Auflösung dieser Schlägertrupps, von denen es allein an der UNAM um die 40 geben soll.

Auch wenn diese Forderung von weiten Teilen der Gesellschaft bis hin zum neu gewählten Präsidenten unterstützt wird, muss sie direkt zwischen Studierenden und der Universitätsleitung verhandelt werden. Denn als autonome Universität hat die UNAM ihre eigene Gerichtsbarkeit. Und diese untersagt staatlichen Sicherheitskräften den Zugang zum Universitätsgelände.

Anmerkung:

Die Erstveröffentlichung des Beitrags erfolgte am 14. September 2018 beim Nachrichtenpool Lateinamerika.

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