Mehr oder weniger Migration für die EU? – „Salvini asfalta Asselborn“ oder Matteo Salvini und Jean Asselborn im Wortduell

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Matteo Salvini auf Twitter.
Matteo Salvini auf Twitter, Screenshot 14.9.2019 Quelle: Twitter

Berlin, Deutschland (Weltexpress). In Wien wollen und sollten Innenminister der Europäischen Union (EU) über Ein- und Zuwanderung sprechen. Italiens Innenminister Matteo Salvini (Lega) tat das auch.

„Ich habe jemanden sagen hören, wir brauchen Einwanderung, weil die Bevölkerung altert. Ich sehe die Dinge ganz anders“, sagte Salvini und meinte, dass es nicht darum gehen könne, die Besten aus der afrikanischen Jugend herzuholen, um Europäer zu ersetzen, die keine Kinder bekämen.

Salvini fuhr fort und sagt: „Vielleicht braucht ihr Luxemburger mehr Migration. In Italien ist es hingegen notwendig, unseren Kindern zu helfen, Kinder zu bekommen – und nicht, neue Sklaven zu haben, um die Kinder zu ersetzen, die wir nicht mehr in die Welt setzen.“

Daraufhin fiel ihm Jean Asselborn (Lëtzebuerger Sozialistesch Aarbechterpartei) als Außenminister und Minister für Immigration und Asyl ins Wort.

„In Luxemburg, verehrter Herr, hatten wir Zehntausende Italiener“ sagte Asselborn und erklärte: „Die kamen als Migranten und haben in Luxemburg gearbeitet, damit Sie in Italien Geld hatten, um für ihre Kinder zu sorgen!“

Asselborn rief „Merde alors“ („Scheiße noch mal“), warf seinen Kopfhörer auf den Tisch und sagte anschließend „Entschuldigung“. Salvini, der kurz innehielt, sprach ruhig weiter.

Davon kursiert ein Video im Weltnetz. Salvini postete dazu: „Er vergleicht unsere ausgewanderten Großeltern mit den Illegalen, die heute ankommen, will mehr Immigranten in Europa und schreit am Ende ‚Scheiße‘. Haben sie in Luxemburg, einem Steuerparadies, das uns nicht belehren sollte, niemanden, der normaler ist als der Minister?“

Asselborn will mehr Migration und meint, dass das „für das überalterte Europa aus demografischen Gründen nötig“ sei.

Salvini konterte: „Wenn Sie in Luxemburg mehr Migration brauchen – ich für meinen Teil bevorzuge es, Italien den Italienern vorzubehalten.“

Wieder einmal wurde offensichtlich, dass die EU zerstritten ist. Dieses Mal in Wien. Nein, das ist nichts Neues, aber diese Zerrissenheit, dieser Zank wirkt immer heilloser.

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