Fährt sich famos – Ein Fahrbericht zum DS 7 Crossback

0
160
DS7 Crossback.
© DS Automobiles, Foto: Marcus Krüger

Berlin, Deutschland (Weltexpress). Ein paar Tage im August 2018 fuhr ich einen DS 7. Nein, nicht irgendeinen, sondern den DS 7 Crossback BLUEHDI 180 S&S 130kW EAT8.

Wenn schon, denn schon und also mit Automatikgetriebe. Der Diesel BlueHDi 180 entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Nm bei 2000 U/Minute, bringe laut Hersteller 130 kW (180 PS) bei einer Drehzahl von 3750. Er brauche von 0 auf 100 exakt 9,4 Sekunden, was für normale Fahrer völlig ausreichend ist, mir jedoch mit Sack und Pack nicht gelang.

Auch kam ich an die Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h nicht annähernd ran. Nicht alle meine Mitfahrer scheinen das Fliegen über die Fahrbahn zu schätzen. Sie erinnerten mich notgedrungen an die Straßenverkehrs-Ordnung.

DS7 Crossback.
© DS Automobiles, Foto: Marcus Krüger

Der in Seiner Erscheinung außen mit Kraft protzende und innen mit Kontenance pikierlich prahlende Personenkraftwagen bietet im Wesentlichen annehmbare Verbrauchswerte: 5,6 innerorts, 4,4 außerorts und 4,9 kombiniert teilt der Hersteller mit. Auch die CO2-Emission (kombiniert) ist mit 128 g/km, die der Produzent behauptet, hinnehmbar, so dass der DS 7 Crossback die Schadstoffstufe Euro6d-Temp erfüllt, die in einem Jahr Pflicht für die Zulassung eines Neuwagens sein wird. Für diesen Diesel spricht, dass er im Vergleich zum Benziner einen geringere Spritverbrauch und CO2-Ausstoß bietet. Verbrauch und Ausstoß haben wir nicht getestet.

Mit anderen Worten: Der Zweiliter-Turbodiesel treibt das 1,7 Tonnen schwere SUV der Mittelklasse tatkräftig und befriedigend.

Beim kleinen Spurt für Zwischendurch, beispielsweise von 60 auf 100 km/h, vergehen gerade einmal fünf bis sechs Sekunden. Einholen und Überholen sowie Einfädeln in den immer zähfließenderen Verkehr auf deutschen Straßen des Norddeutschen Tieflandes gelingt bei normalen und also niedrigen Geschwindigkeiten geräuschlos, insgesamt großartig.

Motor und Getriebe sind selbst nach Testfahrten auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke nicht nur mit gut zu bewerten, sie verdienen auch noch ein Plus. Bei einer Richtgeschwindigkeit von 130 km/h schnurrt der DS7 wie eine elegante Katze mit entspannten 1.800 1/min über die Autobahn. Kein einziges Mal nagelte oder zitterte der Selbstzünder. Und das der Ladedruck sich nicht in nullkommanichts aufbaut und der SUV nicht gleich abgeht wie Schmidts Katze, wenn man ihr auf den Schwanz tritt, das spielt nur bei denen eine Rolle, die ihre Räder rauchen lassen wollen wie Marshall Matt Dillon und Deputy Festus Haggen ihre Colts.

DS7 Crossback.
© DS Automobiles, Foto: Marcus Krüger

Wer Sturm und Drang verspührt, der dürfte allerdings auch mit dem Sport-Modus nichts zufrieden sein. Ein wenig härtere Adaptivdämpfer und weniger Wankbewegungen machen auch im August wie eine Schwalbe noch keinen Sommer. Die Lenkung sollte durchaus direkter agieren, was den meisten Fahrern vermutlich gesagt werden muss.

Der Sport-Modus ist nett, das Fahrzeug bleibt dennoch eines für die ganze Familie und fröhliche sowie bequeme Fahrten auch in die Ferien. Dass dafür unter anderem ein kamerabasierte Schlaglocherkennung sorgt und das computergesteuert das Adaptivfahrwerk auf schlechten Untergrund einstellt, das ist schon prächtig und passt zum Anspruch Premium. Dazu wieder wäre als Farbe Byzantin Gold genau richtige, oder?

Noch abschließend ein paar Worte zum Fahrverhalten. Wer Slalom fährt und lenkt wie Luzifer, der wird mit der Servolenkung hadern, weil sie verhärtet. Gut, dass die ESP ihren Dienst tut. Der Komfort bei der Federung kommt nicht an die Konkurrenten der Premium-Klasse heran. Gut ist jedoch, dass verschiedene Kennfelder vorwählen sind. Der eine mag es gespannt, der andere gedehnt. Doch da ist noch Spielraum nach oben. Dafür sind die Sitze super. Wir haben und massieren und kühlen lassen, gefühlt ohne Unterlass. Anders sieht es auf den billigen Plätzen aus. Bedauerlich, aber befriedigend bei einem vergleichsweise gutem Raumangebot.

Dass der DS 7 bei einer Vollbremsung aus 100 km/h bis zum Stillstand beinahe 40 Meter braucht, das ist heute wohl nur noch ausreichend. Da muss mehr möglich sein.

Der Grundpreis für diesen Diesel liegt bei 39,790 Euro. Zählt man die Preise für zahlreiche Sonderausstattungen wie das DS Inspiration OPERA (4HFO) für 7.150 Euro oder das DS Night Vision (N101) für 1.700 Euro, das Panorama-Schiebedach mit elektrischem Sonnenrolle (OK02) für 1070 Euro oder das Premium-Augio-Paket (J5AC) für 1.300 Euro und so weiter hinzu, kommen noch einmal 16.410 Euro drauf. Schnell ist man für das Gute und Schöne bei einem Gesamtpreis von 56.200 Euro.

Nach unseren Testfahren mit dem DS 7, der sich durchaus famos fährt, waren wir mit dem Verhältnis von Preis und Leistung zufrieden.

Dass die DS 3, 4 und 5 im Grunde genommen Citroëns sind, wie viele Kenner sagen und wenige schreiben, das sollten sie beim DS 7 nicht behaupten. PSA scheint einen Plan zu haben, wohin die Reise Richtung Premiufahrzeug führen soll. Auf den weiteren Weg darf der teilnehmende Beobachter und Berichterstatter gespannt sein.

Anmerkungen:

Mehr zum Fahrbericht in den Beiträgen Schmückend ohne Schmonzes – Serie: Der DS 7 Crossback (Teil 1/2) und PureTech, BlueHDi, E-Tense oder Motoren und mehr – Serie: Der DS 7 Crossback (Teil 2/2) von Tim Rothweg.

Siehe auch die Fotoreportage: Neu und mit Nonchalance – Der DS 7 Crossback von Ted Prudenter.

Die Recherche wurde von der Citroën Deutschland GmbH in der Groupe PSA unterstützt.

Anzeige