Mexiko: Rap-Workshop gegen zunehmende Gewalt

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Mexiko
Quelle: Pixabay


San Dionisio del Mar, Oaxaca, Mexiko (Weltexpress). San Dionisio del Mar ist ein kleines Fischerdorf auf der Landenge von Tehuantepec im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Im September letzten Jahres wurde der Ort von einem schweren Erdbeben getroffen. Viele Häuser stürzten ein oder wurden stark beschädigt. Und nicht wenige sind ein Jahr nach dem Beben immer noch nicht wieder aufgebaut.

Windpark spaltet Gemeinde

Grund dafür ist die willkürliche Vergabe der Hilfsgelder für die vom Erdbeben Betroffenen. Anhänger*innen der derzeitigen Bürgermeisterin werden bevorzugt bedacht. Ihre Gegner*innen dagegen gehen oft leer aus. Das führt zur weiteren Zunahme der bereits existierenden Spannungen in der Gemeinde.

Denn schon seit Jahren ist sie gespalten in Befürworter*innen und Gegner*innen eines Windparkprojektes. Während die in der Asamblea General del Pueblo de San Dionisio del Mar organisierten Fischer*innen sich gegen den Windpark aussprechen wird das Projekt durch die hinter der Bürgermeisterin stehenden politischen Parteien vorangetrieben. Im März dieses Jahres kam es zu dann einem bewaffneten Angriff von Anhänger*innen der Bürgermeisterin auf Gegner*innen des Windparks. Dabei wurden mehrere Personen durch Schusswaffen verletzt.

Rappen gegen die Gewalt

Um der zunehmenden Gewalt etwas entgegen zu setzen, ergriffen in der Asamblea General engagierte Jugendliche die Initiative. Neben einem Fußballturnier organisierten sie Workshops auf denen die Teilnehmer*innen das rappen erlernen konnten. Die feministische Aktivistin und Rapperin Mare Advertencia Lírika teilte ihr Wissen über das Schreiben von Rap-Songs. In einem zweiten Workshop wurde den Teilnehmer*innen das Improvisieren beigebracht.

Wie das Fußballturnier waren die Rap-Workshops ein großer Erfolg. Denn sie boten den Jugendlichen die Möglichkeit in einer von gegenseitigem Respekt geprägten Umgebung Neues zu erlernen. Das ist keine Selbstverständlichkeit in der von dem gewalttätigen Konflikt zerrissenen Gemeinde, in der es kaum Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung gibt. Und somit leisteten die Workshops einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung des sozialen Friedens.

Anmerkung:

Die Erstveröffentlichung des Beitrags erfolgte am 14. August 2018 beim Nachrichtenpool Lateinamerika.

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